Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Aristobulos II.

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Aristobulus II.jpg
Aristobulus II. aus "Promptuarii Iconum Insigniorum"

Aristobulos II. (geb. um 100 v. Chr.; gest. 49 v. Chr. in Rom) war ein jüdischer König und Hohepriester der hellenistisch beeinflussten aristokratischen Sadduzäer.

Aristobulos war der jüngste Sohn des hasmonäischen Königs Alexander Jannäus, Nach dem Tod von Königin Salome Alexandra, seiner Mutter, im Jahr 67 v. Chr. wurde zunächst Aristobulos' Bruder und Hohepriester Johannes Hyrkanos II. rechtmäßiger König der Juden. Aristobulos hielt seinen Bruder jedoch für ungeeignet, das Königreich zu führen. Es kam in der Folge zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Brüdern. Da Aristobulos den Großteil der Bevölkerung für sich gewinnen konnte, setzte er sich schließlich gegen Hyrkanos durch und wurde Hohepriester und König. Hyrkanos willigte ein, als Privatmann zu leben.

Der erzwungene Frieden wurde jedoch gestört, als Antipatros, der Vater von Herodes, dem späteren König, eingriff. Antipatros war Hyrkanos eng verbunden und mit dem Machtwechsel sah er sich selbst in Gefahr. Antipatros gelang es, die oberste Schicht der Juden erneut für die Sache des Hyrkanos zu gewinnen, wodurch er sich auch den Einfluss auf diesen sicherte. Er brachte Hyrkanos dazu, zu Aretas III., dem König der Nabatäer, zu fliehen, der ihm für die Rückgabe von zwölf zuvor an Jannaios verlorenen Städten militärischen Beistand zusicherte. Im Jahr 65 v. Chr. wurde Aristobulos nach einer Belagerung des Tempels von Jerusalem besiegt.

Die Streitigkeiten der beiden Brüder um den Thron veranlassten nun auch die Römer 64 v. Chr. ins Geschehen einzugreifen und dadurch ihren Einfluss in der Region zu erweitern. Beide Brüder wetteiferten um die Gunst Scaurus, Quästor dem Feldherrn des Pompeius, für ihre Sache. Die Entscheidung fiel zu Gunsten von Aristobulos. Scaurus drängte Hyrkanos und Aretas zum Rückzug.

Im Winter 64/63 v. Chr. erschienen in Antiochia erstmals Abordnungen der beiden streitenden Brüder vor Pompeius selber. Eine Entscheidung sollte aber erst nach dem geplanten Feldzug gegen die Nabatäer erfolgen. Pompeius ermahnte beide Parteien eindringlich, bis zu einer Entscheidung den Frieden zu wahren. Aristobulos ahnte den für ihn schlechte Ausgang der Entscheidung und reiste vorzeitig ab. Pompeius verfolgte ihn und zwang ihn, ihm seine sämtlichen Festungen zu überlassen. Aristobulos wollte von nun an aus Jerusalem gegen Pompeius Krieg führen, als dieser jedoch mit einer gewaltigen Streitmacht dort auftauchte, kapitulierte Aristobulos und bot Wertgegenstände und Unterwerfung der Stadt an. Vermutlich waren einige Anhänger Aristobulos' nicht gewillt, dem Folge zu leisten und verwehrten den Römern den Einzug in die Stadt. Daraufhin nahm Pompeius Aristobulos gefangen und brachte ihn nach Rom.

Aristobulos gelang es, zu fliehen, er wurde allerdings in Machaerus wieder festgenommen. Caesar bestimmte ihn 49 v. Chr. wieder zum Herrscher der Hasmonäer und stellte ihm römische Truppen zur Verfügung, um seine Herrschaft zurückzuerobern. Pompeius ließ Aristobulos allerdings noch vor dem Antritt der Herrschaft vergiften. Der Leichnam des Aristobulos wurde in Honig einbalsamiert, bis Marcus Antonius ihn später nach Judaea schickte und in der Königsgruft der Festung Alexandreion beisetzen ließ.[1]

Alexander, sein erster Sohn, wurde im Jahre 49 v. Chr. in Antiochia hingerichtet, Antigonos, der zweite Sohn des Aristobulos, sollte der letzte Anführer eines teilweise eigenständigen Reiches der Hasmonäer werden.

Literatur

Anmerkungen

  1. Flavius Josephus: Antiquitates iudaicae. Buch XIV 7,4.


Vorgänger Amt Nachfolger
Salome Alexandra König von Judäa
67-63 v. Chr.
Johannes Hyrkanos II.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Aristobulos II. aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.