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Ilse Kassel

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Ilse Kassel

Ilse Kassel (geb. 9. Juni 1902 in Berlin; Suizid am 20. September 1943 in Alt Gurkowschbruch) war eine jüdische Ärztin und Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime.

Leben

Sie war die Tochter des Arztes Woldemar Kassel und seiner Frau Hedwig (geb. Fürstenheim). Nach ihrem Medizinstudium arbeitete sie zunächst als Assistenzärztin in Berlin und übernahm am 31. August 1930 die Arztpraxis ihres Vaters. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurden ihr zur Zeit des Nationalsozialismus 1933 die Kassenzulassung und 1938 die Approbation entzogen. Sie gehörte der SPD bis zu dem Verbot dieser Partei an. Wegen Mitgliedschaft in einer kommunistischen Widerstandsgruppe wurde sie 1936 verhaftet. Während ihrer Gefangenschaft kam ihre Tochter Edith zur Welt. Nach ihrer Entlassung war sie zunächst in der Krankenpflege und später als Zwangsarbeiterin in der Rüstungsindustrie tätig. Wegen zunehmender antijüdischer Verfolgungsmaßnahmen durch das NS-Regime versteckten sich Mutter und Tochter schließlich auf dem Bauernhof einer ehemaligen Patientin. Nachdem sie von dort infolge einer Denunziation fliehen mussten, beschloss Ilse Kassel, sich das Leben zu nehmen. Zusammen mit ihrer Tochter nahm sie eine Überdosis Tabletten ein. Die Tochter überlebte jedoch und wurde am 15. Oktober 1943 zunächst nach Theresienstadt und am 23. Oktober 1944 in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde sie vermutlich am 25. Oktober im Alter von sieben Jahren vergast.

Heute erinnert an Ilse Kassel ein Stolperstein in der Wachsmuthstraße 9 in Berlin.[1] Die Fraktionen der Grünen und der SPD der BVV Reinickendorf beantragten am 12. Januar 2010: „Das Bezirksamt wird ersucht, den sogenannten Schloßplatz in Berlin-Hermsdorf zwischen Schloß-, Wachsmuth- und Auguste-Viktoria-Straße nach Dr. Ilse Kassel zu benennen“.[2]

Literatur

  • Rebecca Schwoch: Berliner jüdische Kassenärzte und ihr Schicksal im Nationalsozialismus: Ein Gedenkbuch. Hentrich & Hentrich Verlag, Berlin 2009, ISBN 3-941450-08-5

Weblinks

  • Ilse Kassel - Dokumentation: Ärztinnen im Kaiserreich

Einzelnachweise

  1. Heimatmuseum Reinickendorf
  2. Anträge der BVV Reinickendorf vom 12. Januar 2010


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