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Hanna Maron

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Hanna Maron
Hanna Maron während einer Probe im Jahr 1957

Hanna Maron (hebr. ‏חנה מרון‎‎; geb. 22. November 1923 in Berlin; gest. 30. Mai 2014 in Tel Aviv; ursprünglich: Hanna Meierzak, später: Channa Maron-Rechter) war eine deutschstämmige, israelische Schauspielerin und Israel-Preisträgerin des Jahres 1973 mit besonderer Auszeichnung im Rahmen der darstellenden Kunst. Sie war ein langjähriges Mitglied im Theaterensemble Cameri in Tel Aviv.

Leben

Die Tochter eines Elektrikers wurde 1923 als Hanna Meierzak in Berlin geboren. Bereits im Alter von vier Jahren konnte man sie am Theater in Erich Kästners Pünktchen und Anton sehen. Unter dem Namen Hannele Meierzak spielte das Kind in einigen späten Stumm- und frühen Tonfilmen mit, unter anderen auch in M von Fritz Lang. In ihrem letzten deutschen Film hatte sie Hans Albers und einen Affen als Partner. Außerdem las sie Texte im Berliner Radio und trat weiterhin am Theater auf: 1931 spielte Hannele Meierzak die Pepita in Das schwache Geschlecht, eine Inszenierung Max Reinhardts. Im Jahr darauf hatte sie in Karlheinz Martins Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Fuhrmann Henschel Emil Jannings zum Partner.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde Hanna eingeladen, ein Lied für den Geburtstag einer prominenten NS-Persönlichkeit im Radio zu singen, was mutmaßlich auf einem Irrtum des Rundfunkdirektors beruhte. Ihre Mutter lehnte dieses Ansinnen ab, weil die Familie jüdisch war. Gleich im Anschluss daran entschied die Familie, nach Palästina auszuwandern.

Während des Zweiten Weltkrieges war sie Soldatin in der jüdischen Brigade der britischen Armee und Mitglied der Musik- und Schauspielgruppe Me'ein Seh (wie solches) mit ihrem ersten Ehemann Yossi Yadin. Die beiden waren später im ersten Ensemble des Cameri-Theaters. Dort übernahm sie Hauptrollen in Stücken wie Alle meine Söhne, Hedda Gabler, Was ihr wollt, Medea und Die Glasmenagerie. Dem breiten israelischen Publikum wurde sie vor allem durch ihr Mitwirken an der Fernsehserie Krovim, Krovim bekannt.

Bei einem Terroranschlag der palästinensischen Action Organization for the Liberation of Palestine (AOLP) am 10. Februar 1970 auf einen El-Al-Flug in der Transithalle des Münchner Flughafens wurde sie schwer verletzt und verlor einen Teil ihres linken Beines.[1] Dennoch war sie danach sehr aktiv als Schauspielerin und bei den Friedensorganisationen in Israel sowie ein Gast bei der Unterzeichnung des Oslo-Friedensprozesses in Washington. Im Jahr 2011 erhielt sie einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde als Schauspielerin mit der längsten Bühnenpräsenz. Sie erhielt auch mehrere Ehrendoktorwürden zuerkannt.

Hanna Maron spielte auch in einigen israelischen Filmen mit und war Anfang der 90er Jahre Mitbegründerin des Herzlia Theaters.

Sie war zweimal verheiratet und die Witwe des israelischen Architekten Yaakow Rechter. Ihre Tochter Dafna Rechter ist ebenfalls Schauspielerin.

Filmografie

Kinofilme, wenn nicht anders angegeben

  • 1929: Ehe in Not
  • 1929: Meineid
  • 1930: Gigolo
  • 1931: M
  • 1931: Nachtkolonne
  • 1932: Das schöne Abenteuer
  • 1933: Heut' kommt's drauf an
  • 1953: Even al kol meel
  • 1976: Doda Clara
  • 1980: Die Beute des Geiers (Ha‘Ayit)
  • 1982: Kvish L'Lo Motzah
  • 1983-86: Krovim Krovim (Fernsehserie)
  • 1990: Z‘man emet
  • 1998: Tag für Tag (Yom Yom)
  • 2005: Krovim krovim: The Reunion (Fernsehfilm)

Literatur

  • Kay Weniger: Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 341 f., ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

Weblinks

 Commons: Hanna Maron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Kraushaar: „Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?“ München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus. Rowohlt, Reinbek 2013, ISBN 978-3-49803411-5, Kurzbiografie S. 787


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Hanna Maron aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.