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Freunde Abrahams

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Die Freunde Abrahams sind eine Gesellschaft für religionsgeschichtliche Forschung und interreligiösen Dialog. Sie wurde 2001 am Institut für Biblische Exegese der Ludwig-Maximilians-Universität München gegründet und ist Mitglied im Münchner Bündnis für Toleranz, Demokratie und Rechtsstaat.

Selbstverständnis

Als wissenschaftliche Gesellschaft will der Verein „die Erkenntnisse akademischer Forschungsarbeit (…) einer breiten Öffentlichkeit vermitteln“.[1] Sie wurde von dem 2012 verstorbenen katholischen Theologen und Ägyptologen Manfred Görg und dem Ägyptologen und Orientalisten Stefan Jakob Wimmer gegründet.[2] Die Erkenntnisse religionsgeschichtlicher Forschung verknüpfen die Freunde Abrahams mit dem aktuellen interreligiösen Dialog. So soll die Beschäftigung mit dem Alten Orient, Palästina und Ägypten, bevor die sog. abrahamitischen Religionen entstanden sind, gemeinsame Wurzeln aufzeigen, von denen sich Brücken für den interreligiösen Dialog im 21. Jahrhundert aufzeigen ließen.[3]

Aufgaben

Die Freunde Abrahams publizieren wissenschaftliche und populäre Schriften [4], unterstützen Forschungsprojekte[5], organisieren Vorträge, Reisen und Begegnungen [6], und unterstützen politisches Engagement wie z.B. Anti-Pegida-Kundgebungen[7] oder Friedensinitiativen in Nahost[8]. Manfred Görg veröffentlichte ein „interreligiöses Glaubensbekenntnis“, das die Freunde Abrahams als „Auftrag und Handreichung für Juden, Christen, Muslime und alle, die sich an Gott festhalten, aufeinander zuzugehen“ verstehen.[9]

Struktur

Die Freunde Abrahams sind ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Dem siebenköpfigen Vorstand steht ein Kuratorium beratend zur Seite. Kuratoriumsmitglieder sind Karl-Josef Kuschel, Rabbinerin Eveline Goodman-Thau, Imam Benjamin Idriz, Rupert Neudeck, Christel Neudeck, Delia Dornier-Schlörb. 1. Vorsitzender war 2001-2012 Manfred Görg, seit 2013 ist es Stefan Jakob Wimmer.[10] Im März 2016 wurde Yvonne Baur-Saleh zur 2. Vorsitzenden gewählt.[11]

Kooperationspartner

Die Freunde Abrahams gehören zu den Organisatoren der Nymphenburger Gespräche und sind Mitglied im Münchner Bündnis für Toleranz, Demokratie und Rechtsstaat.[12] Kooperationspartner waren oder sind u.a. das Münchner Forum für Islam, das Interkulturelle Dialogzentrum München (IDIZEM), das erzbischöfliche Ordinariat München und Freising, die Evangelische Stadtakademie (München), die Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit München, auf internationaler Ebene Institutionen in Bosnien, der Türkei, Palästina und Israel.[13]

Auszeichnungen

Die Freunde Abrahams wurden 2007 mit dem Förderpreis „Münchner Lichtblicke 2006“ der Landeshauptstadt München, des Ausländerbeirats München und der Lichterkette e.V. ausgezeichnet.[14] 2006 erhielten sie den „IDIZEM-Dialogpreis“ des Interkulturellen Dialogzentrums München.[15] Seit 2015 vergeben die Freunde Abrahams den „Manfred-Görg-Preis für religionsgeschichtliche Forschung und interreligiösen Dialog“. Die ersten Preisträger waren Stephan Leimgruber und Barbara Peveling.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wimmer, Gafus (Hgg.), „Vom Leben umfangen“ (Gedenkschrift Görg), S. 653
  2. K.J. Kuschel, Juden Christen Muslime, Düsseldorf 2007, S. 620ff.; „Der Mann, der Brücken bauen will“ Münchner Merkur 16.06.2014, zul. abger. 5.4.2016
  3. Standpunkt: Wo stehen wir und wo wollen wir hin?, Abrahams Post 25, Herbst/Winter 2014/15, zul. abger. 5.4.2016; „Zivilgesellschaftliche Akteure im trilateralen Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen“, Herbert-Quandt-Stiftung, zul. abger. 5.4.2016; Welt und Umwelt der Bibel 30.2003, S. 47; Dialog der Religionen Sozialforum München, zul. abger. 5.4.2016; „‘Freunde Abrahams‘ - Organisation für den Dialog der abrahamischen Religionen“ Europäische Presseagentur 04.01.2015, W. Schober, zul. abger. 5.4.2016; Projekt religions- und konfessionsübergreifende Foren BaMF 2013, zul. abger. 5.4.2016; Der Brückenbauer Der Spiegel: Geschichte 6, 2014, S. 137, zul. abger. 5.4.2016
  4. G. Langenhorst, Trialogische Religionspädagogik, Freiburg i. Br. 2016, S.137f.
  5. „Den Philistern auf der Spur“ Einsichten. Berichte zur Forschung an der Ludwig-Maximilians-Universität 2006, S. 83-87, zul. abger. 5.4.2016; S.J. Wimmer, A Proto-Sinaitic Inscription in Timna Journal for Ancient Egyptian Interconnections 2, 2010, S. 1-12, zul. abger. 5.4.2016
  6. Gedenktafel für Schalom Ben_Chorin Jüdische Allgemeine 04.08.2011, zul. abger. 5.4.2016; „‘Freunde Abrahams‘ bestehen fünf Jahre“ Münchner Kirchenzeitung 28.01.2007, zul. abger. 5.4.2016
  7. S.J. Wimmer, Umgang mit Störfaktoren im Dialog. „Politically Fair“ – Freunde Abrahams von der Religionsgeschichte zur Praxis: Vernetzte Strategien gegen Islamfeindlichkeit als Fallbeispiel, in: M. Rötting, S. Sinn und A. Inan (Hgg.), Praxisbuch Interreligiöser Dialog. Begegnungen initiieren und begleiten, Sankt Ottilien 2016, S. 175-184
  8. S.J. Wimmer, „Wir weigern uns, Feinde zu sein!“, Zukunft 22, Mai 2008, 68-71
  9. K.-J. Kuschel, Festmahl am Himmelstisch, Ostfildern 2013, S. 1; Interreligiöses Credo
  10. „Wimmer Vorsitzender der ‚Freunde Abrahams‘“, Münchner Kirchenzeitung 31.03.2013
  11. Neue Gesichter bei den Freunden Abrahams, Münchner Kirchenzeitung 03.04.2016
  12. [1] muenchen.de, zul. abger. 5.4.2016
  13. Standpunkt: Wo stehen wir und wo wollen wir hin?, Abrahams Post 25, Herbst/Winter 2014/15, zul. abger. 5.4.2016
  14. Preisträger Lichterkette, zul. abger. 5.4.2016
  15. [2] zul. abger. 5.4.2016


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Freunde Abrahams aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.