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Akut

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Dieser Artikel behandelt den Akut als Schriftzeichen; zum Adjektiv „akut“ als medizinischen Begriff siehe Krankheitsverlauf, für die türkische Rettungsorganisation AKUT siehe AKUT Such- und Rettungsverein, für den Badmintonspieler Akut siehe Bhushan Akut.
´
Diakritische Zeichen
Akut ( ´ )
Breve ( ˘ )
Breve darunter (   ̮ )
Cédille ( ¸ )
übergesetzte Cédille
Doppelakut ( ˝ )
Doppelgravis
Gravis ( ` )
Haken
Hatschek ( ˇ )
Horn
untergesetztes Komma (   ̦ )
Kroužek ( ˚ )
Makron ( ¯ )
Unterstrich
Mittelpunkt ( · )
Ogonek ( ˛ )
Punkt darunter
Schrägstrich ( / )
Tilde ( ~ )
Trema ( ¨ )
Zirkumflex ( ˆ )
Áá Éé Íí
Óó Úú Ýý ´

Ein Akut (lat. acutus ‚spitz, scharf‘), französisch accent aigu, ist ein diakritisches Zeichen, genauer ein Akzent, zur Kennzeichnung einer besonderen Aussprache oder Betonung eines Buchstabens.

Der Akut ist ein kurzer Strich von links unten nach rechts oben über dem Buchstaben (zum Beispiel á, é) und das symmetrische Gegenstück zum Gravis. Aus Akut und Gravis sind im frühen Mittelalter die Neumen entstanden.

Bedeutung und Funktion in verschiedenen Sprachen

Bitte Belege für diesen Artikel bzw. den nachfolgenden Abschnitt nachreichen!

Die Funktion des Akuts variiert in den verschiedenen Sprachen und wird hier der großen Vielfalt wegen nur exemplarisch dargestellt.

Griechisch

Άά Έέ Ήή Ίί
Όό Ύύ Ώώ

Als erste europäische Schriftsprache verwandte das Altgriechische diese Akzentform seit dem 3. Jahrhundert v. Chr., zunächst als musikalischen Akzent für die ansteigende Tonhöhe, später als Betonungsakzent. Damit zählen einige Philologen das Ur-Altgriechisch zu den Tonsprachen. Man nannte diesen Akzent προσῳδία ὀξεῖα prosōdía oxeía, ‚scharfer Zugesang‘. Das lateinische Wort acutus ‚scharf‘ übernahm diese zusätzliche Lehnbedeutung, und ‘ac-centus acutus’ ist die wörtliche Übersetzung von προσ-ῳδία ὀξεῖα.

Mit der griechischen Schriftreform von 1982 (siehe monotonische Orthographie) ersetzte der Akut die drei polytonischen Akzente Akut, Gravis und Zirkumflex. Er wird nun meist nicht mehr ὀξεῖα genannt, sondern τόνος (Tonos), womit der zweitausendjährige Bezug auf das Silbengesängliche abgeschwächt worden ist.

Romanische Sprachen

Im Französischen verändert der Akut die Aussprache: é ist ein geschlossenes e [e], vergleichbar dem e im deutschen See, wohingegen ein bloßes e normalerweise für den Schwa-Laut /ə/ steht (im Französischen in Richtung ö verschoben). Siehe auch Französische Sprache#Aussprache.

Im Italienischen bezeichnet er das geschlossene e oder o in betonter Silbe (außer der vorletzten).

Im Spanischen markiert er die betonte Silbe, wenn sie von der Betonungsregel abweicht: río ['ɾiɔ] ‚Fluss‘ (rio [ɾjɔ]), Cádiz ['kadiθ] (Cadiz [ka'diθ]).

Slawische Sprachen

Polnisch

Eine Sonderform des Akuts ist die kreska (zu dt. Linie, Strich) im Polnischen. Es ist gegenüber dem Akut (Neigung in den üblichen Schriftarten um 40 Grad gegenüber der Senkrechten) mit 25 Grad weniger stark geneigt (ist also nur 15 Grad gegenüber der Senkrechten geneigt) und markiert jeweils einen palatalen Laut (betroffen sind hier die Buchstaben {ć}, {ń}, {ś} und {ź}). Das Graphem {ó} repräsentiert hingegen den Laut [u] wie im deutschen Wort „Mutter“, unterscheidet sich daher in phonetischer Hinsicht vom polnischen {u} keinesfalls; es hat seinen Ursprung in der sprachgeschichtlichen Entwicklung des polnischen Vokalsystems. Allerdings existiert kein eigenes Unicode-Zeichen für die kreska, so dass die Unterscheidung zwischen Akut und kreska zu verschwinden droht.

Tschechisch

Im Tschechischen heißt der Akut čárka und kennzeichnet seit dem 14. Jahrhundert die Länge der Vokale á, é, í, ó, ú, ý. Auf Tschechisch würde man die deutschen Wörter denn und den als den und dén schreiben.

Slowakisch

Im Slowakischen wird er als dĺžeň bezeichnet und steht für lange Vokale (á, é, í, ó, ú, ý) oder lange silbische Konsonanten (ŕ, ĺ).

Mazedonisch

In der kyrillischen Schreibweise des Mazedonischen existieren die mit einem Akut versehenen Varianten Ѓ und Ќ der kyrillischen Buchstaben Г und К.

Ungarisch

Őő Űű

Im Ungarischen steht der Akut über einem langen Vokal, dessen Aussprache sich zusätzlich noch ändern kann (a, e, á, é). Weiterhin besitzt das Ungarische einen Doppelakut: Er modifiziert die kurzen Umlaute Ö, ö, Ü, ü (mit Umlautpunkten) zu langen Umlauten mit „Umlautstrichen“: Ő, ő, Ű, ű.

Germanische Sprachen

In der schwedischen Sprache kommt der Akut bei einzelnen Wörtern vor, vor allem in Namen (Linné) und französischen Lehnwörtern (ateljé, armé aus frz. atelier, armée). Er zeigt die Betonung durch Druckakzent an (nicht zu verwechseln mit den beiden tonalen Akzenten des Schwedischen).

Im Dänischen sieht man bei bestimmten Wörtern das é, um die besondere Betonung im Satz anzuzeigen: en bil ‚(irgend)ein Auto‘ versus én bil ‚ein Auto (und nicht mehrere)‘ – ebenso im Niederländischen: een auto gegenüber één auto.

Der Akut diente im Altisländischen/Altnordischen der Markierung von Langvokalen, wie durch den ersten grammatischen Traktat bekannt ist. – Im modernen Isländischen kommen noch alle Vokalbuchstaben außer <æ> und <ö> sowohl mit als auch ohne Akut, den man im Isländischen broddur (Stachel) nennt, vor: <a, á, e, é, i, í, o, ó, u, ú, y, ý>. Die alten Langvokale haben sich im Laufe der Jahrhunderte qualitativ verändert. Es kam wie im Deutschen zu Diphthongierung (hūs:Haus) oder Palatalisierung. Wie im Neuhochdeutschen ist die Länge von Vokalen im Neuisländischen nicht mehr absolut, sondern wird ausschließlich von der Silbenstruktur bestimmt. Jeder Vokal und Diphthong kann im Isländischen kurz oder lang sein. Der Akut bezeichnet daher heute keinen langen Laut, sondern einen anderen: <a> bezeichnet kurzes oder langes /a/, <á> dagegen kurzes oder langes /au/, <e> kurzes oder langes /ɛ/, <é> den steigenden Diphthong /jɛ/; <o> /o/, <ó> /ou/; <u> /ʏ/, <ú> /u/; <i> und der Umlaut <y> dumpfes /ɪ/, <í> und der Umlaut <ý> helles /i/. Da bis auf <ei> und <ey> für /ɛi/ alle Diphthonge durch Einzelbuchstaben mit Akut dargestellt werden, liegt zwischen zwei Vokalbuchstaben immer eine Silbengrenze: <fáeineir> /fau|einɪr/ (wenige), <óa> /ou|wa/ (schaudern).

Irisch

Im Irischen dient der Akut (irisch: síneadh fada, „lange Streckung“) zur Kennzeichnung langer Vokale.

Vietnamesisch

In der vietnamesischen Sprache wird der Akut (dấu sắc) verwendet, um einen ansteigenden Ton anzuzeigen.

Chinesisch

Die für die chinesische Sprache entwickelte Lautschrift mit lateinischen Buchstaben (Hanyu Pinyin) verwendet den Akut zur Bezeichnung des zweiten (ansteigenden) Tones.

Darstellung auf dem Computer und dortige Verwendung

Datei:Akzent Akut.svg
Ein vergrößerter Akut

Zeichensätze

Im Zeichensatz ASCII kommt der Akut nicht vor.

In den Zeichensätzen der ISO-8859-Familie sind der Akut und einige Zeichen mit Akut enthalten, in ISO 8859-1 beispielsweise ÁáÉéÍíÓóÚúÝý.

Unicode enthält weitere fertig zusammengesetzte Zeichen mit Akut. Der freistehende Akut hat die Codenummer U+00B4. Zusätzlich kann der Akut als Kombinationszeichen mit dem Code U+0301 durch Nachstellen mit anderen Zeichen kombiniert werden.

Fehlerhafte Anwendung

Der Akut wird gelegentlich fälschlicherweise anstelle des Apostrophs benutzt, beispielsweise so: „Mir geht´s gut“ statt „Mir geht’s gut“.

TeX und LaTeX

TeX und LaTeX können beliebige Zeichen mit Akut darstellen. Es gibt dazu zwei verschiedene Befehle

  • im Textmodus für den Textsatz erzeugt \'a ein á
  • im mathematischen Modus für den Formelsatz erzeugt \acute a die Formel \acute a

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: akut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Akut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Akut aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.