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Idumäa

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Die Idumäer sind ein antikes Volk, das in den letzten Jahrhunderten vor der Zeitenwende ein Gebiet südlich von Judäa besiedelte. Von den Juden wurden die Idumäer mit den Edomitern identifiziert. Ob diese Identifikation korrekt ist, ist unklar. Das Siedlungsgebiet wurde jedenfalls von den Griechen Idumäa (griech. Ἰδουμαία (Idoumaía); lat. Idumæa bzw. Idumea) genannt, die Bevölkerung dementsprechend Idumäer.

Die Idumäer erscheinen im 6. Jahrhundert v. Chr. westlich des ursprünglichen Siedlungsgebietes der Edomiter, in dem zur gleichen Zeit die Nabatäer auftreten. Ob die Nabatäer die vorher dort ansässigen Edomiter/Idumäer verdrängten oder die Nabatäer Nachkommen der Edomiter und die späteren Idumäer eine Abspaltung darstellen, ist ungeklärt.

Das Gebiet Idumäas erstreckte sich von Bethlehem im Norden bis Beerscheba im Süden und vom Toten Meer im Osten bis in die Küstenebene, jedoch nicht bis an die Küste des Mittelmeeres. Die Hauptstadt war Marissa.

Geschichte

Nach dem Bericht des Josephus wurden sie in der Regierungszeit des Hasmonäerkönigs Johannes Hyrkanos I. unterworfen und gewaltsam zum Judentum bekehrt[1]. Dem entgegen schreibt Strabon[2], die Idumäer wären Nabatäer, also Araber gewesen, die sich aufgrund eines Stammeszwists von den Nabatäern getrennt, sich westlich von ihnen angesiedelt und in der Folge Sitten und Gebräuche der Juden weitgehend übernommen hätten. Man darf also am gewaltsamen Charakter der Konversion zweifeln. Es scheint vielmehr so, dass der kriegerische Teil der Annexion Idumäas unter den Hasmonäern sich im Wesentlichen auf die stark hellenisierten Städte Marissa (vermutlich Geburtsort von Herodes dem Großen) und Dora beschränkte.

Für die Ansicht, die Konversion der Idumäer zum Judentum und die Eingliederung Idumäas in das Gebiet von Judäa sei im Wesentlichen kein gewaltsamer Akt gewesen, spricht vor allem, dass bei der Neuordnung Palästinas durch Pompeius den Großen im Jahr 63 v. Chr. die von den Hasmonäern eroberten, nichtjüdischen Gebiete aus Judäa ausgegliedert wurden. Idumäa gehörte nicht dazu. Daraus kann man folgern, dass zu jener Zeit Idumäa sowohl von den Römern als auch von den Idumäern als integraler Teil Judäas betrachtet wurde. Weiter berichtet Josephus, dass unter den Führern des Aufstandes gegen die Römer 66 bis 74 n. Chr. Idumäer an prominenter Stelle und mit besonderem Eifer mitwirkten[3]. Schließlich sprechen auch die wechselseitigen ehelichen Verbindungen zwischen idumäischem Adel und dem jüdischen Königsgeschlecht der Hasmonäer (Johannes Hyrkanos II., ein Hasmonäer, heiratete eine Idumäerin) dafür, dass die Idumäer (zumindest was ihre Oberschicht anbelangt) als vollwertige Juden betrachtet wurden.

Fußnoten

  1. Josephus: Ant.Jud. 13,257f.
  2. Strabon: Geogr. 16,2,34
  3. Josephus: Bell.Jud. 4,314-318


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