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Angela Autsch

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Angela Autsch, Polizeifoto vom 26. März 1942, Tag des Eintreffens in Auschwitz

Angela Autsch, vollständiger Ordensname Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu, mit bürgerlichem Namen Maria Cäcilia Autsch, (* 26. März 1900 in Röllecken bei Attendorn; † 23. Dezember 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) war eine deutsche Nonne des Trinitarier-Ordens. Sie wurde während der Zeit des Nationalsozialismus als politischer Häftling inhaftiert und als Häftlingskrankenschwester eingesetzt. Wegen ihrer Hilfsbereitschaft und tiefen Religiosität wurde sie von Mitgefangenen auch als Engel von Auschwitz bezeichnet.

Jugend und Ordenseintritt

Die als fünftes von sieben Kindern geborene Tochter des Steinbrucharbeiters August Autsch und seiner Frau Amalie wuchs in Bamenohl auf und erlernte 1915 in Finnentrop den Beruf der Verkäuferin. Anschließend war sie in einem Textilhaus beschäftigt. Nachdem sich ihr Verlobter 1930 erhängte, musste sie „mit Schimpf und Schande“ den Ort verlassen und verzog nach Heinsberg, wo sie in Kontakt zum Trinitarier-Orden kam und um Aufnahme bat. 1933 begann ihr Postulat in der Tiroler Ordensniederlassung Mötz, der damals einzigen deutschsprachigen Niederlassung des Ordens. Ein Jahr später, am 4. Juli 1934, wurde sie eingekleidet und erhielt den Ordensnamen „Schwester Angela Maria vom heiligsten Herzen Jesu“. 1938 legte sie ihre ewigen Gelübde ab.

Widerstand und Inhaftierung in Ravensbrück

Nach ihrer Machtergreifung in Österreich versuchten die Nationalsozialisten, das Mötzer Kloster zu beschlagnahmen. Angela Autsch rettete das Kloster, indem sie juristisch zwingend argumentierte, das Tiroler Kloster sei spanisches Eigentum. Sie kontaktierte den spanischen Konsul in Wien, was schließlich dazu führte, dass die Nationalsozialisten von der Enteignung des Klosters absahen.

Diese Aktivitäten lenkten die Aufmerksamkeit der Gestapo auf Angela Autsch; der unmittelbare Grund für ihre Verhaftung waren dann kritische Bemerkungen, die sie über Hitler verlautbaren ließ. Aufgrund einer anonymen Denunziation wurde sie vom Ortsgruppenleiter von Mötz angezeigt. Wegen „Führerbeleidigung und Wehrkraftzersetzung“ wurde sie am 12. August 1940 von der Gestapo verhaftet, in das Innsbrucker Gefängnis gebracht, später nach Rosenheim überstellt und am 29. August 1940 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert. Sie erhielt die Häftlingsnummer 4651 und trug den roten Winkel der politischen Gefangenen. Sie wurde zunächst zu schweren körperlichen Aussenarbeiten eingesetzt, nach wenigen Wochen wurde sie ins Krankenrevier versetzt, wo sie insbesondere bei der Pflege von Wöchnerinnen eingesetzt wurde.

Verlegung nach Auschwitz

Am 26. März 1942 wurde Schwester Angela gemeinsam mit einem Transport von etwa 1000 Gefangenen ins KZ Auschwitz überstellt, die für den Aufbau eines Frauenlagers vorgesehen waren. Sie bekam die Häftlingsnummer 512. Am 16. August 1942 kam sie nach Auschwitz-Birkenau, wo man sie der Krankenabteilung zuteilte, am 15. Mai 1943 wurde sie schließlich in das SS-Lazarett des Lagers versetzt, wo sie jene pflegen musste, die sie und ihre Mithäftlinge quälten und folterten. Nach über vier Jahren Lagerhaft starb sie am 23. Dezember 1944; infolge jahrelanger Fehlernährung und körperlicher Überarbeitung versagte ihr Herz während eines Bombenangriffs in Auschwitz-Birkenau.

Die Geschichte der Ordensfrau und ihrer aufopferungsvollen Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Gefangenen wurde insbesondere durch die jüdisch-slowakische Ärztin Margita Schwalbová und von Häftlingen überliefert, die Auschwitz überlebten. Die rund 100 Briefe, in denen Schwester Angela ihren tiefen Glauben während ihrer Haftzeit bezeugte, sind erhalten geblieben. Gemeinsam mit den Aussagen ihrer Mithäftlinge waren diese Briefe der Anlass für das Erzbistum Wien, am 8. März 1990 den Seligsprechungsprozess für die Nonne einzuleiten

Literatur

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Angela Autsch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.