Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Josef Foschepoth

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Josef Foschepoth (* 19. November 1947 in Werl[1]) ist ein deutscher Historiker.

Leben

Foschepoth studierte Geschichte, Theologie und Sozialwissenschaften und promovierte 1975 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit einer Arbeit zu Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR. Von 1977 bis 1980 arbeitete er als Studienrat am Evangelisch Stiftischen Gymnasium Gütersloh; von 1980 bis 1986 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut London Leiter des dortigen Forschungsbereiches Nachkriegsgeschichte.

Von 1986 bis 2005 arbeitete er nacheinander als Geschäftsführer der privaten AKAD Privathochschulen GmbH, Gründungsvorstand des Verbandes Privater Hochschulen in Deutschland und Rektor an der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr.

Seit 2005 ist Foschepoth als außerplanmäßiger Professor für Zeitgeschichte am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichtsschreibung der DDR, Kalter Krieg und alliierte Deutschlandpolitik, Adenauer und die deutsche Frage, die Post- und Telefonüberwachung in der Bundesrepublik sowie die KPD im deutsch-deutschen Systemkonflikt. Zur Rolle der KPD im deutsch-deutschen Systemkonflikt hat Foschepoth ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt durchgeführt. 2008 legte er einen Zwischenbericht in der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft vor.

Foschepoths 2012 in einer „Monographie mit Dokumenten-Teil“ vorgelegte Recherchen über die Verletzungen des Post- und Fernmeldegeheimnisses in der frühen Bonner Republik verdienen dem Rezensenten Rainer Blasius zufolge „größte Aufmerksamkeit“.[2] Franziska Augstein hebt in der Süddeutschen Zeitung vom 13. November 2012 hervor, Foschepoths Forschungen zeigten darüber hinaus, dass „auch die Bundesbürger bis 1989 von ihrem Staat systematisch bespitzelt wurden“ und zudem bis heute trotz 2+4-Vertrag im vereinigten Deutschland „die National Security Agency der USA frei schalten und walten“ könne.[3]

Im Interview mit der Zeit erläuterte er die Konsequenzen des G-10-Gesetzes:

„Seit der Grundgesetzänderung von 1968 gilt, dass bei einer Überwachung der Betroffene nicht informiert werden muss und der Rechtsweg ausgeschlossen ist. Es gibt also keine Kontrollen. Die Exekutive sagt, sie wisse von nichts oder sie dürfe nichts sagen. Die Gerichte sind ausgeschaltet. Und im Parlament kontrolliert die G-10-Maßnahmen eine vierköpfige Kommission, die auf Informationen der Dienste angewiesen sind, genauso wie das geheim tagende Parlamentarische Kontrollgremium. Überwachungsmaßnahmen der USA und der Alliierten hat die G-10-Kommission immer zugestimmt. Faktisch gibt es im Rechtsstaat Bundesrepublik keine wirksame Kontrolle der geheimen Dienste.“[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vademekum der Geschichtswissenschaften. 3. Ausgabe (1998/1999). S. 348.
  2. Rainer Blasius: Mehr Staat wagen, nicht viel fragen? Josef Foschepoth deckt die Post- und Telefonüberwachung der Bonner Republik auf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Oktober 2012, S. 8.
  3. Franziska Augstein: Die nie ganz souveräne Republik. Der Historiker Josef Foschepoth zeigt, wie Kanzler Adenauer half, Deutschland zu einem Überwachungsstaat zu machen (PDF; 1,0 MB). In: Süddeutsche Zeitung, 13. November 2012, S. 15.
  4. Ludwig Greven: "Die USA dürfen Merkel überwachen". Die NSA hat deutsche Politiker schon immer ganz legal observiert, sagt der Historiker Foschepoth. Im Interview fordert er, Gesetze und geheime Verträge zu ändern. In: Zeit Online. 25. Oktober 2013


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Josef Foschepoth aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.