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Brieftaube

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Brieftaube

Als Brieftauben werden Haustauben bezeichnet, die heute hauptsächlich für Flugwettbewerbe gehalten und gezüchtet werden. Die Brieftaubenzüchter verstehen ihr Hobby im Allgemeinen als Sport, ähnlich dem Pferde- und Hundesport. Früher wurden Brieftauben verwendet, um Nachrichten zu übermitteln; die Taubenpost war der Anfang der Flugpost.

Geschichte

Siehe Taubenpost

Nachrichtenübermittlung und Heimfindevermögen

Brieftauben im Anflug auf den Heimatschlag
Taubenpost
Brieftaubenfotografie, vermutlich während des Ersten Weltkriegs
Brieftauben-Rucksack der Schweizer Armee

Zum Transport einer Botschaft muss eine Brieftaube von ihrem Heimatschlag an den Abflugort gebracht werden, wo sie bis zu ihrem Einsatz festgesetzt wird. Die Nachricht wird auf einem zusammengerollten Zettel in einem Behältnis am Fuß oder Rücken der Taube befestigt. Nach dem Auflass fliegt sie auf direktem Weg zu ihrem Heimatschlag zurück, wo die von ihr mitgebrachte Botschaft in Empfang genommen werden kann.

Eine vollständige Erklärung des Heimfindevermögens der Brieftauben ist bis heute noch nicht gefunden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Brieftauben wie auch Zugvögel den Stand der Sonne und Sterne sowie das Magnetfeld der Erde als Kompass verwenden können und außerdem optische Anhaltspunkte zur Orientierung nutzen.[1] In jüngster Zeit wurde von Forschern ein Sensor des Magnetsinns aus den Eisenoxiden Maghämit und Magnetit in Nervenzellen am oberen Teil des Schnabels von Brieftauben vermutet.[2] Der Vermutung, Brieftauben könnten mithilfe von eisenhaltigen Nervenzellen im Schnabel die Stärke des Magnetfeldes der Erde messen und damit ihre geographische Position bestimmen, wurde jedoch später von einem internationalen Forscherteam widersprochen: Die mutmaßlichen Nervenzellen stellten sich bei genauerer Überprüfung als Makrophagen heraus, die als sogenannte Fresszellen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr innehaben und darüber hinaus an der Regulation des Eisenhaushalts des Körpers beteiligt sind.[3][4][5] Wie Brieftauben und Zugvögel sich auf ihren zum Teil tausende Kilometer langen Flugreisen orientieren, bleibt somit weiterhin ein ungelöstes Rätsel. Neueste in der Fachzeitschrift Science publizierte Forschungsergebnisse weisen nun allerdings auf das Innenohr der Vögel als Sitz des magnetischen Sinns hin: Die Forscher konnten in einem Experiment nachweisen, dass sich die Aktivität von Neuronen in vier Hirnregionen der Vögel, die bekanntermaßen mit dem Innenohr gekoppelt sind, je nach Stärke und Ausrichtung eines Magnetfelds ändert.[6][7][8]

Brieftauben waren vor der Erfindung des Telegraphen oder bei Fehlen einer Drahtverbindung praktisch die einzige Möglichkeit, Informationen schneller zu übermitteln als durch einen Boten. Zudem konnten Tauben Nachrichten auch ohne Aufsehen über feindliche Stellungen hinweg transportieren. Dazu mussten sie allerdings zuvor vom gewünschten Zielort herbeigeschafft sein, was naturgemäß schwierig war.

Patrouillenkorb mit Brieftauben für Radfahrer und Gebirgstruppen (Schweiz, Erster Weltkrieg)

Historische Beispiele für einen Langstreckeneinsatz von Brieftauben sind die Taubentürme der Republik von Genua im Mittelmeer oder die Übermittlung der Nachricht vom Sieg in der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 an die britische Regierung. Reuters begann seinen Pressedienst mit Brieftauben. Vor dem Ersten Weltkrieg versuchten die russische und die britische Regierung eine Brieftaubenverbindung zwischen Libau und Dünkirchen aufzubauen (mit Esbjerg in Dänemark als Zwischenstation). Dieser Versuch schlug ebenso fehl wie der einer Linie zwischen Odessa und dem französischen Protektorat Tunis. Auf Kurzstrecken wurden Brieftauben im Grabenkrieg des Ersten Weltkriegs auf deutscher wie auf französischer Seite eingesetzt, wenn Telefon- und Telegrafenleitungen zerstört und optische oder drahtlose Telegrafie ebenso wenig möglich waren wie eine Übermittlung durch Melder.

Die Schweizer Armee etablierte 1917 einen Brieftaubendienst, der 1951 den Fernmeldetruppen angegliedert wurde und seine Basis auf der Armeebrieftaubenstation Sand-Schönbühl (Kanton Bern) hatte. Der Dienstzweig wurde zwar formell schon im Zuge der Armeereform 1995 abgeschafft, doch die Auflösung des Brieftaubendienstes der Schweizer Armee wurde erst 1996 abgeschlossen, nachdem die 30'000 Tauben der neu gegründeten Schweizerischen Brieftaubenstiftung (SBS) als gemeinnützige Organisation übergeben und die Tauben „in die zivilen Lüfte entlassen“ worden waren.[9]

Brieftaubensport

Organisation

Heute werden Brieftauben fast ausschließlich für sportliche Wettbewerbe gehalten und gezüchtet. Die Züchter schließen sich in Brieftaubenzuchtvereinen zusammen, welche wiederum Reisevereinigungen bilden, die den eigentlichen Wettbewerb durchführen. Dachorganisation des Brieftaubensports in Deutschland ist der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter e. V. mit Sitz in Essen.

Mutterland des Brieftaubensportes ist Belgien. Hochburgen sind neben Belgien auch die Niederlande und Deutschland, besonders das Ruhrgebiet. Dort heißen die Brieftauben auch Rennpferde des kleinen Mannes, der Taubenzüchter nennt sich Taubenvatta. Dabei können wertvolle Zuchttiere durchaus mehrere tausend Euro kosten.

Wettbewerbe

Brieftaubentransporter

Bei den Wettbewerben werden die Tauben mit einem Speziallastwagen (Kabinenexpress, kurz Kabi) zu einem etwa 100 bis 1000 Kilometer vom Heimatort entfernten Auflassplatz transportiert, von wo sie ihren Heimflug antreten, wenn die Witterungsverhältnisse dies erlauben. Die Auflassentscheidung liegt in der Verantwortung eines vom Verband Deutscher Brieftaubenzüchter zertifizierten Flugleiters, der dazu detaillierte Informationen über die Wetterverhältnisse auf der gesamten Flugstrecke einholt. Bei ungünstigen Wetterverhältnissen, insbesondere bei Regen, Gewitter oder Nebel, wird der Auflass verschoben oder der Flug ganz abgesagt. Die Ankunftszeiten der einzelnen Tiere im heimatlichen Taubenschlag wurden früher mit einer Konstatieruhr registriert. Heute übernimmt diese Aufgabe ein elektronisches Konstatiersystem. Nach dem Wettflug werden die Daten zur Auswertung und Erstellung der Ergebnisliste (Preisliste), in der sich 33 Prozent der eingesetzten Tiere platzieren, an ein Rechenzentrum übergeben.

Den Zeitraum zwischen der Ankunft der ersten und der letzten Taube, bzw. die einzelnen Platzierungen in der Preisliste, bezeichnen die Taubensportler als Konkurs.

Ringkennzeichen einer Brieftaube (Beispiel)

Die Identifikation der einzelnen Taube geschieht mittels eines geschlossenen Nummernringes, der ihr für gewöhnlich in der 2. Lebenswoche am rechten Fuß aufgezogen wird und dort ein Leben lang verbleibt. Die Farben der Ringe wechseln jedes Jahr.

Verirrte Brieftauben können mit Hilfe dieser Fußringnummer im Internet gemeldet werden.[10] In der Regel tragen Brieftauben zusätzlich auch am linken Fuß einen Ring mit der Telefonnummer des Eigentümers.

Wettflüge werden sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene organisiert. Die Flugsaison reicht für die mehrjährigen, erfahrenen Brieftauben (Alttauben) etwa von April bis Juli und für die Jungtauben von August bis September. In dieser Zeit nehmen die Alttauben an bis zu 14 Preisflügen teil. Die Jungtauben absolvieren bis zu fünf Preisflüge. Die Alttauben legen pro Flug Entfernungen von 150 bis 1000 km zurück, Jungtauben nur bis zu 200 km. Dabei erreichen sie durchschnittliche Fluggeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h.

Zur besonders schnellen Rückkehr werden die Tauben motiviert, wenn im Heimatschlag ein Gelege zu bebrüten bzw. Jungtauben zu füttern sind (Nestmethode) oder wenn die nach Geschlechtern getrennt gehaltenen Brieftauben bei der Rückkehr ihren Partner vorfinden (Witwerschaftsmethode).

Leistungsfähigkeit

Zur Absolvierung von bis zu 14 Preisflügen mit zum Teil bis zu 1400 km Entfernung benötigen die Tauben enorme Energiereserven. Diese gewinnen sie größtenteils aus ihren Fettreserven. Viele Züchter behaupten, jedes Gramm Fett zu viel sei eine Belastung. Auf kurzen Flügen mag dies richtig sein. Da aber bei den meisten Reisevereinigungen wöchentlich Preisflüge anberaumt sind, wobei die Distanz grundsätzlich steigend ist, wird den Tauben permanent eine stetig wachsende Leistung abverlangt.

Für die Tauben wird es von Preisflug zu Preisflug schwerer, die verbrauchten Energiereserven zu erneuern.

Durch Überwachung der Energiereserven mittels Kontrolle der Gewichtszunahme und -abnahme während einer kompletten Flugsaison wurde festgestellt, dass die Tauben im Laufe einer Woche zwischen 25 und 50 Gramm an Gewicht zunehmen können und das gleiche Gewicht während eines Preisfluges verlieren.

Die größte Herausforderung ist es also, das während eines Preisfluges verlorene Gewicht innerhalb einer Woche wieder anzufüttern. Nur wenn dies gelingt, ist die Taube in der Lage, die volle Leistungsfähigkeit während der kompletten Flugsaison beizubehalten.

Tauben, bei denen die Gewichtszunahme nur unzureichend gelang, versagten in der Regel spätestens beim übernächsten Preisflug. Um das optimale Gewicht wieder zu erreichen, bedurfte es dann einer längeren Schonung, was bedeutet, dass die Taube für die nächsten drei bis vier Preisflüge ausfällt, wenn nicht sogar für den Rest der Flugsaison.

Für eine optimale Gewichtszunahme in dieser kurzen Frist ist also eine fettreiche Nahrung unerlässlich. Diese besteht zusätzlich aus Sämereien, Hanf und Erdnüssen. Ein großer Fehler ist, die Tauben sparsam zu füttern. Ein randvoller Kropf ist ein Garant für fitte und schnelle und vor allem für beständige Tauben.

Taubenauflass als Programmpunkt eines großen Gartenfestes anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums Berlins, 1987

Kritik

Diverse Tierschutzorganisationen kritisieren die Praxis des Brieftaubensportes. Hunderttausende von Tauben verenden oder stranden in den Städten und schließen sich Stadttauben an.[11] Den Züchtern ginge es nur um Leistungsfähigkeit, weshalb sie schwächere Tauben ausselektieren und sie bei vollem Bewusstsein durch "Halsumdrehen" töten.[12] Außerdem gebe es nicht genügend Freiflug, keine genauen Regelungen zum Transport, und auch die Gabe von Aufputschmitteln ("Doping").[13]

Auflasstauben

Einige Brieftaubenzüchter halten auch sogenannte Auflasstauben und zahme Handtauben, die zu verschiedensten Anlässen, wie Hochzeitsfeiern, Taufen, Beerdigungen oder Jubiläen, gebucht werden können. Besonders weiße Tauben sind beliebt, da die Farbe Weiß vielfach positiv assoziiert wird. Die Taube ist Symbol für Frieden und wurde während der Eröffnungsfeiern Olympischer Spiele von 1920 bis 1988 aufgelassen. In Fernsehsendungen, wie „Traumhochzeit“, wurden Taubenauflässe im Rahmen von Hochzeitsshows für ein Massenpublikum inszeniert.

Die Zucht blütenweißer Tauben mit einem ausreichend gutem Heimfindevermögen ist nicht einfach. Durch Kreuzung verlieren die Tauben oft an Orientierungsfähigkeit, insbesondere bei großen Entfernungen oder schlechten Wetterbedingungen. Sie werden daher nicht als Reisetauben in Wettbewerben eingesetzt, sondern ausschließlich als Auflasstauben und/oder Handtauben von Anbietern für Hochzeitstauben vermarktet.

Anfänge des Brieftaubensports im Ruhrgebiet

Die Anfänge des Taubensports im Ruhrgebiet fallen in die 1860er Jahre. Die Zuwanderer aus der Zeit der Industrialisierung, die aus den landwirtschaftlich geprägten Ostprovinzen Preußens kamen, hielten neben anderem Kleinvieh auch Tauben. Die sogenannten Kolonien bestanden aus ein-, anderthalb oder zweistöckigen Häusern mit Ställen, die stellenweise noch heute das Bild der unter Denkmalschutz gestellten Zechensiedlungen prägen. Durch die Konzeption der Siedlungen wurde versucht, an ländliche Elemente anzuknüpfen. So verfügten im Jahre 1900 etwa 86 % der Wohnungen über einen Garten und 96 % über einen Stall. Von etwa 12 % im Jahre 1893 stieg der Anteil der Zechenwohnungen bis zum Jahre 1914 auf 35 %.

Die Taubenhaltung und -zucht erfreute sich großer Beliebtheit, so dass die Brieftaube als „Rennpferd des Bergmanns“ bezeichnet wurde. 1869 gab es in Bochum bereits ein Reisetauben-Sporthaus. Sportliche und patriotische Gründe führten in Bochum im Jahre 1881 zur Gründung der ersten Brieftaubenreisevereinigung für die dortigen vier Vereine. Durch sie wird der Transport der Tauben zu den Auflassorten, besonders bei Weitstreckenflügen, z. B. auch von Königsberg/Preußen, organisiert.

Seit 1905 hat die Brieftaubenreisevereinigung ihren Sitz in Hattingen. 1891 hatte die RV bereits 24, im Jahre 1895 36, im Jahre 1897 48 und für 1899 meldete das Protokoll, dass 72 über das Ruhrgebiet verteilte Vereine der RV angehören. 1894 geht die Mitgliederzone der RV bereits bis Bottrop, Duisburg-Meiderich, Dortmund, Gladbeck, Moers, Mülheim (Ruhr), Neviges, Velbert, Volmarstein, Vorhalle bei Hagen und Witten. In dieser Zeit gründeten sich weitere Reisevereinigungen. Die drei ältesten Vereinigungen an Rhein und Ruhr sind:

  • RV des Rheinisch- Westfälischen- Industriegebiets, gegr. 1881;
  • RV Gelsenkirchen 1894;
  • RV Essen 1898.

Bereits vor Gründung der RV Gelsenkirchen gab es im Umland drei Brieftaubenvereine:

  • Gelsenkirchen-Horst, den Verein 0191
  • "Vorwärts" Rotthausen, in der damals noch selbständigen Gemeinde Rotthausen 1889
  • 0208 "Heimkehr" Gelsenkirchen wurde 1890 gegründet. Er gilt als erster Mitgliedsverein der RV Gelsenkirchen 1894.

Vom deutschen Brieftaubenverband wurde der Verein, zu dem im Jahre 1890 15 Züchter angehörten unter der Registriernummer 0208 geführt. 1899 kam es zur Vereinigung der RV Gelsenkirchen 1894 mit einer zweiten Gelsenkirchener Reisevereinigung. Die Vereinigung führte den Namen Reisevereinigung für Gelsenkirchen und Umgegend gegr. 1894.

Bereits seit 1875 wurde in Herne, das damals noch ein bescheidenes Kirchspiel war, in dem die ersten Zechenabteufungen begannen, (Shamrock - Mont-Cenis) der Brieftaubensport gepflegt. In Herne schlossen sich die Taubenliebhaber zum ältesten Ortsverein, der Heimkehr 011, zusammen. Die Dachorganisation der deutschen Brieftaubenliebhaber, der Verband Deutscher Brieftaubenliebhabervereine, wird im Jahre 1884 gegründet. 1885 hat der Verband schon 68 Mitgliedervereine in Deutschland.

Der erste Taubenverein im Vest Recklinghausen wird 1890 gegründet. Der Name des Vereins lautet zunächst Kriegspost. Die Züchter des Vereins orientieren sich anfangs an der 1894 gegründeten Brieftaubenreisevereinigung Gelsenkirchen und Umgebung 1894 e. V., da es in Recklinghausen und Umgebung keine Reisevereinigung gab. Bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ist das Ruhrgebiet das Zentrum der deutschen Taubenzucht mit der größten Vereinskonzentration. 1908 besitzt das Ruhrgebiet die meisten Brieftaubenvereine in Deutschland. Der erste Taubenverein im Vest Recklinghausen wird 1890 gegründet. Er trägt später den Namen BZV Vest Recklinghausen 0467 und ist der älteste Brieftaubenverein in einem Bezirk, dem im Jahre 1994 immer noch zwölf Reisevereinigungen angehören. 1896 hat der Verein bereits 24 Mitglieder mit 447 Tauben.

Die Verleihung von Medaillen setzt seinerzeit eine Flugstrecke von über 300 km voraus. Die Angaben stammen aus alten Vereinsprotokollen, das älteste erhaltene stammt vom Dezember 1918, und aus Unterlagen die das Archiv des Verbandes Deutscher Brieftaubenliebhaber. Im Jahre 1897 wird der erste Brieftaubenverein im Recklinghäuser Ortsteil Süd mit Namen Blitz gegründet. Die Preisflüge dieser Zeit gehen angepasst an die damalige Bahnverbindung, von Haltern, Appelhülsen, Lengerich oder Lehmförde aus.

Nach wechselvoller Geschichte und unterbrochen von den beiden Weltkriegen, erlebt der Taubensport im Ruhrgebiet mit Beginn der 1950er Jahre und im folgenden Jahrzehnt seine Blütezeit.

Feinde

In weiten Teilen Europas ist die Brieftaube zur Zeit der Wettflüge eine Hauptbeute des Wanderfalken.[14]

Sonstiges

Feldweibel des Brieftaubendienstes der Schweizer Armee, Uniform von 1986 (links)
  • Paul Julius Reuter transportierte bereits 1850 mit Brieftauben Nachrichten zwischen Aachen und Brüssel.
  • Jules Verne beschreibt in seinem Roman Mathias Sandorf (1885) die Entschlüsselung einer von Brieftauben übermittelten Botschaft.
  • Cher Ami († 1919) war eine berühmte Brieftaube des US Army Signal Corps in Frankreich zur Zeit des Ersten Weltkrieges.
  • G.I. Joe war eine Brieftaube des US Army Signal Corps zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.
  • Welche Bedeutung oder Angst die Nationalsozialisten der Brieftaube beimaßen, zeigt, dass bereits im September 1938 Juden verboten wurde, Brieftauben zu halten.
  • Die Vorschrift RFC 1149 beschreibt, wie ein IP-Netzwerkprotokoll mittels Brieftauben zu implementieren sei. Obgleich als Scherz gedacht, wurde es 2001 von einer norwegischen Linux-Gruppe in wortwörtlich umgesetzt (siehe auch Internet Protocol over Avian Carriers).
  • 1997 löste die Schweizer Armee den militärischen Brieftaubendienst auf. Dessen Angehörige hatten eine goldene Brieftaube auf silbergrauem Grund als Kragenspiegel.
  • Die Volksrepublik China verfügt über eine 10.000 Tauben umfassende Brieftaubenarmee.[15]
  • Im Jahr 2000 wurde von der Firma TauRIS in Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt ein GPS-gestützter Flugschreiber für Brieftauben entwickelt.

Siehe auch

Literatur

  • Werner Grundel: Brieftauben. 4. überarb. und erg. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-7236-4
  • Heidrun Jahn & Jürgen W. Schmidt: Zum militärischen und zivilen Brieftaubenwesen in der Provinz Westpreußen in den Jahren von 1889–1918. In: Westpreußen-Jahrbuch. Bd. 56/57 (2006/2007), S. 55-66

Weblinks

Wiktionary: Brieftaube – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Brieftaube – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Klaus Schmidt-Koenig: Das Rätsel des Vogelzugs. Faszinierende Erkenntnisse über das Orientierungsvermögen der Vögel. Hoffmann und Campe, Hamburg 1980, ISBN 3-455-08840-6
  2. So orientieren sich Brieftauben. In: Netzeitung. 14. März 2003, archiviert vom Original am 17. März 2007; abgerufen am 12. April 2012.
  3. Christoph Daniel Treiber, Marion Claudia Salzer, Johannes Riegler, Nathaniel Edelman, Cristina Sugar, Martin Breuss, Paul Pichler, Herve Cadiou, Martin Saunders, Mark Lythgoe, Jeremy Shaw & David Anthony Keays: Clusters of iron-rich cells in the upper beak of pigeons are macrophages not magnetosensitive neurons. In: Nature. 11. April 2012, doi:10.1038/nature11046
  4. Marion Martin: Die Brieftauben geben ihr Geheimnis nicht preis. In: Bild der Wissenschaft. 11. April 2012, abgerufen am 12. April 2012.
  5. Tierische Navigation: Taubenkompass funktioniert anders als gedacht – nur wie? In: Spiegel Online. 12. April 2012
  6. L. Q. Wu, J. D. Dickman: Neural Correlates of a Magnetic Sense. In: Science. E-pub ahead of print, 2012. PMID 22539554.
  7. Marion Martin: Neuer Hinweis darauf, wie Tauben navigieren. In: Bild der Wissenschaft. 27. April 2012, abgerufen am 4. Mai 2012.
  8. Megan Scudellari: Pigeon GPS Identified - A population of neurons in pigeon brains encodes direction, intensity, and polarity of the Earth’s magnetic field. In: The Scientist. 26. April 2012, abgerufen am 4. Mai 2012.
  9. Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft: Auflösung des Brieftaubendienstes abgeschlossen. Pressemitteilung vom 2. Juli 1996
  10. Verband Deutscher Brieftaubenzüchter e. V.: Taube gefunden!?
  11. ETN e. V.: Brieftaubensport - Ein mörderisches Hobby. Abgerufen am 10. August 2014.
  12. PETA Deutschland: Taubenwettflüge: ein unfaires Hobby – kein Spiel. Abgerufen am 10. August 2014.
  13. bmt: Brieftauben. Abgerufen am 10. August 2014.
  14. Derek Ratcliffe: The Peregrine Falcon. 2. Auflage. Poyser, London, 1993. ISBN 0-85661-060-7, S. 116ff
  15. China in Zahlen | Statista. Website statista.com Abgerufen am 23. November 2014.
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