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Jascha Heifetz

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Jascha Heifetz
Jascha Heifetz
Jascha Heifetz (um 1920)
Rudolf Koelman (links) und Jascha Heifetz (1979)

Jascha Heifetz (ursprünglich russisch Иосиф Рувимович Хейфец, Jossif Ruwimowitsch Heifetz; geb. 20. Januarjul./ 2. Februar 1901greg. in Vilnius, Russisches Kaiserreich [heute Litauen]; gest. 10. Dezember 1987 in Los Angeles, Kalifornien, USA), war einer der bekanntesten Violinisten des 20. Jahrhunderts.

Leben

Heifetz wurde als Sohn einer jüdischen Familie in Vilnius geboren, das damals zum russischen Reich gehörte. Als Wunderkind spielte er im Alter von sechs Jahren das Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy. 1910 nahm ihn der bedeutende Geigenpädagoge Leopold Auer in seine Meisterklasse am Konservatorium in Sankt Petersburg auf. Erste Auslandserfahrung sammelte Heifetz in Deutschland, wo er 1912 in Berlin und 1913 in Leipzig Konzerte gab. 1914 trat er als Solist mit den Berliner Philharmonikern unter Arthur Nikisch auf. Im Jahre 1917 wanderte der junge Geiger in die Vereinigten Staaten von Amerika aus, wo er noch im gleichen Jahr in der Carnegie Hall, New York City, sein Konzertdebüt gab. In den darauf folgenden Jahren festigte sich sein Ruf als weltbester Geiger. Es folgten Konzertreisen nach Australien (1921) und Asien (1923). Bis zu 200 Konzerte gab er jährlich. Im Jahre 1925 wurde er in den USA eingebürgert. Nach 1933 trat Heifetz niemals mehr in Deutschland auf. Die Propaganda der Nationalsozialisten verbreitete, dass sein Spiel gefühlskalt sei, und stilisierte ihn zum typischen Beispiel eines seelenlosen jüdischen Geigers. Trotz der offenkundigen Substanzlosigkeit der Vorwürfe wurden sie immer wieder wiederholt. Heifetz interpretierte als Spätromantiker mit großem Gefühl auf höchst individuelle Weise im Geist seiner Zeit. Seine Beherrschung des Instrumentes galt als unübertroffen, die Präzision seines Spieles setzte Maßstäbe. Auffälligste Eigenart seines Spieles war seine intensive Tongebung. Dabei verzichtete er darauf, sein Spiel durch Bewegungen seines Körpers zu unterstreichen, sowohl bei technisch-virtuosen als auch bei lyrischen Passagen. Von 1961 bis 1983 unterrichtete er an der Universität von Südkalifornien. Seine bekanntesten Schüler waren: Pierre Amoyal, Erick Friedmann, Eugene Fodor und Rudolf Koelman. Nach ihm wurde die Stiftungsprofessur „Jascha Heifetz Chair of Music“ eingerichtet, die an herausragende Violinist(inn)en zeitbegrenzt vergeben wird.

Heifetz hat mit Ausnahme der Konzerte von Bartók, Schönberg und Dvořák alle großen Violinkonzerte der Klassik und Romantik eingespielt; darüber hinaus sind die Aufnahmen der Konzerte von Erich Wolfgang Korngold, Miklós Rózsa, Sergej Prokofjew, William Walton und anderen seiner Zeitgenossen wegweisend.

Heifetz hat auch viele Werke der Kammermusik aufgenommen. Legendär sind die Klaviertrio-Einspielungen gemeinsam mit Arthur Rubinstein (p) und Emanuel Feuermann (vc) bzw. später Gregor Piatigorsky (vc), eine Besetzung, die unter dem Spitznamen „Million Dollar Trio“ in die Musikgeschichte einging.

Heifetz’ musikalische Laufbahn ist nahezu lückenlos und in guter Tonqualität auf Tonträgern dokumentiert. Sein Œuvre wurde unter den Titeln The Heifetz Collection bei BMG und The Complete Album Collection bei Sony veröffentlicht.

Über das korrekte Geburtsjahr Heifetz’ besteht Uneinigkeit. Das Geburtsjahr der „offiziellen“ Biographie lautet 1901, gelegentlich werden aber auch 1899 oder 1900 angegeben. Jaschas Mutter soll ihn heimlich zwei Jahre jünger gemacht haben. Ein Grund dafür ist aber nicht bekannt.[1][2]

Heifetz besaß drei Violinen: Eine Carlo Tononi, eine Antonio Stradivari und eine Guarneri del Gesù. Letztere war sein bevorzugtes Konzertinstrument.

Sein Enkel Danny Heifetz ist ebenfalls als Musiker aktiv, etwa als Schlagzeuger bei Mr. Bungle.

Filmographie

  • Nathan Kroll: The Heifetz Master Class Vol. 1–3 (1962).
  • Musik fürs Leben, Originaltitel They Shall Have Music (1939)[3]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Booklet zur CD The Heifetz-Collection Volume 36
  2. Alain Pâris: Klassische Musik im 20. Jahrhundert. 2. Auflage. dtv, München 1997, ISBN 3-423-32501-1, S. 343 f.
  3. [1], Filminformationen auf IMDB.de


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