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Güte

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Güte (Begriffsklärung) aufgeführt.

Unter Güte (von gut, mhd. Güete, ahd. guoti) versteht man eine freundliche, wohlwollende und nachsichtige Einstellung gegenüber Anderen. Sie wurde früher auch Herzensgüte genannt.

Im Christentum ist Güte eine der Haupteigenschaften Gottes, siehe auch Liebe Gottes.

Definitionen

Die Bibel
In Galater 5,22 wird Güte als eine Frucht des Geistes definiert.

siehe auch: Güte Gottes

Albert Schweitzer

Albert Schweitzer führt in seiner Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben aus, dass in der Gütigkeit vorankommt, wer den Mut hat, sich selber zu beurteilen und zu richten, darum zu ringen, wahrhaft friedfertig werden zu wollen: „Rechtes Denken lässt das Herz mitreden. Stetige Gütigkeit vermag viel. Wie die Sonne das Eis zum Schmelzen bringt, bringt sie Missverständnisse, Misstrauen und Feindseligkeit zum Schwinden. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen.“ (Albert Schweitzer: Die Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben, S. 49.)

Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer führt die Herzensgüte auf das Überwiegen der Erkenntnis über den Willen zurück: „Denn jene entsteht ja zuletzt dadurch, dass das bloß erkannte Leiden anderer unser Tun mehr bestimmt als der eigene Wille und sein unmittelbares Genügen. ... Die Großmut, die Clementia, das Vergeben, das Erwidern des Bösen mit Gutem zwingt uns deshalb so ungemessenes Lob und Bewunderung ab, weil der es übt, sein eignes Wesen wiedererkennt auch in dem, welcher in ihm das seinige verkannte: und zugleich ihn von seinem Irrtum zurückbringt auf dem Wege, welcher der sanfteste und zugleich der allein sichere ist: denn dieser ist genötigt zu sich (im innersten Gefühl) zu sagen: ‚Das Wesen, das ich verletzte, war ich selbst, denn es behandelt mich wie sich selbst.‘ - Wie wenig vermag dagegen der unsichere Weg der Vorwürfe.“(Arthur Schopenhauer, Der Handschriftliche Nachlass in fünf Bänden. Vollständige Ausgabe in sechs Teilbänden. Hrsg. von Arthur Hübscher, Bd. 4: Über Güte und Großmut, Aus: Nachlass, S. I, 1, zitiert nach Ulrich Wickert, Das Buch der Tugenden, S. 449.)

Abgrenzung

Güte bzw. Herzensgüte ist damit von den Komplexen Geist und Verstand abzugrenzen, wobei auf ein Zitat Friedrich Schillers hinzuweisen ist, wonach der Kopf das Herz bilden muss (Friedrich Schiller, Philosophische Briefe).

Gegensatz

Als Gegensatz zur Güte bzw. Herzensgüte sind Strenge oder Unnachgiebigkeit anzusehen.

Elemente der Güte

Herzensgüte und Charakter

Dass Herzensgüte den Charakter formt, hat schon Arthur Schopenhauer erkannt:

„Eine gewisse Art von Mut entspringt aus einer Wurzel mit der Herzensgüte, nämlich daraus, dass der damit begabte Mensch sich seines Daseins in den andern Individuen fast so deutlich bewusst ist als in dem eigenen. Wie hieraus die Herzensgüte hervorgeht, habe ich oft gezeigt. Den Mut bringt dieses Bewusstsein dadurch hervor, daß der Mensch weniger an seinem individuellen Dasein hängt, da er fast ebenso sehr im allgemeinen Dasein aller Wesen lebt und deshalb für sein Leben und was dem anhängt, wenig besorgt ist. Dies ist keineswegs jedes Mal die Quelle des Muts: denn er ist ein Phänomen verschiedener Ursachen. Aber es ist die edelste Art des Mutes, welches sich darin zeigt, dass er hier mit großer Sanftmut und Geduld verbunden ist.“ (Arthur Schopenhauer)

Güte ist nach der Bibel eine Frucht des Geistes. Sie wird somit durch den heiligen Geist in einem Menschen gewirkt und ist nicht auf ein bestimmtes Maß beschränkt, sondern kann zunehmen und wachsen.

Literatur

  • Arthur Schopenhauer, Der Handschriftliche Nachlass in fünf Bänden. Vollständige Ausgabe in sechs Teilbänden. Hrsg. von Arthur Hübscher, Bd. 4: Über Güte und Großmut, Aus: Nachlass, S. I, 1
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