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1099

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Ereignisse

  • 1099: Nach der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer kommt es zum Morden an Juden und Moslems sowie zur Zerstörung von Synagogen; Jerusalem wird christlich. Im Juli 1099 zog ein aus Angehörigen verschiedener Nationen zusammengesetztes Kreuzfahrerheer in Jerusalem ein. Auf dem zweijährigen Marsch durch islamisch beherrschtes Gebiet war die Truppe um fast zwei Drittel ihrer ursprünglichen Stärke dezimiert worden. Die Brutalität, mit der man über Bewohner der „befreiten“ Stadt herfiel, war schockierend und stand in grellem Kontrast zu der Milde, die Kalif Omar im Jahr 638 bei seiner Eroberung Jerusalems bewiesen hatte. Männer, Frauen und Kinder wurden von den Kreuzfahrern hingemetzelt, die sich nicht die Mühe machten, zwischen Muslimen, Juden und Christen zu unterscheiden. Juden wurden in eine Synagoge getrieben und verbrannt. In der al-Aqsa-Moschee wurden zehntausend Menschen geköpft. Ein Augenzeuge aus dem christlichen Heer konnte dem Blutbad erstaunlicherweise eine durchaus positive Seite abgewinnen: „Auf allen Strassen und Plätzen sah man zu Hügeln aufgehäuft Köpfe, Hände und Füsse. Man schritt ohne Scheu über die Leichen von Menschen und Pferden dahin … So traf sie die strafende Gerechtigkeit!“ Der erste Kreuzzug blieb ohne Zweifel der „erfolgreichste“, wenn auch in den folgenden zwei Jahrhunderten immer neue Heere ins Heilige Land zogen. – Kreuzfahrerburgen: Zunächst erbaute jeder Kreuzfahrer, der ein Stück Land erbeutet hatte, sich eine Burg als Herrensitz, genauso wie es in Europa üblich war. Diese Festungen wurden an Standorten errichtet, die möglichst grosse militärische Überlegenheit sicherten, oft auf scheinbar uneinnehmbaren Berggipfeln, und erwiesen sich in zunehmendem Mass als unabdingbar für die Verteidigung des Kreuzfahrerreiches. Buchstäblich Hunderte solcher Burgen entstanden überall im Heiligen Land, oft in angesichts der Schwierigkeiten des Geländes erstaunlich kurzer Zeit. Die Kosten des Unterhalts überstiegen bald die Möglichkeiten der meisten kleineren Herren bei weitem und zwangen sie, ihre Burgen an die mächtigen Ritterorden der Templer oder Johanniter zu verkaufen. Die Templer wurden von Hugo von Payens ins Leben gerufen, der eine Truppe bewaffneter Mönche aufstellte, um Pilger auf den Strassen um Jerusalem vor Übergriffen zu schützen. Diese Mönche hatten ihr Quartier in der el-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem – daher ihr Name Templer“. Die Johanniter entwickelten sich aus der im 11. Jhdt. gegründeten Bruderschaft des Spitals St. Johannes in Jerusalem. Die beiden Organisationen verfügten über gewaltige Ressourcen an Menschen und Material und wurden so zu immer bedeutenderen Mächten in den Kreuzfahrerstaaten. Viele der imposanten Burgen jener Zeit waren im Besitz dieser Ritter, so etwa Belvoir südlich des Sees Genezareth und Krak des Chevaliers in Syrien.

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