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Jewrovision

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Logo der Jewrovision

Die Jewrovision [ˈdʒuːrəʊˌvɪʒn] ist der größte Musik- und Tanzwettbewerb jüdischer Jugendzentren in Deutschland, der seit 2002 jährlich in deutschen Städten stattfindet. In den letzten Jahren wurde lokal, regional und bundesweit über diese Musikveranstaltung berichtet.[1]

Bedeutung

Der Begriff Jewrovision wird englisch ausgesprochen und setzt sich zusammen aus den Teilen jew – englisch für Jude bzw. Jüdin − und Eurovision, in Anlehnung an den Eurovision Song Contest.

Der Wettbewerb Jewrovision wurde im Jahr 2002 im Rahmen einer Wochenendfreizeit der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) in Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz) zum ersten Mal ausgetragen. Bei dieser ersten Jewrovision traten Teilnehmer von sechs jüdischen Jugendzentren an. Die Ausrichtung des Folge-Events wurde ab der Wettbewerbsrunde 2004 an die jüdische Gemeinde der Gewinner-Stadt vergeben.[2] Seit dem Jahr 2005 stehen die jährlichen Wettbewerbe zudem unter einem eigenen Motto, welches sich auch im Logo des jeweiligen Jahres widerspiegeln kann. Seit dem Jahr 2013 hat der Zentralrat der Juden in Deutschland die Austragung der Jewrovision übernommen.

Austragungsorte

Die Austragungsorte, Ausrichter sowie die jeweiligen Gewinner der Jewrovision waren bzw. sind:[3]

Jahr Ausrichter Motto Ort Gewinner-Jugendzentrum
2002 - - Bad Sobernheim, Rheinland-Pfalz Emuna Dortmund
2003 - - Bad Sobernheim, Rheinland-Pfalz Jachad Köln
2004 Synagogen-Gemeinde Köln - Köln, Nordrhein-Westfalen Kadima Düsseldorf
2005 Jüdische Gemeinde Düsseldorf "Be a hero - Sing for Israel" Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Olam Berlin
2006 Jüdische Gemeinde zu Berlin "Stars are born" Berlin Emuna Dortmund
2007 Jüdische Kultusgemeinde Groß-Dortmund "Sag niemals nie" Dortmund, Nordrhein-Westfalen Neshama München
2008 Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern "Love is in the air" München, Bayern Kadima Düsseldorf
2009 Jüdische Gemeinde Düsseldorf "Stars of David" Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Jachad Köln
2010 Synagogen-Gemeinde Köln "Mascarade on air" Köln, Nordrhein-Westfalen Olam Berlin
2011 Jüdische Gemeinde zu Berlin "Make your dreams come true" Berlin Olam Berlin
2012 Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern "Back to the roots"[4] München, Bayern Neshama München
2013 Zentralrat der Juden in Deutschland[5] "The Future is Now!" München, Bayern Jachad Köln
2014 Zentralrat der Juden in Deutschland "Bar Mitzwah" Hamburg Jachad Köln
2015 Zentralrat der Juden in Deutschland "Make a difference" Köln, Nordrhein-Westfalen Or Chadash Mannheim feat. JuJuBa
2016 Zentralrat der Juden in Deutschland "Ledor Wador-The next Generation" Mannheim, Baden-Württemberg Or Chadash Mannheim feat. JuJuBa
2017 Zentralrat der Juden in Deutschland "United cultures of judaism" Karlsruhe, Baden-Württemberg Chasak Hamburg
2018 Zentralrat der Juden in Deutschland "The Circle of Life" Dresden, Sachsen Amichai Frankfurt

Ablauf

Der Ablauf der Jewrovision soll an den Eurovision Song Contest erinnern. Im Rahmen des Wettbewerbs stehen Kinder und Jugendliche der Jugendzentren jüdischer Gemeinden unterschiedlicher deutscher Städte auf der Bühne.[6]

Nachdem der Moderator eine Rede gehalten hat startet der Eröfnungsact. Danach beginnen die Jugendzentren mit ihren Darbietungen. Die Reihenfolge wird von dem Moderator wenige Wochen vor der Veranstaltung ausgelost.

Jede Darbietung besteht dabei aus zwei Teilen:

  • einem Kurzfilm-Beitrag und
  • einer Gesangs-Tanz-Show auf der Bühne.

Der Videobeitrag wird von den Jugendlichen selbst gedreht. Er stellt einerseits das jeweilige Jugendzentrum und deren Heimatstadt vor, und geht andererseits auf das jeweilige Motto der Jewrovision ein. Die Darbietung auf der Bühne besteht aus live Gesang und Tanz. Der eigens für die Jewrovision geschriebene Liedtext behandelt meist jüdische Inhalte, die auch mit dem jeweiligen Motto der Jewrovision zu tun haben. Die Tanzeinlagen auf der Bühne werden selbst choreographiert, wobei die Anzahl der Tänzer oder Sänger nicht festgelegt ist.

Wenn alle Jugendzentren fertig sind, werden die Specialacts von berühmten jüdischen Sängern preformt. 2016 zum Beispiel sangen dort Nadav Guedj, der 2015 Israel beim Eurovision Song Contest vertrat, und Noah Levi, der Gewinner der SAT1 -Casting Show "The Voice Kids" . Während dessen hat die Fachjury Zeit die Darstellung zu bewehrten.

In die Bewertung der Darbietungen fließen sowohl der Inhalt des Liedtextes (in Verbindung mit dem Motto) als auch die Performance auf der Bühne ein. Für die Vorstellungsvideos gibt es einen extra Videopreis, sie gehen nicht mit in die Gesamtbewertung ein.[7] „Auch bei der Bewertung der Arbeiten richtet man sich nach dem Eurovision-Prinzip: Alle Teilnehmer vergeben Punkte, nur für die eigene Gemeinde nicht.“[8] Bewertet wird dabei entweder durch eine extra geladene Jury oder durch die Jugendzentrumsleiter/innen der teilnehmenden Jugendzentren. Bspw. saß 2008 Ralph Siegel mit in der Bewertungs-Jury und bezeichnete die Jewrovision als "[...] eine liebenswerte Miniaturausgabe des Grand Prix."[9]

Medien

Die Jewrovision wird hauptsächlich durch die Wochenzeitung Jüdische Allgemeine medial begleitet. Andere Medien erwähnen diese in kurzen Beiträgen. Das Jugendzentrum, welches den Grand Prix gewinnt, wird üblicherweise zusätzlich durch lokale Medien der jeweiligen Stadt gewürdigt. So hat die letzten Jahre der Kölner Stadtanzeiger größere Artikel veröffentlicht:[10][11]. Die Veranstaltung wird mit einem Live-Stream im Internet übertragen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. So hat beispielsweise die Zeitung Jüdische Allgemeine, eine bundesweite wöchentliche Zeitung mit einer Auflage von 12.538 (Quelle Webseite Jüdische Allgemeine, Zitat: "Die Jüdische Allgemeine erscheint jeden Donnerstag in einer IVW-geprüften Druckauflage von 12.538 Exemplaren (I. Quartal 2009).) (Jüdische Allgemeine / Verlag) (Zugriff April 2011), mehrmals über das Event berichtet. Auch im Fernsehen wurden Berichte ausgestrahlt, so ein bundesweiter Beitrag in der Sendung "Stationen" vom 27. März 2013 im BR. (http://www.ardmediathek.de/br-fernsehen/stationen/jewrovision-2013-in-muenchen?documentId=15625574 (Zugriff Dezember 2013)) Nachfolgend eine beispielhafte, unvollständige Übersicht allein der Presseartikel zur Jewrovision 2011:
    • Jüdische Allgemeine: “Probetanz fürs Festival – Wie sich Jugendliche auf die Jewrovision vorbereiten” (von Zlatan Alihodzic, 20. Januar 2011, Duisburg)
    • Der Tagesspiegel: “Berlin sucht die jüdischen Superstars” (von Kathrin Aldenhoff, 25. Februar 2011)
    • Wochenspiegel: “Der Traum von der Titelverteidigung beim “Jewrovision” ” (dapd, 22. Februar 2011)
    • Bild.de News-Ticker: “Jüdische Jugendliche feiern in Berlin” (20. Februar 2011, 08:34 Uhr)
    • Berliner Morgenpost: “Jewrovision 2011 vernetzt den Musiknachwuchs” (17. Februar 2011, Berlin)
    • Jüdische Zeitung: “Es ist das Highlight des Jahres” (von Dirk Hohwieler, Februar 2011)
    • Neues Deutschland: “Festival »Jewrovision«” (dpa, 21. Februar 2011)
    • DRadio Wissen: “Jewrovision – Jüdische Jugendliche ölen die Stimmen für ihren Song-Contest.” (Kultur, 24. Februar 2011 )
    • Berliner Zeitung: “Songcontest auf Jüdisch” (von Sebastian Dörfler, 26. Februar 2011)
  2. Info auf der Jewrovision-Website (Memento vom 5. März 2011 im Internet Archive). (Zugriff März 2011)
  3. Tabelle vom Webportal jewrovision.de (Memento vom 5. März 2011 im Internet Archive) (Zugriff April 2011)
  4. Quelle Jüdische Allgemeine: “On Stage. In vier Wochen stellen sich zwölf Jugendzentren dem Gesangswettstreit” (von Zlatan Alihodzic, 9. Februar 2012) (Zugriff Februar 2012)
  5. Anmeldung: Jewrovision 2013 in München. ikg-m.de. 30. Januar 2012. Abgerufen am 16. Mai 2013.
  6. Quelle Jüdische Allgemeine: “Probetanz fürs Festival – Wie sich Jugendliche auf die Jewrovision vorbereiten” (von Zlatan Alihodzic, 20. Januar 2011, Duisburg) (Zugriff April 2011)
  7. Quelle Regelwerk des Jewrovision (Zugriff Februar 2017)
  8. Zitat aus Jüdische Allgemeine: “Probetanz fürs Festival – Wie sich Jugendliche auf die Jewrovision vorbereiten” (von Zlatan Alihodzic, 20. Januar 2011, Duisburg) (Zugriff April 2011)
  9. Zitat aus Süddeutsche Zeitung: "Trällern beim „Jewrovision“ Song Contest" (von Philipp Crone, 11. Februar 2008) (Zugriff April 2011)
  10. 2014 Kölner gewinnen wieder „Jewrovision“
  11. 2013 Kölner gewinnen „Jewrovision 2013“


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jewrovision aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.