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Jerachmiel Jehuda Meir Kalisch

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Reb Meir Kalisch

Reb Jerachmiel Jehuda Meir Kalisch (geb. 1901 in P'schis'cha, Polen; gest. 1976 / 26. Ijar 5736 in Israel, begraben in Jerusalem) war Admor und vierter Rebbe von Amschinov. Er war bekannt für seine grosse Toragelehrsamkeit ebenso wie für seine Warmherzigkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber jedermann.

Leben

Rabbi Meir kam im Jahr 5661 / 1901 in der Stadt P'schis'cha in Polen zur Welt und lernte Tora bei seinem Vater, Raw Schimon Schalom Kalisch, der auch Admor von Kalisch war. Er wurde auch von seinem Grossvater, dem Admor Reb Menachem Kalisch, erzogen, der ihm Liebe zu allen Jehudim und G'ttesfurcht einpflanzte. Während seines ganzen Lebens war er darauf bedacht, seine Grösse in Tora und Chassidut zu verbergen.

Reb Meir neigte sehr zur Brisker Lernart und es wird erzählt, dass er nach Jeruschalajim ging, um Reb Welwel Soloviejczyk zu besuchen und mit ihm Tora- und Klall-Angelegenheiten zu besprechen. Er kannte sich in allen Brisker Torot gut aus.

Von Natur war er so beschaffen, dass er kaum Schlaf nötig hatte. Den grössten Teil seines Lebens schlief er täglich eine Viertelstunde am Tag und anderthalb Stunden in der Nacht. Er hatte es sich auch zur Gewohnheit gemacht, ausser zwei Mahlzeiten, eine am Tag und eine in der Nacht, nichts zu essen.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, befahl sein Vater ihm, am Rosch Haschana des Jahres 1940 zu flüchten, nachdem die Deutschen an diesem Tag die Stadt erreicht hatten. Zur Flucht benutzten sie einen Wagen, und unterwegs trafen sie einen anderen Wagen, in dem sich der Tschibiner Raw, Raw Dov Berisch Weidenfeld, befand. Sein Vater, Reb Schimon Schalom, unterhielt sich mit dem Tschibiner Raw und entnahm dem Gespräch, dass der Raw schon die Mitzwa des Schofar-Blasens erfüllt hatte. So unterbrachen sie ihre Reise, um ebenfalls diese Mitzwa auszuführen. In Wilna angekommen, setzte sich sein Vater sofort für die vielen Flüchtlinge ein, die dort hinströmten. Er war auch um das Wohlergehen der Jeschiwat Chachmei Lublin sehr besorgt und half, wo er konnte. Reb Meir war zu jenem Zeitpunkt in all diese Klall-Arbeiten involviert und war die rechte Hand seines Vaters. Reb Schimon Schalom war sich im Klaren, dass der einzige Weg, dem Feind zu entkommen, war, holländische Visa zu erhalten und damit zu flüchten. Er konnte die Rabbanim der Jeschiwot überzeugen, nach Japan zu flüchten. Als Gönner aus Amerika eine grosse Geldsumme nach Wilna schickten, drängte er, das Geld zu benutzen, um Visa zu kaufen und nicht Lebensmittel. Er bestieg zusammen mit der ganzen Familie den letzten Zug, der durch Sibirien nach Japan fuhr. Schlussendlich gelangte er nach Schanghai.

Reb Meir schrieb in Wilna über die Jahre des Krieges: "Was wir alles durchmachen mussten, bis wir hierher kommen konnten, kann nicht in Worten beschrieben werden. Ich kann nur sagen, dass wir Vieles und Bitteres durchstehen mussten und gelobt ist G'tt, Der uns am Leben erhalten hat und uns die Kraft verliehen hat, das alles zu ertragen und uns bis hierher brachte". Auch während der Jahre, als sie sich in Schanghai niederliessen, unterstützte Reb Meir seinen Vater und half bei allem, was mit der Rettung der Jehudim zusammenhing. Dort verheiratete er auch seine Tochter und wählte Reb Chajim Milikowski (1916-1994) zu seinem Schwiegersohn.

Reb Schimon Schalom verliess China als Letzer und konnte ein Visum erhalten, um in die USA auszuwandern. In Amerika liess er sich in Manhattan nieder und eröffnete dort sein Bet Hamidrasch. Im Jahr 5714 (1954) plante Reb Schimon Schalom, nach Israel auszuwandern und sich dort niederzulassen; er starb aber plötzlich. Reb Meir, der das Amt seines Vaters weiterführte, erfüllte auch den Willen seines Vaters und wanderte nach Israel aus. Er nahm dabei die sterblichen Überreste seines Vaters mit und begrub ihn in Tewerja. Zuerst eröffnete er sein Bet Hamidrasch in der Stadt Tel Aviv, brachte aber das Chassidut nach Jeruschalajim, sobald er beschloss, eine Jeschiwa zu eröffnen. Reb Meir baute seine Mosdot und seine Jeschiwa in der Bait-Wegan-Gegend auf und führte das Chassidut bis ans Ende seines Lebens weiter. Er konnte vielen betrübten Menschen wieder ihre Lebensfreude zurückbringen.

Hinweis

Der Artikeltext beruht in weiten Teilen auf einem Nachruf in der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 19. April 2013, Seite 16-17.


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