Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Alfred Isaac

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alfred Isaac (geboren 12. Juli 1888 in Köln; gestorben 9. Juni 1956 in Nürnberg) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler.

Leben

Isaac stammte aus einer alten jüdischen Familie in Köln. Er habilitierte sich im Jahr 1926 an der Universität Frankfurt am Main bei Fritz Schmidt (Betriebswirt). Ein Jahr später kam er als außerordentlicher Professor an die Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg und wurde dort im Jahr 1928 ordentlicher Professor als zweiter jüdischer Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre in Deutschland überhaupt. Nach einer Beurlaubung 1933 musste er zum 1. Juni 1934 endgültig aus rassistischen Gründen die Hochschule verlassen, obwohl er Frontsoldat war. 1937 emigrierte er mit offizieller Genehmigung durch die deutschen Behörden in die Türkei und erhielt dort den einzigen Lehrstuhl für Betriebswirtschaft an der Universität Istanbul. Er wirkte auch als Regierungsberater. 1950 wurde er zunächst als Honorarprofessor an die Universität Göttingen berufen, ab 1952 wirkte er wieder in Nürnberg bis zum Tod am 9. Juni 1956.

Er war Mitherausgeber der Zeitschrift für Betriebswirtschaft. Nach ihm ist eine Straße im Nürnberger Stadtteil Herpersdorf benannt.

Schriften

  • Die Entwicklung der wissenschaftlichen Betriebswirtschaftslehre in Deutschland seit 1898. Industrieverl. Spaeth & Linde, Berlin 1923.
  • Der Industriebetrieb. Gloeckner, Leipzig 1930.
  • Die Betriebswirtschaftslehre in der Türkei. In: Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung. Bd. 1, 1949, S. 125–133.
  • Praktische Anwendungen der Finanzmathematik. Girardet, Essen 1954.
  • Alte und neue Aufgaben der Betriebswirtschaftslehre. In: Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Bd. 3, 1951, S. 710–724.

Literatur

  • Salomon Wininger: Große jüdische National-Biographie; Cernãuţi: „Orient“ [et al.], 1936.
  • Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 1: A–K. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, DNB 453960286.
  • Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933; München: Saur, 1980–1983.
  • Walter Tetzlaff: 2000 Kurzbiographien bedeutender deutscher Juden des 20. Jahrhunderts. Askania, Lindhorst 1982, ISBN 3-921730-10-4.
  • Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. Hrsg. vom Leo Baeck Institute, Jerusalem. Saur, München 1988, ISBN 3-598-10477-4.
  • Deutsche Biographische Enzyklopädie.; München [et al.]: Saur, 1995–1999
  • Peter Mantel: Betriebswirtschaftslehre und Nationalsozialismus. Eine institutionen- und personengeschichtliche Studie, Gabler, Wiesbaden 2009
  • Dieter Schneider: Isaac, Alfred. In: Harald Hagemann, Claus-Dieter Krohn (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933. Band 1: Adler–Lehmann. Saur, München 1999, ISBN 3-598-11284-X, S. 283f.
  • Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933-1945. Band 2,1. München : Saur, 1983 ISBN 3-598-10089-2, S. 552
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alfred Isaac aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.