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1832

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Ereignisse

  • 19.3.1832-15.9.1913: Hermann Vámbéry (Ármin Vámbéry, Arminius Vámbéry, geboren als Hermann Bamberger bzw. Vamberger in Szerdahely/Szentgyörgy [Dunaszerdahely], Ungarn; gest. in Budapest, 1861-1864 Forschungsreisender in Armenien und Persien in "verbotenen Gebieten" (als sunnitischer Derwisch verkleidet); Orientalistikprofessor an der Budapester Universität (1865-1905, entschiedener Gegner der Finnougristik; zu Vámbérys Schülern gehörte u. a. Ignaz Goldziher); Sohn orthodoxer jüdischer Eltern, von Geburt an gelähmt, studierte orientalische und europäische Sprachen; nachdem er sich zunächst auf europäische Sprachen konzentriert hatte, erlernte er auch Arabisch, Türkisch und Persisch, die er bald fliessend beherrschte; 1857 ging er nach Konstantinopel, wurde Sekretär von Fuad Pascha und konvertierte zum Islam; von 1861 bis 1864 bereiste er als Derwisch verkleidet unter dem Namen Reschid Effendi Zentralasien; zunächst nach Budapest zurückgekehrt, ging er nach London, wo er wegen seiner Kenntnisse über Zentralasien zu einer in wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und diplomatischen Kreisen begehrten Person wurde; wieder zurück in Budapest, konvertierte er zum Protestantismus und wurde zum Professor für orientalische Sprachen ernannt (1905 emeritiert); er war persönlicher Freund von Sultan Abd ul-Hamid II. (den er zuweilen in Briefen an Herzl gut jiddisch-verächtlich „mamser-ben-nennide“ = Hurensohn, Bastard, Sohn einer Unreinen, nennt) und König Edward VII. und diente beiden Regierungen auch als Agent; Werkauswahl: Deutsch-Türkisches Taschenwörterbuch, 1858; "Abuschka" (ein tschagataisches Wörterbuch), 1861; „Mohammed in Asien. Verbotene Reise nach Buchara und Samarkand“ 1863-1864; „Reise in Mittelasien. von Teheran durch d. Turkman. Wüste an d. Ostküste d. Kasp. Meeres nach Chiwa, Bochara u. Samarkand, ausgeführt im Jahr 1863“, 1865; „Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien“, 1867; "Skizzen aus Mittelasien", 1868; "Geschichte Bocharas", 1872; „Der Islam im 19. Jahrhundert. Eine culturgeschichtliche Studie“, 1875; „Sittenbilder aus dem Morgenlande“, 1876; "Die primitive Kultur des türkotatarischen Volkes" , 1879; "Der Ursprung der Magyaren", 1882; "Story of Hungary", 1887; „Alt-Osmanische Sprachstudien. Mit einem azerbaizanischen Texte als Appendix“, 1901; - Selbstbiographie: Arminius Vámbéry , His Life and Adventures, London 1883; The Story of my Struggles. Memoirs, 2 Bände, London 1904; - Vámbéry war auch der Impulsgeber für den berühmten Dracula-Roman von Bram Stoker, der 1897 erschien; 1890 traf Stoker mit Vámbéry zusammen, der ihm von der Legende des rumänischen Prinzen Vlad III. Drăculea (Drakula) erzählte; aus diesem Charakter entwickelte Stoker die Figur des Vampirs Dracula; im Juni 1900 war Vámbéry beim Sultan; Herzl setzte alles in Bewegung, dass der ihm eine Audienz beim Sultan verschaffe, woraus nichts wurde; die Meldungen verschiedener beteiligter Personen, warum nicht, widersprachen sich; schliesslich besuchte Herzl ihn in Tirol (vgl. 16.6.1900); später dann betonte er Herzl gegenüber seine finanzielle Unabhängigkeit und dass er sich nicht des Geldes, sondern der gerechten Sache wegen für den Zionismus einsetzen werde, um dann später 5 000 britische Pfund für die Ermöglichung einer Audienz bzw. die Vermittlung eines jüdischen Kredits an die Türkei sowie eine schriftliche Garantieerkklärung über die entsprechende Provisionszahlung zu verlangen; Herzl hatte sich an Vámbéry gewandt auf Anraten von Tobias Marcus aus Meran; Marcus hatte Vámbéry in einem Brief an Herzl (13.9.1898) wie folgt charakterisiert: "Wie ich bereits angedeutet, ist V. eine extrem complicirte Individualität. Vor allem ein genialer Mensch, aber – ohne Feinheit, ohne Erziehung und ohne Gemüth. Voll von sich und seiner Wichtigkeit sieht er auf jeden herab, der in der Oeffentlichkeit etwas bedeutet. Verächter aller Confessionen u. des Patriotismus, angeblich grösster Freidenker u. Cosmopolit, verherrlicht er den Islam und verehrt er England. Alles in Allem, ein sich stark verehrender u. in Widersprüchen bewegender Mensch dessen Aussprüche nicht durchwegs ernst zu nehmen sind, dem man aber mit der grössten Vorsicht näher treten muss, denn seine Gegnerschaft ist gefährlich" – Vámbérys Sohn war Rustem Vámbéry (1872 Budapest – 24.10.1948 New York), ungarischer Strafrechtler und Politiker; getauft; 1902 wurde dieser Mitglied der juristischen Fakultät der Universität Budapest, 1919 ordentlicher Professor (Kriminalistik) und Dekan; Mitglied des ungarischen Nationalrates von 1918; demokratischer Reformer und Gegner des ungarischen Feudalismus; Reformer des Gefangenenwesens; floh zur Hitler-Zeit nach den USA, wo er an der New School for Social Research in New York lehrte (Hauptwerke: "Criminal Law and Ethics"; "Textbook of Criminal Law)

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