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Chaim Ozer Grodzinski

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Rabbiner Chaim Ozer Grodzinski (rechts), zusammen mit Rabbiner Shimon Shkop

Chaim Ozer Grodzinski (hebr. ‏חיים עוזר גרוז'נסקי‎, * 24. August 1863 in Iwye, Weißrussland; gest. 9. August 1940 in Wilna - Jahrzeit: 5. Aw) war ein Rabbiner, Beth Din, Posek und Talmud-Gelehrter in Vilnius im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Während seiner 55 Jahre, die er sein Amt ausführte, wurde er als einer der leitenden Posskim weltweit angesehen.[1] Er spielte eine wichtige Rolle beim Schutz litauischer Jeschiwot während der "Kommunistischen Ära" und rettete Jeschiwot in Polen und Russland 1939.

Leben

Rav Chaim Ozer Grodzensky wurde 1863 in Ivye, einem kleinen Ort nahe Vilna geboren. Über eine Zeitspanne von 80 Jahren waren sein Vater und Großvater die Rabbiner dieser Stadt. Rav Chaim Ozer war ein schwaches, etwas kränkliches Kind, das außerordentlich intellektuell begabt war[2] und über ein sehr ungewöhnliches Gedächtnis verfügte, das ihn bis zu seinem Lebensende nie etwas vergessen ließ. Mit fünfzehn Jahren begann er in der Jeschiwa von Volozhin zu lernen und machte bald als großer Toragelehrter von sich reden. Rav Eliyahu Eliezer Grodnensky (1831-1887), der Rav von Vilna und Schwiegersohn Rav Jisroel Salanters, wurde sein Schwiegervater und nach dessen Tod im Jahr 1887 drängte man das junge Genie, die Position des Rav von Vilna zu übernehmen.

Rav Chaim Ozer bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod und wurde eine der führenden Persönlichkeiten des litauischen Judentums. Er schrieb Responsen zu halachischen Anfragen aus aller Welt und war eine allseits anerkannte Autorität, aber es war vor allem seine Führungsrolle in allen jüdischen Angelegenheiten, die unumstritten war. 1912 gehörte er mit dem Chofetz Chaim zu den Gründern von Agudath Israel und verschaffte damit dem orthodoxen Judentum ein bedeutendes Sprachrohr und eine politische Repräsentation. Im und nach dem Ersten Weltkrieg sorgte Rav Chaim Ozer dafür, dass Jeschiwa-Studenten auch unter schwierigen Umständen weiterlernen konnten. Trotz seines vielfältigen Einsatzes für Gemeindeangelegenheiten fand er Zeit zu schreiben. Sein brillantes Werk Achiezer wurde ab 1922 veröffentlicht und enthält seinen Kommentar zu Teilen des Schulchan Aruch und des Talmud. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 veranlasste er den Umzug vieler polnischer Jeschiwot nach Vilna. Er starb 1940 in Vilna.

Einzelnachweise

  1. Rabbi Aharon Sorasky. Glimpses of Greatness: Reb Chaim Ozer Is Klal Yisrael. Hamodia Features, 22 July 2010, p. C3.
  2. Man erzählt über ihn, dass er gleichzeitig mit beiden Händen zwei verschiedene Briefe schreiben und zur gleichen Zeit jemandem zuhören und antworten konnte.

Andere Wikis


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