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Jisroel Ehrentreu

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Jisroel Ehrentreu

Raw Jisroel HaKohen Ehrentreu (geb. 1930 in München; gest. im Mai 2015 in Israel), geboren als Sohn von Raw Jona, der in München als Rabbiner amtierte. Diese Funktion war schon von früheren Generationen erfüllt worden. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs plagten die Nazis besonders den Stadtrabbiner und seine Familie. Nachdem er zweimal von den Nazis festgenommen worden war, beschloss er, seine Familie nach England zu schicken. Raw Jona selber folgte später, doch wurde er von den Engländern als Angehöriger einer feindlichen Macht interniert und schliesslich mit vielen anderen Juden nach Australien verschifft. Er reiste auf dem Schiff "Dunara", das wie bekannt auf wundersame Weise von einem bevorstehenden Angriff eines deutschen Unterseeboots gerettet wurde. Während des ganzen Kriegs mussten seine Kinder sich in England alleine über Wasser halten.

Seit seiner frühen Jugend war Raw Jisrael Ehrentreu für seine grosse Hasmada bekannt. Bis in seine letzten Tage kontrollierte er immer wieder, ob er nicht irgendwann Zeit verschwendet hatte.

Er heiratete Rebbezen Jehudis, geborene Bamberger, und lernte weiterhin intensiv im Kolel in Gateshead, wo er auch den Heter Hora'a erhielt. Nach einer gewissen Zeit wurde er von führenden Rabbanim Europas aufgefordert, in Luzern ein Bes Jakow (orthodoxe Mädchenschule) aufzubauen. Das Seminar, das er leitete und für das er sich 33 Jahre lang unermüdlich Tag und Nacht engagierte, war von Anfang an ein Erfolg. Nicht nur Schweizer Mädchen fanden den Weg dorthin, auch aus dem Ausland gab es rege Nachfrage. Es gelang Raw Jisroel, die Atmosphäre im Seminar auf eine hohe Stufe zu bringen, er setzte sein ganzes Wesen und all seine Kraft für den Erfolg jeder einzelnen Schülerin ein.

Als er älter wurde, erfüllte er sich seinen jahrzehntealten Traum und zog nach Erez Jisroel. Und hier begann eigentlich sein wahres Leben. Er fand seinen Makom Kawua im Bes Medrasch "Halach leMosche" und an diesem Platz dawente und lernte er. Wer ihm zuhörte, wurde von seinem angenehmen Lern-Gesang mitgerissen, und er lernte von frühmorgens bis spät am Abend. Selbst während des Mittagessens im Kolel lernte er. Wenn er abends nach Hause ging, türmten sich auf seinem Tisch und dem Ständer die Seforim. Dieser Ständer wurde dann bei der Lewaja für die Hespedim benutzt.

Auch sein Dikduk in der Halocho war aussergewöhnlich, wobei er das stets mit seiner Unwissenheit begründete. Da er nicht genügend wisse, müsse er machmir sein, um ganz gewiss keine Awera zu begehen.

Seine edlen Gesichtszüge und seine aussergewöhnlich angenehme Art zu sprechen und auf Menschen zuzugehen, machten ihn bei allen, die ihn kannten - auch bei den Fahrern der Autobusse - zu einer geliebten und verehrten Person.


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