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Sarrant

Aus Jewiki
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Sarrant
Wappen von Sarrant
Sarrant (Frankreich)
Sarrant
Region Okzitanien
Département Gers
Arrondissement Condom
Kanton Gimone-Arrats
Gemeindeverband Bastides de Lomagne.
Koordinaten 43° 57′ N, 0° 19′ O43.9458333333330.3111111111111130Koordinaten: 43° 57′ N, 0° 19′ O
Höhe 130 m (115–192 m)
Fläche 19,81 km²
Einwohner 386 (1. Jan. 2014)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 32120
INSEE-Code
Website www.sarrant.com

Stadttor aus dem 14. Jahrhundert

Sarrant ist eine französische Gemeinde des Départements Gers in der Region Okzitanien mit 386 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014). Sie ist dem Kanton Mauvezin (bis 2015 Kanton Mauvezin) und dem Arrondissement Condom zugeteilt.

Das Dorf ist seit 1999 als eines der Plus beaux villages de France (Schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert.[1]

Geografie

Der Gemeinde liegt in der historischen Provinz Aquitanien – genauer in der Gascogne – noch genauer in der Lomagne, rund 47 Kilometer west-nordwestlich von Toulouse und wird vom Fluss Gimone und dessen Zufluss Sarrampion durchquert. Am linken Ufer des Sarrampion befindet sich auch die als Bastide entworfene mittelalterliche Stadt.

Geschichte

Antike und Mittelalter

Sarrant folgte einer antiken Siedlung, die an der Römerstraße von Toulouse nach Lectoure lag und sich entlang des rechten Ufers des Sarrampion erstreckte. In der Tabula Peutingeriana ist sie als Sarrali eingetragen.[2] Die antiken Wurzeln des Ortes wurden 2004 durch den Fund eines römischen Sarkophag, der mit Tegula-Ziegeln bedeckt war und vor dem 4. Jahrhundert entstanden sein muss, bestätigt.

Im Mittelalter wuchs Sarrant kreisförmig um die Kirche die dem hl. Vincent von Agen († um 290) geweiht war. Eine Charta aus dem Jahre 1265, die 1307 vom französischen König Philipp dem Schönen bekräftigt wurde, hält fest, dass es sich bei der Bastide Sarrant um ein „königliches Kastell“ handelt, welches von einem so genannten Consulat verwaltet wird und keiner lokalen Herrschaft unterstellt sein darf. Im 15. Jahrhundert existierten drei Burgen und Schlösser in der Gemeinde. Das Schloss Savailhan gehörte der Familie Mauléon. Ihr Vertreter Denis de Mauléon war ein enger Getreuer von Henri de Navarre, dem nachmaligen König Heinrich IV. Von der mittelalterlichen Burg Reychac ist heute nichts mehr zu sehen. Sie bestand aus einer rechteckigen, einstöckigem Saal, der von einem runden Turm flankiert war. Von dieser Warte konnte Baron Jean-Jacques de Reychac die beiden ihm gehörigen Täler überblicken. Das Schloss Cédailh schließlich, liegt nahe dem Dorf und war von Jean de Cédailh, einem Bürger und Händler von Beaumont-de-Lomagne, bewohnt.

Neuzeit

Im 16. Jahrhundert war Sarrant eine prosperierende Pfarrgemeinde mit rund 2.000 Einwohnern und Einwohnerinnen, wobei 400 innerhalb der Stadtmauern wohnten. Die Bevölkerung lebte vorwiegend vom Getreideanbau, dem Weinbau und der Schafzucht. Das Handwerk wurde von Webern dominiert, die Wolle und Flachs verarbeiteten. Während der Hugenottenkriege wurde Sarrant mehrmals angegriffen und geplündert. Im Jahre 1590 wurde die Stadt besetzt, wobei der Turm Schaden litt. Sarrant musste sich darauf teuer loskaufen; nur Dank der Verpfändung des Kirchenschatzes konnten weitere Brandschatzungen verhinderte werden. In den Jahren 1628 und 1631 forderte die Beulenpest einige hundert Tote in der Gemeinde.

Bemerkenswert und wohl einmalig in der Gascogne war die Existenz einer großen Bruderschaft von Musikern in der Stadt. Für die Jahre 1580 bis 1640 sind mehr als hundert Musiker, darunter Geiger, Drehleier-, Psalterium- und Flötenspieler, nachgewiesen. Viele von ihnen waren blind. Die Geigenlehrer von Sarrant bildeten damals viele Schüler von nah und fern aus, so auch Jungmusiker aus der Provinz Béarn, dem Baskenland und der spanischen Grafschaft Rosselló.

Während der Revolutionswirren wurde auch Sarrant von Plünderer und Brandschatzer heimgesucht und konnte sich nur dank einer spontan gebildeten Bürgerwehr vor noch größerem Schaden bewahren. Im Jahre 1813 wurde die Zugbrücke durch eine Steinbrücke ersetzt. Zur Anbindung an das moderne Straßennetz musste auf der Ostseite der Stadtmauer eine große Öffnung gerissen werden. Zwischen 1853 und 1863 wurden die Gräben zugeschüttet und mit Platanen bepflanzt.

Wappen

Blasonierung: In Silber ein grüner Tannenzapfen.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009 2016
Einwohner 440 357 319 312 319 338 350 368

Sehenswürdigkeiten

  • Das Stadttor aus dem 14. Jahrhundert, wird von einem quadratischen Turm überragt und zeugt von der alten Festungsanlage.
  • Die Kirche Saint-Vincent aus dem 14. Jahrhundert wurde nach den Hugenottenkriegen im 17. Jahrhundert in vergrößerter Form neu aufgebaut. Der Turmhelm stammt aus dem 19. Jahrhundert.
  • Die Kapelle Notre-Dame de la Pitié („Barmherzige Maria“) vor dem Stadttor steht neben den Fundamenten eines ehemaligen römischen Brunnens. Sie wurde im 17. Jahrhundert errichtet.
  • Auf der rechten Seite des Stadttores ist ein dem Mittelalter nachempfundener Garten angelegt.

Weblinks

 Commons: Sarrant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Sarrant auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)
  2. Alexandre Bertrand: Les voies romaines en Gaule, voies des itinéraires, S. 34. Bureaux de la Revue archéologique, Paris 1864.

Vorlage:Navigationsleiste der schönsten Dörfer Frankreichs in Okzitanien

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