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Hämatom

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem medizinischen Begriff, für die deutsche Metalband siehe Hämatom (Band).
Klassifikation nach ICD-10
T14.0 Oberflächliche Verletzung an einer nicht näher bezeichneten Körperregion
T00.9 Multiple oberflächliche Verletzungen, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Datei:Hämatom und Naht.jpg
Nasales Hämatom, temporale Hautabschürfung. In der Mitte eine Quetsch-Riss-Wunde, welche mit einer Einzelknopfnaht versorgt wurde.
Datei:Hematoma Edema 01.jpg
Ödem (Schwellung) und Hämatom nach der Extraktion eines Weisheitszahns (zeitlicher Verlauf über elf Tage)
Datei:CameraZOOM-20130417130313021.png
Subunguales Hämatom - Schmerzhafter Bluterguss unter einem Fußnagel
Datei:Sprained ankle.jpg
Fuß mit angeschwollenem Knöchel und Hämatom nach einem Bänderriss
Datei:Hämatom Bauch.jpg
Hämatom am Bauch nach Einwirkung von außen, 24 Stunden danach

Ein Hämatom (von altgriechisch αἷμα haima „Blut“)[1] ist ein Blutaustritt aus verletzten Blutgefäßen im Körpergewebe oder eine vorbestehende Körperhöhle.[2] Ein Hämatom wird daher auch Bluterguss, blauer Fleck oder (am Auge) Veilchen genannt.

Ursache und Verlauf

Hämatome sind meist Blutungsereignisse im subkutanen Bereich, die durch Gewalteinwirkung von außen entstehen, z. B. Stoß, Schlag, Sturz oder nach einer Operation. Sie können stark anschwellen und sehr schmerzhaft sein. Sie können jedoch auch im Falle einer Hämophilie ohne direktes Trauma auftreten. Im Regelfall heilt ein Bluterguss von selbst im Laufe von zwei bis drei Wochen ab. Im Laufe der Heilung treten verschiedene Farben auf, weil die Blutrückstände vom Körper abgebaut werden. Die Phasen sind folgendermaßen zu erklären:[3]

  1. Rot: die kleinen Gefäße (Kapillare) platzen auf und das Blut (rot durch Hämoglobin) tritt ins Gewebe
  2. Dunkelrot-Blau: das Blut gerinnt
  3. Braun-Schwarz: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Choleglobin/Verdoglobin (Gallenfarbstoff)
  4. Dunkelgrün: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Biliverdin (Gallenfarbstoff) durch die Hämoxygenase (NADPH/H-abhängig).
  5. Gelb-Braun: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Bilirubin (Gallenfarbstoff) durch die Biliverdin-Reduktase (NADP/H-abhängig).

Durch sofortiges Kühlen der verletzten Stelle lassen sich der Schmerz und die Ausbreitung eindämmen, weil sich die Blutgefäße dabei zusammenziehen und somit weniger Blut austritt.

Ein Hämatom unter der Knochenhaut geht mit einem heftigem Schmerz einher; mittelfristig kann es zu druckempfindlichen, u. U. dauerhaft bestehen bleibenden, tastbaren Verhärtungen kommen. Für die Erstversorgung ist die PECH-Regel (Pause – Eis – Compression – Hochlagern) zu beachten; evtl. ist eine gerinnungshemmende Salbe einzusetzen.[4] Es kommt häufig beim Schienbein vor, da der Knochen bei einer Prellung, wie sie etwa durch einen Schlag mit einem kantigen Gegenstand oder durch einen Sturz gegen eine Treppenkante geschieht, kaum durch zwischenliegendes Gewebe oder Muskeln geschützt ist.

Gefährlich werden Hämatome im Gehirnbereich (siehe Hirnblutung) sowie innere Hämatome, ebenso bei der Bluterkrankheit oder bei Einnahme von gerinnungshemmenden („blutverdünnenden“) Medikamenten (z. B. Marcumar). In letzterem Falle können Hämatome bereits durch ein Bagatelltrauma ausgelöst werden. Auch in den (tragenden) Gelenken wie Knie, Sprunggelenk, Hüfte können blutige Gelenkergüsse entstehen und bei wiederholtem Auftreten die Entstehung einer Arthrose begünstigen. Hämatome in Muskellogen, verursacht z. B. durch einen „Pferdekuss“, können zu einem Kompartmentsyndrom führen und im Extremfall eine Fasziotomie erforderlich machen.[5]

Beim Krankheitsverlauf des Myelodysplastischen Syndroms treten am ganzen Körper immer mehr Hämatome auf.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Hämatom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Hämatom – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. München/Wien 1965.
  2. A. Hirner u. a.: Chirurgie. Thieme Verlag, 2004, ISBN 3-13-130841-9, S. 388, books.google.de
  3. F. Horn: Biochemie des Menschen, Lehrbuch für Medizinstudenten. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 2005
  4. Rolf Haaker: Sportverletzungen – was tun? Prophylaxe und sportphysiotherapeutische Behandlung. Springer, 1998, ISBN 978-3-642-58917-1, S. 39
  5. Notoperation bei Nationalspieler Christian Ziege. In: FAZ, 29. Dezember 2002, Sport
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