Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Moses Montefiore

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Moses Montefiore an seinem 100. Geburtstag, 1884

Sir Moses Montefiore (auch: Montefiori) (geb. 24. Oktober 1784 in Livorno, Italien; gest. 28. Juli 1885 in Ramsgate, Kent - Jahrzeit 16. Aw) war ein britischer Unternehmer und sephardisch-jüdischer Philanthrop, der als ein Vordenker des Zionismus gilt.

Leben

Montefiore wuchs in London auf. Nach der Schule begann er im Teehandel zu arbeiten und wurde einer der zwölf Jew brokers der City, denen es gestattet war, an der Londoner Börse zu handeln. 1812 heiratete er Judith Cohen, deren Schwester Nathan Mayer Rothschild heiratete. 1824 zog er sich aus dem mit dem Bruder Abraham geführten, mittlerweile wirtschaftlich sehr erfolgreichen Geschäft ins Privatleben zurück und widmete sich politischen Tätigkeiten. Den Rest seines Lebens verwendete Moses Montefiore darauf, das Los von Juden in aller Welt zu erleichtern. Er besaß überall sehr großes Ansehen und ihm öffneten sich die Türen zu den höchsten Kreisen in Europa und im Osmanischen Reich, wenn er versuchte, sich für Juden in den jeweiligen Ländern einzusetzen.

Nach seiner ersten Palästina-Reise im Jahre 1827 wurde er zu einem strenggläubigen Juden und fasste den Plan, die Emigration in das Gelobte Land finanziell wie auch durch industrielle und landwirtschaftliche Ansiedlungen zu befördern. Als höchster Verwaltungsbeamter (Sheriff of London ab 1837) wurde der beinahe zwei Meter messende Montefiore 1838 von Königin Victoria geadelt, 1845 zum High Sheriff of Kent ernannt und 1846, als erster britischer Jude, zum Baronet ernannt. Montefiore setzte sich auch für die Belange der russischen Juden ein und reiste 1846 von England nach Russland, um die von Zar Nikolaus I. vorgesehene zwangsweise Einziehung der dortigen Juden in die russische Armee zu verhindern. Ab 1839 wurde er auf all seinen Reisen vom Orientalisten Louis Loewe begleitet, der als sein Dolmetscher und Sekretär in sämtlichen orientalischen Sprachen, einschließlich Hebräisch, sowie als Assistent in seinen öffentlichen Aktivitäten amtierte.

Montefiores Windmühle (2009)

1857 ließ er außerhalb der Jerusalemer Altstadt zwanzig Häuser und eine achtzehn Meter hohe Windmühle zum Mahlen billigen Getreides – in der heute Schriftsteller-Stipendiaten untergebracht werden – bauen. Um die Verfolgung von Juden zu verhindern, reiste er außerdem 1863 nach Marokko und 1867 nach Rumänien.

Auch in Großbritannien agierte Sir Moses als Philanthrop und beschränkte sich dabei nicht nur auf seine jüdischen Mitbürger. Er war allseits beliebt, geachtet und anerkannt und starb 1885 im Alter von hundert Jahren.

Montefiore war ein Mitglied im Bund der Freimaurer, seine Mutterloge war die Mount Moriah Lodge in London.[1] Noch heute tragen Freimaurerlogen wie beispielsweise die 1864 gegründete Loge in London, die 1888 gegründete Loge in Glasgow und die 1996 gegründete Loge in Tel Aviv seinen Namen.[2]

Ehrungen

Literatur

  • Lucien Wolf: Sir Moses Montefiore. A centennial biography. With extracts from letters and journals. Murry, London 1884 (Digitalisat)
  • Abigail Green: Moses Montefiore: Jewish Liberator, Imperial Hero, Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge, Mass. 2010, ISBN 9780674048805.

Einzelnachweise

  1. Robert A. Minder: Freimaurer Politiker Lexikon. Studienverlag, Innsbruck 2004, ISBN 3-7065-1909-7.
  2. Moses Montefiore Lodge Nr.78 auf der Website des Freemason Magazine. Abgerufen am 19. November 2010

Weblinks

 Commons: Moses Montefiore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Moses Montefiore aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.