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Bergwerk

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bergwerk (Begriffsklärung) aufgeführt.

Ein Bergwerk ist ein Bauwerk zur Gewinnung von Rohstoffvorkommen aus der Erdkruste mit Methoden der Bergbau- und Geotechnik.

Im engeren Sinne wird als Bergwerk eine Anlage bezeichnet, bei der Schächte und Strecken unter die Erdoberfläche (unter Tage) getrieben werden. Im weiteren Sinne gehören auch Grabungen an der Erdoberfläche (über Tage) und Bohrungen dazu.

Bauarten

Untertagebergwerke

Schachtanlage „Friedrich Heinrich 1/2“ in Kamp-Lintfort
Hauptartikel: Untertagebau

Die Erschließung einer Lagerstätte durch ein Untertagebergwerk beginnt mit der Ausrichtung. Begonnen wird mit der Abteufe der Schächte oder dem Vortrieb (Auffahren) von Stollen. Sie sind die Verbindung zwischen der Tagesoberfäche und Lagerstätte und für die Förderung, Fahrung, Materialversorgung, Wasserhaltung und Wetterführung notwendig.

Die Wahl der Schachtstandorte beeinflusst die Herstellungs- und Betriebskosten des Untertagebergwerks. Von den Schächten gehen die Strecken zu den Lagern (Flöze, Gänge, Stöcke) der zu fördernden Rohstoffe ab.

Zum Bergwerk zählen die Tagesanlagen, die Teile des Bergwerkes, die sich über Tage (oberirdisch) befinden: Förderturm, Kaue, Anlagen zur Be- und Entlüftung (Bewetterung), zur Wasserhaltung und -reinigung und die Aufbereitungsanlagen.

Tagebaue

Chuquicamata, Chile, der größte und zweittiefste Tagebau der Welt
Hauptartikel: Tagebau

Gewinnung von Massenrohstoffen und fossilen Brennstoffen durch große Bagger (Radlader, Schaufelradbagger, Eimerkettenbagger, o. ä.). Falls nötig Zerkleinerung in Brechern. Abtransport mit Muldenkippern oder über Bandförderanlagen.

Bohrungen

Umweltauswirkungen

Der Erzberg Kirunavaara in schwedisch Lappland

Jegliches Bergwerk bringt naturgemäß negative Auswirkungen auf die Umwelt mit sich. Unabhängig von der Art der Rohstoffgewinnung muss eine Infrastruktur geschaffen werden, die den Abtransport ermöglicht. Wenn sich das Abbaugebiet – wie häufig der Fall – in abgelegenen Wildnis-Regionen befindet, führt schon allein der Bau von Straßen oder Eisenbahnen und die Schaffung von Arbeitersiedlungen zwangsläufig zu einer weitreichenden Beeinflussung der natürlichen Umwelt. Die Erfahrung zeigt, dass entlang der Verkehrswege im Laufe der Zeit weitere Anlagen verschiedenster Art und damit neue Siedlungen und weitere Straßen entstehen, die zumindest die Parzellierung der Naturlandschaften immer mehr verstärken. Dies alles kann u. a. die Wanderbewegungen großer Tierherden stören, wie beispielsweise der Karibus in Alaska. Eine große Anzahl der Konfliktfelder indigener Völker geht auf Maßnahmen der Rohstoffförderung zurück.[1][2] Ein anschauliches Beispiel für die Folgeentwicklungen von Bergbauprojekten ist der Bau der Erzbahn in schwedisch Lappland, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich die Erschließung des kaum besiedelten Nordens vorangetrieben hat.[3]

Erzbahn Kiruna - Narvik

Insbesondere der Tagebau – der aufgrund des zunehmenden Bedarfes an Rohstoffen immer größere Ausmaße annimmt – hat oftmals enorme Veränderungen des Landschaftsbildes zur Folge. Die Umschichtung von Millionen Tonnen Erdreich, die Vertiefung der Gruben und der Wasserverbrauch haben weitreichende Auswirkungen auf den Naturhaushalt und den Grundwasserspiegel der betroffenen Regionen. Bisweilen sind davon auch Siedlungen betroffen, die dem Tagebau weichen müssen.[4] Ein bekanntes Beispiel für die genannten Problematiken ist der Tagebau Garzweiler in der Niederrheinischen Bucht.

Panoramaaufnahme vom Tagebau Garzweiler mit den Kraftwerken in Grevenbroich-Frimmersdorf (links) und -Neurath sowie Bergheim-Niederaußem (rechts) im Hintergrund

Neben den vorgenannten Auswirkungen führt nahezu jede Form des Bergbaus zu diversen Emissionen giftiger Stoffe in Luft und Wasser. Große Umweltskandale dieser Art mit erheblichen gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung wurden von den Goldminen Südamerikas bekannt, bei denen große Mengen des hochgiftigen Quecksilbers in die Umwelt gelangen. Weitere problematische Stoffe bei der Gewinnung metallischer Erze sind Phosphor- und Schwefel-Verbindungen, Schwermetalle oder radioaktive Substanzen. Während die Bergbaufirmen Europas vielfach große Anstrengungen unternehmen, um diese Emissionen zu verhindern oder zu minimieren, sind die Auflagen und Maßnahmen in den Ländern der Dritten Welt oftmals ungenügend.[5]

Literatur

  • Walter Bischoff, Heinz Bramann; Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum (Hrsg.): Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage Auflage. Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.
  • Das Wissen des 20. Jahrhunderts. Erster Band, Verlag für Wissen und Bildung, Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH, Gütersloh 1971.

Weblinks

 Commons: Bergwerke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 Portal:Bergbau – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bergbau

Einzelnachweise

  1. WELTWEIT: INDIGENE KONFLIKTHERDE - BERICHT 57 - DEZEMBER 2011. Website des Vereines "Freunde der Naturvölker e.V.". Abgerufen am 12.03.2013.
  2. Yvonne Bangert (Hrsg.): INDIGENE VÖLKER - AUSGEGRENZT UND DISKRIMINIERT - Menschenrechtsreport Nr. 43 der Gesellschaft für bedrohte Völker - August 2006 zum internationalen Tag der Indigenen Völker.
  3. Kjellström, Rolf: Samernas liv (schwedisch). Carlsson Bokförlag, Kristianstad 2003, ISBN 91-7203-562-5
  4. Thomas Oertel: Dissertation: "Untersuchung und Bewertung geogener und anthropogener Bodenschwermetallanreicherungen als Basis einer geoökologischen Umweltanalyse im Raum Eisleben-Hettstedt", Kapitel 2: "Umweltveränderungen in Bergbauregionen". Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2003.
  5. Hartmut Bossel: Umweltwissen – Daten, Fakten und Zusammenhänge. Springer, Berlin, Heidelberg, NewYork 1990/1994, ISBN 3-540-57225-2.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Bergwerk aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.