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Zentralasien

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Die Topographie Zentralasiens

Zentralasien oder Mittelasien ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die Großregion im Zentrum des Kontinentes Asien. Dazu werden heute alle Staaten bzw. Regionen gerechnet, die keinen Zugang zum Ozean haben, bzw. die Regionen im Inneren Asiens, deren Flüsse nicht in einen Ozean entwässern. Laut UNESCO sind das heute die jungen Staaten Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und die Mongolei. Über die unter Zentralasien subsumierten Regionen wird jedoch unter Raum- und Sozialwissenschaftlern bis heute eine intensive Debatte geführt, welche dazu führte, dass der Iran, ganz Afghanistan sowie die NWFP-Region und die Panjab-Region in Pakistan und Indien mittlerweile zu den Staaten Südasiens gezählt werden.[1][2] Diese Einschätzung entspricht der Darstellung der UN, welche weder die Mongolei noch die Staaten westlich des Kaspischen Meeres zu Zentralasien rechnet.[3]

Früher bezeichnete man Zentralasien aufgrund der türkischen Bevölkerung als Land der Tataren, aufgrund der politischen Dominanz tadschikischer Bevölkerungsteile als Buchara oder im Zuge der russischen Kolonisation als Turkestan, wobei man zwischen West- und Ostturkestan, sowie Nord- und Südturkestan unterschied. Teilweise werden auch das südlicher gelegene Südturkestan, Afghanistan sowie im Osten die Mongolei und die Wüste Gobi (Innere Mongolei) zu Zentralasien gezählt. Geographisch würde auch der an Kasachstan grenzende Süden Russlands dazugehören.

Die Geschichte Zentralasiens war im Altertum und Mittelalter geprägt von dem Aufkommen tribaler Gruppen, die teils sehr erfolgreich Großreiche bilden konnten bzw. in den Bereich der chinesischen, indischen, iranischen und europäischen Hochkulturen einfielen. Als Beispiele seien nur die Skythen, Xiongnu, Hunnen, Saken, Wusun, Mongolen und Timuriden genannt.

Mittelasien, Zentralasien, Innerasien

Datei:Zentralasien politisch 2010.jpg
Zentralasien (politisch) - Stand: April 2010

Russische beziehungsweise sowjetische Geographen unterscheiden zwischen „Mittelasien“ (Srednjaja Asija), das die ehemaligen Sowjetrepubliken Usbekistan, Kirgisistan, Turkmenistan und Tadschikistan umfasst, und „Kasachstan“, das eine Sonderstellung einnahm, sowie dem kaum genutzten Begriff „Zentralasien“ (Zentralnaja Asija). Letzteres umfasst nach dieser Definition die Mongolei und die zentralasiatischen Teile Chinas. In Anlehnung an diesen russischen Sprachgebrauch wurde auch in der DDR zwischen Mittelasien und Zentralasien unterschieden. In der Bundesrepublik war als Sammelbegriff für das Gebiet der damaligen Kasachischen, Kirgisischen, Tadschikischen, Turkmenischen und Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik der Ausdruck „Sowjetisch-Mittelasien“ gebräuchlich.

Im außerdeutschen westeuropäischen Sprachgebrauch wurden die Begriffe Zentralasien und Mittelasien oft synonym verwendet, Innerasien hingegen von diesen unterschieden. Zu Innerasien im engeren Sinne werden nur Sinkiang (Ostturkestan), die (äußere) Mongolei, Tibet sowie die Republik Tuwa im sibirischen Russland) gezählt.

Neuerdings – mehr politisch als geographisch inspiriert – wird der Begriff „Zentralasien“ oft auch auf die heute selbstständigen asiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken eingeschränkt. Allerdings gibt es hier keine allgemein verbindliche Konvention.

Geographie und Vegetation

Die Vegetation des Gebiets ist von Wüsten, Halbwüsten und Steppen geprägt; das Klima ist ausgesprochen kontinental und trocken.

Bevölkerung

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Zentralasien am Ende des 19. Jahrhunderts

Der westliche und zentrale Teil (einschließlich Sinkiangs) ist hauptsächlich von Turkvölkern bewohnt und kulturell vom Islam beeinflusst. Im Südosten leben die Tadschiken, ein iranisches Volk, zum großen Teil auch islamisch. Der dünner besiedelte östliche Teil ist von Tibetern und Mongolen bewohnt und vom Lamaistischen Buddhismus geprägt.

Historisch betrachtet lebten in der Region, Völker, die die Steppe bewirtschaften konnten und eine eher nomadische Lebensweise pflegten, sowie Städter, die durch Handel und Handwerk den Oasen ihr Gepräge gaben. In den Städten beherrschte als lingua franca das Persische das Marktgeschehen und das Handwerk, während in den Steppenregionen türkische und mongolische Idiome gesprochen wurden.

Durch die langewährende Zugehörigkeit Zentralasiens zum Russischen Reich und später zur Sowjetunion hat die Russische Sprache heute das Persische als lingua franca in der Region abgelöst. Über ganz Zentralasien verteilt, wohnen heute auch mehrere Millionen Russen und Angehörige anderer Völker der ehemaligen Sowjetunion.

CAC-Länder

Die Central Asia and Caucasus (kurz: CAC) Länder sind acht Staaten, von denen fünf zu Zentralasien und drei zum Kaukasus gehören. Zu Zentralasien zählen Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan, zum Kaukasus Armenien, Aserbaidschan und Georgien.

Siehe auch

Literatur

Bücher

  • Mahabat Sadyrbek: Die Zentralasienstrategie der EU. Neues „Great Game“ oder neue Chance für die Region?. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2009, ISBN 978-3-8300-4334-8.
  • Boris Shiryayev: Großmächte auf dem Weg zur neuen Konfrontation?. Das „Great Game“ am Kaspischen Meer: eine Untersuchung der neuen Konfliktlage am Beispiel Kasachstan. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3749-1.
  • Daniel Schwartz: Schnee in Samarkand. Ein Reisebericht aus dreitausend Jahren. Frankfurt am Main 2008, ISBN 3-8218-5831-1
  • Manfred Sapper, Volker Weichsel (Hrsg.): Machtmosaik Zentralasien. Traditionen, Restriktionen, Aspirationen. Berlin 2007. (=OSTEUROPA, 8-9/2007"")
  • Hermann Parzinger: Die frühen Völker Eurasiens. Vom Neolithikum bis zum Mittelalter. München 2006.
  • Bert Fragner / Andreas Kappeler (Hg.): Zentralasien. 13. bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft. Wien 2006.
  • Peter Böhm: Tamerlans Erben. Zentralasiatische Annäherungen. Picus Verlag, 2005, ISBN 3-85452-910-4.
  • Marie-Carin Gumppenberg, Udo Steinbach (Hrsg.): Zentralasien: Geschichte - Politik - Wirtschaft. Ein Lexikon. C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-51113-9.
  • Klaus Pander: DuMont-Kunst-Reiseführer Zentralasien. 6. Aufl. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2005, ISBN 3-7701-3680-2
  • Rene Grousset: The Empire of the Steppes. A History of Central Asia. Rutgers Univ. Print (Orig.: 1939; Reprint 1988), ISBN 978-0-8135-1304-1.
  • History of Civilizations of Central Asia. Hrsg. im Auftrag der UNESCO. 6 Bde., Paris 1992ff. (Wohl die beste und detaillierteste Gesamtdarstellung)

Zeitschriften

  • Central Asian Survey
  • Zentral-Asien-Analysen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.unesco.org/en/efareport/regions/central-asia/ Stand 2010.
  2. http://www.unesco.org/en/efareport/regions/south-and-west-asia/ Stand 2010.
  3. http://www.un.org/Depts/Cartographic/map/profile/centrasia.pdf, Stand 2010

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