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Baltimore

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Baltimore (Begriffsklärung) aufgeführt.
Baltimore
Spitzname: Charm City, Mob Town, Crabtown, B-more, The City of Firsts, Monument City, B-Town, Ravenstown
Downtown Baltimore
Downtown Baltimore
Siegel von Baltimore
Siegel
Flagge von Baltimore
Flagge
Lage in Maryland
Baltimore (USA)
Baltimore
Baltimore
Basisdaten
Gründung: 1729
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Maryland
County:

Baltimore City

Koordinaten: 39° 17′ N, 76° 37′ W39.286388888889-76.61510Koordinaten: 39° 17′ N, 76° 37′ W
Zeitzone: Eastern Standard Time (UTC−5)
Einwohner:
– Metropolregion:
620.961 (Stand: 1. April 2010)
2.690.886
Bevölkerungsdichte: 2.966,8 Einwohner je km²
Fläche: 238,5 km² (ca. 92 mi²)
davon 209,3 km² (ca. 81 mi²) Land
Höhe: 10 m
Postleitzahlen: 21201 - 21298
Vorwahl: +1 410, 443
FIPS: 24-04000
GNIS-ID: 0597040
Webpräsenz: www.baltimorecity.gov
Bürgermeister: Stephanie Rawlings-Blake
250px
Situationsplan von Baltimore um 1888

Baltimore [ˈbɔːltɪmɔːɹ] (USA) ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Maryland und als independent city (kreisfreie Stadt) seit 1851 nicht mehr Teil des benachbarten Baltimore County. Baltimore hatte im Jahre 2006 640.966 Einwohner (2005: 640.064) und ist einer der bedeutendsten Seehäfen in den Vereinigten Staaten.

In Baltimore befindet sich das Wohnhaus und Grab des Schriftstellers Edgar Allan Poe und das des Journalisten H. L. Mencken. Baltimore ist sowohl der Geburtsort des berühmten Baseballspielers Babe Ruth als auch des Schwimmers Michael Phelps, der als erfolgreichster Olympionike aller Zeiten gilt. Baltimore war außerdem Inspirationsort für die amerikanische Nationalhymne. In der Stadt gibt es viele historische Gebäude und landesweit bekannte Denkmäler. Baltimore hat neben zwei großen Universitäten zahlreiche weitere Ausbildungseinrichtungen und Museen.

Baltimore, Maryland
Klimadiagramm
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-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: National Weather Service, US Dept of Commerce
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Baltimore, Maryland
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,6 6,5 12,2 17,9 23,4 28,4 30,7 29,7 25,8 19,6 13,6 7,3 Ø 18,3
Min. Temperatur (°C) −4,8 −3,4 1,2 5,8 11,4 16,6 19,3 18,7 14,7 7,7 2,8 −2,1 Ø 7,3
Niederschlag (mm) 77,5 79,2 85,9 78,5 94,5 93,2 93,7 99,6 86,6 75,7 84,3 86,6 Σ 1.035,3
Regentage (d) 8,1 7,5 7,9 8,1 9,0 7,2 7,3 7,8 5,5 6,0 7,1 7,3 Σ 88,8
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Nachbar-Countys

  • Das Baltimore County umgibt die Stadt fast ganz.
  • Das Anne Arundel County hat im Süden eine nur kurze gemeinsame Grenze mit der Stadt.

Geschichte

Die Stadt wurde im Jahr 1729 gegründet und nach dem ersten und zweiten Baron Baltimore benannt, den britischen Begründern der Maryland-Kolonie.

Der Name Baltimore ist irischen Ursprungs und nach einem anderen Baltimore in der irischen Grafschaft County Longford benannt. Zugrunde liegt das irische „Baile an Tí Mór“, was „Ort des großen Hauses“ bedeutet.

Anfangs als Hafen für den Tabakhandel angelegt, entwickelte sich die Stadt rasch zum Zentrum des Handels mit Europa und der Karibik. Als Philadelphia 1777 von den Briten besetzt wurde, tagte in Baltimore der Kontinentalkongress. Im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 unternahmen die Briten den Versuch, die von Baltimore aus agierenden Freibeuter auszuschalten. Die Schlacht am Fort McHenry im Jahre 1814, die daraus entstand, inspirierte Francis Scott Key den Text der späteren amerikanischen Nationalhymne The Star-Spangled Banner.

Am 28. Dezember 1827 legte in Baltimore die Baltimore & Ohio Eisenbahngesellschaft den Grundstein für die erste Eisenbahnlinie der USA, die am 24. Mai 1830 feierlich eröffnet wurde. Sie war zunächst als eine Pferdebahn geplant, nach einem Wettrennen zwischen der Lokomotive Tom Thumb und einem Pferd musterte man bereits am 31. Juli 1831 alle Rösser aus und ging zu Dampfbetrieb über, obgleich das Pferd gesiegt hatte. 1835 kam es in Baltimore zu einer der schwersten Unruhen des 19. Jahrhunderts, nachdem die Bank of Maryland zusammengebrochen war und Anleger ihre Ersparnisse verloren hatten.[1] Die Bank und die Eigentümer der Bankangestellten wurden dabei beschädigt, beim Eingreifen der Miliz wurden 20 Menschen getötet und rund einhundert verletzt.[2]

1831 bis 1835 lebte der junge Edgar Allan Poe in Baltimore bei seiner Tante Maria Clemm. Er begann hier in großer Armut seine Laufbahn als Erfinder und Meister der Kurzgeschichte, lebte dann in Richmond (Virginia), Philadelphia und New York City, um 1849 auf bis heute nicht völlig aufgeklärte Art und Weise wiederum in Baltimore, und zwar im Washington College Hospital, zu sterben. Er ist hier auf dem Friedhof der ehemaligen presbyterianischen Westminster Kirche (heute: Westminster Hall and Burying Ground) begraben.

Datei:Baltimore fire aftermath.jpg
Szene aus Baltimore nach dem Großbrand im Jahr 1904

Durch die gute Eisenbahnverbindung in den Mittleren Westen und durch die Einrichtung einer regelmäßigen Dampfschifffahrtsverbindung des Norddeutschen Lloyds von Bremerhaven nach Baltimore entwickelte sich der Hafen zum zweitgrößten Einwanderungshafen der USA nach New York.

1886 entwickelte der deutsche Einwanderer Ottmar Mergenthaler hier die Linotype-Setzmaschine.

Am 7. Februar 1904 wurden bei einem Großbrand weite Teile der Stadt eingeäschert. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Der geschätzte Sachschaden betrug rund 150 Millionen Dollar.

Wirtschaft

Die Schwerindustrie hielt 1897 mit dem Sparrows-Point-Stahlwerk Einzug. Durch die beiden Weltkriege wuchs die Industrie weiter beträchtlich an, speziell durch Stahlwerke und Erdölraffinerien.

Datei:Baltimore aerial.jpg
Baltimore mit seinen umfangreichen Hafen- und Industrieanlagen

Gelegen an der Chesapeake Bay, liegt in der Stadt einer der größten Seehäfen der USA, der Helen Delich Bentley Port of Baltimore, ein Verkehrszentrum zwischen Washington, D.C. und Philadelphia und unterhält den Baltimore-Washington International Airport (BWI). Er war Ausgangspunkt der Siedlungsgeschichte der Stadt.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde Baltimore weltweit bekannt durch die Baltimoreklipper, meist zweimastige Topsegelschoner, die ganz auf Geschwindigkeit konzipiert waren und ihre große Zeit zwischen etwa 1795 und 1825 hatten. Sie stellten den Durchbruch in die Ära der Schnellsegler dar.

Baltimore ist Sitz von vielen Firmen aus der Gesundheits- und Schönheitsindustrie sowie der Medizin und Pharmazeutik. Ebenfalls haben viele Forschungseinrichtungen, sowohl aus der Wirtschaft als auch staatliche Labors, ihren Sitz in und um Baltimore.

Baltimore ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum in den USA. Die wirtschaftliche Tätigkeit ist auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet, speziell auf Pharmazeutik, medizinischen Bedarf und medizinische Dienstleistungen. Außer privaten Laboratorien beherbergt die Stadt 61 Forschungslabors auf bundesstaatlicher Ebene. Die Stadt Baltimore hat knapp 636.000 Einwohner,[3] die Metropolregion Washington, D.C.-Baltimore etwa 7,6 Millionen Einwohner.[4]

Bildung

Die weltbekannte, besonders in der Medizin herausragende Johns-Hopkins-Universität befindet sich in Baltimore. Im umliegenden Kreis haben die University of Maryland, Baltimore County und die Towson University ihren Sitz.

Gegenwärtige Probleme

Baltimore hat mit am stärksten unter den US-amerikanischen Großstädten mit Armut, Verwahrlosung, Drogenabhängigkeit und Suburbanisierung zu kämpfen. Baltimore hat eine hohe Verbrechensrate, mit unter anderem knapp 300 Tötungsdelikten pro Jahr,[5] wobei diese Rate in den letzten Jahren zurückging. Im Jahr 2008 wurden 234 Tötungsdelikte gemeldet, [6] 2011 waren 196 Menschen Opfer von Tötungsdelikten. Die Stadt fiel somit von den hohen Tötungsraten der 90er Jahre (1993: 353 Tote) wieder auf ihren Tiefststand in den 70er Jahren (1978: 197 Opfer) zurück.

Diese Kriminalitätsproblematik ist vielen US-amerikanischen Fernsehzuschauern durch die Serien „Homicide“ und „The Wire“ vertraut. In der Serie „The Wire" lautet ein Spitzname der Stadt daher auch „Body more, Murderland“ (dt. in etwa: „noch ne Leiche, Mordland“), eine Anspielung auf die volle Nennung des Namens mit Bundesstaat („Baltimore, Maryland“), wie es in den USA üblich ist.

Der Bevölkerungsschwund in Baltimore ist so stark ausgeprägt wie in kaum einer anderen Großstadt der USA. 1950 lebten noch 949.708 Einwohner in Baltimore, damit gehörte Baltimore damals zu den größten Städten der USA. Seit 1950 ist die Bevölkerungszahl ununterbrochen gesunken, während sich die Bevölkerungszahl der USA im selben Zeitraum mehr als verdoppelt hat. 2010 lebten noch 620.691 Personen in Baltimore, 4,6 % weniger als im Jahr 2000.

Laut der Forbes-Liste der gefährlichsten Städte der Vereinigten Staaten von 2009 ist Baltimore eine der zehn gefährlichsten Städte in den USA.[7] Des Weiteren hat eine FBI-Studie die Kriminalitätsraten in US-Städten im Jahr 2010 untersucht, auch dort war Baltimore mit Rang 8 unter den zehn gefährlichsten US-Städten aufgelistet. Zwar gab es einen allgemeinen Rückgang von Gewaltverbrechen, aber besonders schwere Delikte nahmen zu.[8]

Baltimore in der Kultur

Die oben genannten Probleme inspirierten Randy Newman zu seinem berühmten Lied Baltimore, das auch von Nils Lofgren, sowie von Udo Lindenberg in einer deutschen Version interpretiert wurde.

Die Handlung des Musicals Hairspray, von dem es auch zwei Filmversionen gibt (Original von 1988; Remake von 2007), spielt im Baltimore des Jahres 1962.

Baltimore war der Sitz des „Baltimore Gun Clubs“, der in Jules Vernes Roman Von der Erde zum Mond die ersten Menschen zum Mond schickte.

Die von der Kritik hochgelobte Fernsehserie The Wire (2002-2008) spielt in Baltimore und beschreibt die hohe Kriminalität und die sozialen Probleme der Stadt.

Baltimore ist auch Drehort für Filme wie Der Staatsfeind Nr. 1 und Schlaflos in Seattle (der Stadtteil Fell's Point).

Sehenswürdigkeiten

<div style="float:left; width:15px; height:11px;" />Innerer Hafen von Baltimore

Sport

Baltimore ist die Heimat des NFL-Teams Baltimore Ravens. Außerdem spielt im Baseball-Stadion Camden Yards das MLB-Team Baltimore Orioles

Persönlichkeiten

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Baltimore

Partnerstädte

Weblinks

 Commons: Baltimore – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. The Baltimore Bank Riot. University of Illinois Press. Abgerufen am 20 Juli 2010.
  2. Howard Zinn: A People’s History of the United States. Harper Perennial, New York 2005, ISBN 0-06-083865-5, S. 222
  3. Schätzung 2005
  4. Volkszählung 2000
  5. siehe bestplaces.net
  6. FBI Crime Report 2008
  7. Forbes-Liste: Gefährlichste Städte der Vereinigten Staaten
  8. Die 10 gefährlichsten US-Städte 2010 (Englisch)/

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