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Jair Chajim Bacharach

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Titelseite des Chawwot Jair, gedruckt in Lemberg 1894

Jair Chajim Bacharach (geb. 1639, nach anderen Angaben 1638, im mährischen Leipnik / Lipník nad Bečvou; gest. 1. Januar 1702 in Worms - Jahrzeit: 1. Tewet) war ein antikabbalistischer, gegen Religionsphilosophie gerichteter, strikt orthodoxer deutscher jüdischer Gelehrter und rabbinische Autorität, Verfasser u.a. von Responsen unter dem Titel Chawwot Jair, was gleichzeitig zu seinem Namen wurde.

Seine Großmutter war Eva Bacharach.

Leben

Seine Großmutter Chava war eine Enkelin des Maharal von Prag (Rav Juda Löw, 1520-1609) und eine außergewöhnlich gelehrsame Frau, in deren Andenken Rav Jair Chaim Bacharach seine Sammlung von Responsen Chavot Jair benannte.

1666 wurde er Rabbiner in Koblenz, aber nach dem Ableben seines Vaters, der Rabbiner in Worms gewesen war, 1670 zunächst nicht zu dessen Nachfolger gewählt. Er schrieb einen umfangreichen Kommentar zum Orach Chaim-Teil des Schulchan Aruch, mit dem Titel Mekor Chaim. Zeitgleich wurden allerdings die Kommentare von Rav David HaLevi Segal (Tas, 1586-1667) und von Rav Avraham Gombiner (Magen Avraham, 1635-1682) zum Schulchan Aruch veröffentlicht und Rav Bacharach zog sein Werk zurück.

Rav Bacharach war der Autor eines Kompendiums von 46 Bänden zum Judentum, worin auch Schriften seines Vaters und Großvaters enthalten waren. Leider sind die Manuskripte verlorengegangen und nur der Katalog der Schriften ist erhalten. Zusätzlich zu seiner außerordentlichen Tora-Gelehrsamkeit besaß er tiefe Kenntnisse der Naturwissenschaften und in der Musik, aber auch ein großes Interesse an Geschichte.

Infolge des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde Worms 1689 zerstört und Rav Bacharach zog nach Metz, Frankfurt und Heidelberg, was ihn frühzeitig altern ließ und seiner Gesundheit sehr abträglich war.

1699 wurde die jüdische Gemeinde in Worms wiederbegründet und nun wurde Rav Bacharach zu ihrem Rabbiner gewählt. Er starb allerdings im Jahr 1702 nach nur kurzer Amtszeit.

Literatur

  • David Kaufmann: R. Jair Chajim Bacharach und seine Ahnen, Trier 1894.

Weblinks

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