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Alfred Beit

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Datei:Alfred Beit 1905.jpg
Alfred Beit, 1905

Alfred Beit (geb. 15. Februar 1853 in Hamburg; gest. 16. Juli 1906 auf dem Landsitz Tewin Waters in der Nähe von Welwyn in der englischen Grafschaft Hertfordshire) war ein britisch-südafrikanischer Gold- und Diamantenmagnat. Er war ein Mäzen und einer der reichsten Männer seiner Zeit. Politisch war er Anhänger Cecil Rhodes und seiner Ideen eines britischen Imperialismus.

Familie

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Laura Beit von Kalckreuth

Alfred Beit wurde 1853 in Hamburg geboren. Die Beits waren eine bekannte Hamburger Familie sephardischen Ursprungs, der Urgroßvater Marcus Salomon Beit (1734-1810) war Gründer des Gold-Silber-Scheidebetriebes in der I. Elbstraße Nr. 43, dessen Enkel, Dr. Ferdinand Beit (1817-1870), der Onkel von Alfred Beit, war Mitbegründer des Elbkupferwerks, dem Vorläufer der Norddeutsche Affinerie. Zudem hatte er die Chemie und Farben Fabrik Beit & Co gegründet und war an der Gründung der Badische Anilin- & Soda-Fabrik AG beteiligt. Alfreds Eltern Siegfried Beit (1818 - 1881) und Laura geb. Hahn (1824 - 1918) waren 1851 vom jüdischen zum protestantischen Glauben übergetreten. Siegfried Beit war Tuchkaufmann und hatte, auch aus gesundheitlichen Gründen, geschäftlich wenig Erfolg. Alfred Beit ging auf die Privatschule Dr. Schleiden. Sein Klassenkamerad Werner von Melle berichtete, Beit wuchs in einfachen Verhältnissen auf. [1]

Leben

Beit machte nach Abschluss der Schule 1870 bei der Hamburger Im- und Export Firma David Lippert & Co. eine zweijährige Lehre. Von 1. April 1873 machte er seinen Wehrdienst als einjährigen Freiwilliger beim Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76. Darauf lernte er zusätzlich ein Jahr Diamantenschleifer in einem Betrieb bei Verwandten in Amsterdam. 1875 reist Beit im Auftrag der Firma David Lippert & Co in die Kapkolonie zur Stadt New Rush, die 1877 in Kimberley umbenannt werden sollte, um dort als Diamanteneinkäufer zu arbeiten. Beit war sehr erfolgreich und wurde bereits im folgenden Jahr selbstständiger Agent der Firma David Lippert & Co. Er arbeitete bis 1879 für Lippert und Co. [2]

Um das Kapital für seine eigenen Geschäfte aufzubringen, wandte sich Beit an einen Geschäftsfreund seines Vaters, Jules Porgès (1839-1921), der sich 1876 auch in New Rush aufhielt. Beit wechselte im Folgenden zu Porgès & Cie und wurde zusammen mit Julius Wernher, der seit 1873 für Porgès & Cie in Südafrika weilte, 1880 Teilhaber. Als Porgès sich 1889 aus den Geschäften in Südafrika verabschiedete, gründeten Beit und Wernher die Firma Wernher, Beit & Co. als Nachfolgerin.

Über Porgès & Cie gelang es Beit, viele Anteile an Diamantenminen nicht nur rund um Kimberley zu erwerben und damit Einfluss im beginnenden Konzentrationsprozess zu erlangen. In diesem Zusammenhang begann auch die Zusammenarbeit mit Cecil Rhodes. Als dieser 1888 De Beers Consolidated Mines Limited gründete, brachte Beit seine Anteile an Diamantenminen ein, wurde einer von vier Hauptanteilseignern von De Beers und Direktor auf Lebenszeit. Rhodes und Beits arbeiteten fortan dergestalt zusammen, dass Rhodes sich um die politische Seite und Beit sich um die finanzielle Seite der Geschäfte kümmerte. Dass Beit Rhodes sehr ergeben war, lässt sich auch daran erkennen, dass er an der Planung und Finanzierung des gescheiterten Jameson Raid, einem Überfall auf Paul Kruger's Südafrikanische Republik (1895), beteiligt war.

Beit war aber nicht nur in Diamantenhandel und -produktion sehr erfolgreich, ab 1886 gelang es ihm auch, große Teile der Schürfrechte an neu entdeckten Goldvorkommen im Gebiet Witwatersrand zu erwerben und auch dort ein beträchtliches Vermögen zu verdienen. 1888 gründete Beit zusammen mit Rhodes die Britische Südafrika-Gesellschaft, die sich der Ausbeutung der Witwatersrand Goldvorkommen sowie der Landeroberung und -erschließung in Südrhodesien widmete. Beit war in diesem Zusammenhang auch der erste, der sich um die Modernisierung und Erforschung neuer Schürftechniken kümmerte. Ab 1888 verlegte Beit seinen Hauptwohnsitz nach London und nahm die britische Staatsbürgerschaft an. Seitdem war er auch mit dem Ankauf von Kunst beschäftigt. Er erwarb eine umfangreiche Sammlung, wobei er sich bei Käufen unter anderem durch Wilhelm von Bode beraten ließ. Seit 1905 gesundheitlich schwer angeschlagen, verstarb er 1906 unverheiratet und kinderlos.

Mäzenatentum

Schon zu Lebzeiten hat Beit unterschiedlichen Einrichtungen Stiftungen gemacht. Da Beit Wilhelm Bode verbunden war, wurde dem Kaiser Friedrich-Museums-Verein, vor Eröffnung des entsprechenden Museums 1899 der Kauf des Bildnisses Landschaft mit dem Schiffbruch des Paulus von Peter Paul Rubens ermöglicht.[3] Der Gemäldegalerie (Berlin) wurden 1904 das Gemälde von Mr. John Wilkinson von Thomas Gainsborough [4] und zu einem anderen Zeitpunkt ein Gemälde von Joshua Reynolds vermacht.[5] Aus dem Erbe Beits erhielt das Kaiser-Friedrich-Museum 1907 als Vermächtnis die Statue Herkules von Antonio del Pollaiuolo geschenkt.[6] Auch der Hamburger Kunsthalle wurden Bilder geschenkt. So übernahm Beit die Kosten für das von Alfred Lichtwark angeregte und 1906 von Max Liebermann fertiggestellte Bild des Hamburger Professorenkonvent.[7] Die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, die finanzielle Keimzelle der späteren Universität Hamburg, wurde überhaupt erst ermöglicht durch die Schenkung der ersten 2 Millionen Goldmark von Beit. Er stiftete 1905 einen Lehrstuhl für Koloniale Geschichte an der Universität Oxford, dieser heißt heute Beit Professor of Commonwealth History.[8] In London wurde der Royal School of Mines des Imperial College London beträchtliche Mittel vermacht, eine Büste von Beit ziert den Eingangsbereich der Royal School of Mines. Zur Unterstützung der Gründung einer Universität in Johannesburg sah das Testament von Beit eine Summe 200 000 Pfund vor, da diese nicht schnell genug realisiert wurde, wurden diese Mittel aufgestockt, um eine ähnliche Summe durch Wernher für den Bau der Universität Kapstadt verwendet. Der Größte Teil seines Vermögens floss in den Beit-Trust, der die Aufgaben hat Infrastruktur- und Bildungsmaßnahmen im Südlichen Afrika und zu unterstützen. So wurden als Beispiel vom Trust 1929 die Alfred-Beit-Brücke über denn Limpopo (Fluss) errichtete, die einzige Verbindung von Simbabwe nach Südafrika. Neben dieser Brücke ist die Stadt Beitbridge entstanden. Der Beit-Trust ist auch heute fördernd in Malawi, Sambia und Simbabwe aktiv.

Einzelnachweise

  1. Werner von Melle: Dreißig Jahre Hamburger Wissenschaft: 1891 - 1921; Rückblicke und persönliche Erinnerungen, 2 Bände, Hamburg 1923
  2. Eric Zinnow: Die BeitChronik, Würzburg 1995, Handschrift Staatsarchiv Hamburg
  3. Wilhelm Bode: Mein Leben, Band 2, Berlin 1997; S. 262
  4. Wilhelm Bode: Mein Leben, Band 2, Berlin 1997; S. 228
  5. FAZ vom 23. Dezember 2006, S. 48 Kunstmarkt
  6. Wilhelm Bode: Mein Leben, Band 1, Berlin 1997; S. 248
  7. Pflugmacher, Birgit: Max Liebermann - sein Briefwechsel mit Alfred Lichtwark, Dissertation Hamburg 2001, S. 163 Fußnote 672. Volltextzugriff
  8. Netzpräsenz des Lehrstuhls

Literatur

  • Albrecht, Henning: Alfred Beit. Hamburger und Diamantenkönig, Hamburg 2011 (Mäzene für Wissenschaft Band 9), ISBN 978-3-937816-82-1
  • Justus, Christian: Das Leben und Wirken des Hamburger Kaufmanns Alfred Beit, Magisterarbeit, Hamburg 1990
  • Rosenthal, Eric: Rhodesian Jewry and its Story Online als pdf

Weblinks


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