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Hard Rock

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Led Zeppelin (1968–1980)

Der Hard Rock oder Hardrock ist eine härter gespielte Stilrichtung der Rockmusik. Umgangssprachlich wird Hard Rock oft als Überbegriff für eine Reihe von Stilrichtungen der Rockmusik wie Punk, Grunge, Industrial Rock gebraucht, um diese von Spielarten wie etwa dem Pop-Rock abzugrenzen. Fachsprachlich ist der Begriff enger umrissen und bezeichnet einen Musikstil, dessen Wurzeln in verschiedenen Genres wie dem Psychedelic Rock der 1960er-Jahre, dem Bluesrock und dem Rock ’n’ Roll liegen. Beeinflusst wurde die Stilrichtung auch durch die Beatmusik der 1960er Jahre. Ab Ende der 1960er Jahre bis zum Beginn der 1990er Jahre gelangte das Genre zu besonderer Popularität.[1]

Geschichte

Deep Purple (1968–1976, ab 1984)
Nazareth (ab 1968)
Black Sabbath (ab 1969)
Aerosmith (ab 1970)

In der Mitte der 1960er Jahre begannen englische und amerikanische Blues- und Rockbands den herkömmlichen Rock’n’Roll zu verändern, indem sie ihre Musik mit basslastigen Sounds, peitschenden Gitarrenriffs, dominierendem Schlagzeug und einem oft auffälligen Frontmann in engen Hosen modifizierten. Die Songs der britischen, vom Rythm and Blues beeinflussten, Bands wie You Really Got Me von den Kinks (1964), My Generation von den Who, I Can’t Get No Satisfaction von den Rolling Stones (1965) und Shapes of Things von den Yardbirds (1966) nahmen Elemente des Hard Rock vorweg. Auch die Beatles verarbeiteten 1968 in Helter Skelter, dem Yer Blues vom Weißen Album und einigen anderen Stücken gewisse Elemente des sich damals entwickelnden Musikstils.[2]

Bekannte Formationen wie Deep Purple, Led Zeppelin, Uriah Heep, Alice Cooper, Nazareth und Black Sabbath prägten ab 1968 den Hard Rock der Anfangszeit. Black Sabbath machten Medien und Fans durch das Kokettieren mit antichristlicher, zuweilen satanistischer Symbolik auf sich aufmerksam und verwendeten Pentagramme und umgedrehte Kreuze. Ihre Songs beeinflussten maßgeblich spätere Hard-Rock-Formen wie den Doom und den Stoner Rock. Deep Purple sowie Uriah Heep ließen durch ihre klassischen Einflüsse erste Ansätze in Richtung Progressive Rock erkennen, und gerade Uriah Heep gewichteten eine teilweise sehr romantische und melodische Seite des härteren Rocks. Led Zeppelin werden heute als eine der wichtigsten Gruppen des bluesbeeinflussten Hard Rocks angesehen. Auf den frühen Nazareth-Alben sind erste prägende Elemente für den sogenannten Sleaze (zu deutsch: „schäbig“ und „heruntergekommen“) der späteren 70er und 80er Jahre zu erkennen. Alice Cooper setzte in Sachen Aufwand neue Maßstäbe: Er verwendete Guillotinen, Galgen und viele andere Showelemente des Grand Gugniol in seinen Konzerten.

Vor allem Led Zeppelin und Deep Purple beeinflussten Bands der nächsten Generation in den 1970er und 1980er Jahren[3] zu deren bekanntesten Vertretern AC/DC, Krokus, die Scorpions, Rush und Kiss gehören.

Anfang der 1990er wurde der Hard Rock durch das Aufkommen des Grunge und des Alternative Rock beeinflusst, aber auch zeitweise vom Markt verdrängt. Sogar traditionelle, melodische Hard-Rock-Bands wie Winger oder Giant hatten Einbußen bei ihren Plattenverkäufen zu verzeichnen. Die Entwicklung des neuen Jahrtausends wurde von einer Retrowelle um Bands wie Wolfmother, Airbourne, Silvertide und The Answer geprägt, die mit ihrem an die Vertreter der Anfangszeit angelehnten Hard Rock viel Anerkennung erfahren haben.

Musikalische Stilmittel

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Queen (ab 1970)

Hard-Rock-Stücke bauen in der Regel auf einem 4/4-Takt mit Betonung der Backbeats auf und verwenden das althergebrachte Liedschema der Popmusik mit Strophe, Zwischenspiel und Refrain. Viele Stücke des Hard Rock enthalten ein Solo, zumeist ein Gitarrensolo, das üblicherweise anstelle einer weiteren Strophe gespielt wird. Einige Gruppen haben es sich jedoch zum Ziel gesetzt, diese Konvention zu brechen und setzen den Stil teilweise in komplexen Stücken mit zum Teil ausufernden Instrumentalpassagen um. Beispiele dafür sind Led Zeppelins Stairway to Heaven und Deep Purples Child in Time.

Die Solistik der Leadgitarrenarbeit basiert meist auf der Pentatonik (Fünftonleiter) beziehungsweise auf der Bluestonleiter (erweiterte Pentatonik) und umfasst ansonsten, besonders seit dem Erfolg und Einfluss des schwedischen Rockgitarristen Yngwie Malmsteen, sämtliche Möglichkeiten des Skalenspiels aus der klassischen Musik, wie zum Beispiel die Nutzung der Kirchentonleitern (Modi) sowie auch die Anwendung des Skalensystems der harmonischen Molltonleiter.

Verhältnis zum Heavy Metal

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AC/DC (ab 1973)
Guns N’ Roses (ab 1985)

In den 1970er-Jahren entstand aus dem härter und tiefer gespielten Hard Rock als neues Musikgenre der Heavy Metal – eine Begriffsbildung, die nachhaltig kontroverse Diskussionen über die Einordnung der existierenden Bands auslöste. So gibt es viele Bands vor allem aus den Anfangsphasen des Hard Rock und des Heavy Metal, wie Deep Purple, Led Zeppelin und Black Sabbath, die beiden Genres zugerechnet werden, während die später gegründeten Bands der zweiten Phase um AC/DC, Aerosmith und Kiss üblicherweise und nach eigenem Verständnis ausschließlich als Hard Rock bezeichnet werden. Zudem gibt es aber auch später viele Bands, die Stilmittel aus beiden Genres benutzen und daher auch nicht genau dem Hard Rock oder dem Metal zuzuordnen sind. In der dritten Welle des Hard Rocks ab Ende der 1970er fügten einige Bands Einflüsse aus dem Punkrock und dem Glamrock hinzu und begründeten damit den Sleaze Rock („schlampiger Rock“, was auf die Punkrockeinflüsse hindeutet) und den Poser Rock oder Glam Metal (vom teilweise aus dem Glamrock übernommenen Auftreten und den meist mit Haarspray hochtoupierten Frisuren) als Unterart des Hard Rock. Diese Stile hatten Mitte/Ende der 1980er-Jahre ihre größten Erfolge und beeinflussten nun wiederum auch ältere und traditionellere Hard-Rock-Bands wie Aerosmith, Van Halen und Deep Purple.

Als erste distinktive Heavy-Metal-Bands können schließlich Judas Priest und Motörhead sowie die Vertreter der New Wave of British Heavy Metal der ausgehenden 1970er Jahre um Iron Maiden und Saxon betrachtet werden, die sich mit ihrer Selbstbezeichnung als Wiederaufnahme der First Wave ausdrücklich von der damals populären Punkmusik abgrenzten. Ihr düsterer und Moll-lastiger Stil entwickelte einen eigenen Charakter und war dabei zunächst besonders von den Black-Sabbath-Frühwerken beeinflusst. In Bezug auf das umfangreiche Spektrum der Metal-Spielarten, das mit Beginn der 1980er Jahre aufkeimen sollte (zunächst Doom, Thrash und Power Metal, später Death, Black, Symphonic, Progressive Metal und weitere), nehmen sie damit eine Vorreiterrolle ein.

Musikalisch betrachtet ist der Hard Rock im Vergleich zum Heavy Metal in der Regel etwas stärker am Mainstream orientiert. Dementsprechend konnten viele seiner Vertreter Charterfolge verbuchen.

Typische Vertreter

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1. Phase (ca. 1968–1975)

2. Phase (ca. 1975–1982)

3. Phase (ca. 1983–1993)

4. Phase (ca. 2000–Gegenwart)

Siehe auch

 Portal:Rockmusik – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rockmusik

Weblinks

 Commons: Hard Rock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bettina Roccor (1998): Heavy metal. Kunst. Kommerz. Ketzerei, 1. Aufl., Berlin (IP-Verlag Jeske / Mader), ISBN 3-931624-07-2.
  2. The Beatles, Helter Skelter (November 1968) — Heavy Metal timeline, part 6, wordpress.com, 19. September 2014.
  3. Jürgen Seifert, "Pop & Rock: Die Geschichte der Pop- und Rockmusik", S. 185
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