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Léon Wurmser

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Léon Wurmser

Léon Wurmser (geboren am 31. Januar 1931 in Zürich; gestorben am 15. Februar 2020[1]) war ein aus der Schweiz stammender US-amerikanischer Psychiater und Psychoanalytiker und der Autor mehrerer umfangreicher psychoanalytischer Studien.

Leben

Wurmser studierte nach dem Besuch eines altsprachlichen Gymnasiums an den Universitäten Zürich und Basel Medizin. Nach dem Studienabschluss im Jahr 1955 folgten Ausbildungen zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Innere Medizin. 1959 wurde Wurmser promoviert. Danach übersiedelte er wegen besserer Weiterbildungsmöglichkeiten nach Baltimore in die USA.[2]

In seiner wissenschaftlichen Laufbahn war Wurmser als klinischer Psychiater und Psychoanalytiker Hochschullehrer an der West Virginia University in Charleston (West Virginia), USA, sowie an der University of Maryland, Baltimore County. Er war auch nach seiner Emeritierung als Lehr- und Kontrollanalytiker für die New York Freudian Society[3] in New York sowie als Psychoanalytiker in eigener Praxis in Towson, Maryland, und als international gefragter Referent und Autor tätig.[4]

Wurmser war in der Geschichte der Psychoanalyse einer der ersten Analytiker, der das faktische Dogma der Nichtbehandelbarkeit schwerster Borderline-Persönlichkeitsstörungen durch die Psychoanalyse nicht mehr akzeptiert und durch zumindest partiell erfolgreiche Behandlungen widerlegt hat. Ein Schwerpunkt der Veröffentlichungen Wurmsers liegt in der Auseinandersetzung mit dem Konzept des Über-Ich und dem Scham-Problem.[5]

Im Juli 2004 wurde Wurmser mit der Ehrendoktorwürde der HU Berlin ausgezeichnet.[6] Er starb im Februar 2020 im Alter von 89 Jahren.

Veröffentlichungen

  • Die zerbrochene Wirklichkeit. Psychoanalyse als das Studium von Konflikt und Komplementarität. Springer, Berlin u. a. 1989, ISBN 3-540-18719-7.
    • Neuausgabe: Bd. 1: Die Suche nach dem Absoluten und das Finden des Maßes. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen, 3. Aufl. 2001, ISBN 978-3-525-46150-1.
    • Neuausgabe: Bd. 2: Wert und Wahrheit in der Psychoanalyse. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen, 3. Aufl. 2002, ISBN 978-3-525-46151-8.
  • Die Maske der Scham. Die Psychoanalyse von Schamaffekten und Schamkonflikten. Springer, Berlin u. a., 2. Aufl. 1993, ISBN 3-540-50547-4; 7. Auflage: Westarp Verlagsserviceges., Hohenwarsleben 2017, ISBN 978-3-86617-142-8.
  • Das Rätsel des Masochismus. Psychoanalytische Untersuchungen von Über-Ich-Konflikten und Masochismus. Springer, Berlin u. a. 2. Aufl. 1998, ISBN 3-540-54767-3.
    • Neuausgabe: Das Rätsel des Masochismus. Psychoanalytische Untersuchungen von Gewissenszwang und Leidenssucht. Psychosozial, Gießen 2008, ISBN 978-3-89806-741-6.
  • Flucht vor dem Gewissen. Analyse von Über-Ich und Abwehr bei schweren Neurosen. Springer, Berlin u. a. 1987, ISBN 3-540-17733-7.
    • Neuausgabe: Flucht vor dem Gewissen. Analyse von Über-Ich und Abwehr bei schweren Neurosen. Vandenhoeck und Ruprecht, ISBN 978-3-525-45876-1.
    • Englische Ausgabe: The power of the inner judge: psychodynamic treatment of the severe neuroses. Northvale, NJ, und Aronson, London 2000, ISBN 0-7657-0177-4.
  • Die verborgene Dimension. Psychodynamik des Drogenzwangs, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 978-3-525-45789-4.
  • Die eigenen verborgensten Dunkelgänge. Narrative, psychische und historische Wahrheit in der Weltliteratur. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 978-3-525-01451-6.
  • Magische Verwandlung und tragische Verwandlung. Die schwere Neurose – Symptom, Funktion, Persönlichkeit. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 978-3-525-45844-0.
  • Ideen- und Wertewelt des Judentums. Eine psychoanalytische Sicht. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-01468-6.
  • Scham und der böse Blick. Verstehen der negativen therapeutischen Reaktion. Kohlhammer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-17-021437-8 (3. Aufl. 2019: ISBN 978-3-17-034178-4).
  • Mein Licht in deiner Hand. Betrachtungen eines Analytikers über Religion, Philosophie und Literatur, Klotz, Magdeburg 2012, ISBN 3-88074-385-1

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Léon Wurmser aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.