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Sándor Scheiber

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Sándor (auch: Alexander) Scheiber (geb. 9. Juli 1913 in Budapest; gest. 3. März 1985 in Budapest) war ein ungarischer Rabbiner und jüdischer Gelehrter. Von 1950 bis zu seinem Tod war er Direktor des Rabbinerseminars in Budapest.

Leben

Scheiber stammte väterlicher- und mütterlicherseits aus Rabbinerfamilien. 1938 erhielt er am Budapester Rabbinerseminar die Ordination als Rabbiner, als Schüler von Bernát Heller. Nach Studienaufenthalten in London, Oxford und Cambridge, bei denen er mittelalterliche hebräische Handschriften untersuchte und dabei zahlreiche Geniza-Fragmente entdeckte, war er von 1941 bis 1944 Rabbiner von Dunaföldvár. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er im Pester Rabbinerseminar eine Professorenstelle und war von 1950 bis zu seinem Tode Direktor dieser international angesehenen Institution, dem damals einzigen Rabbinerseminar im Ostblock, wo jüdische Geistliche für den Dienst in Ungarn und im Ausland ausgebildet wurden. An der Universität Szeged erhielt er 1949 einen Lehrstuhl für Folklore des Orients.

Im Bemühen, die Traditionen des ungarischen Judentums aufrechtzuerhalten, publizierte er zahlreiche Werke gelehrter ungarischer Juden, darunter Wilhelm Bacher, Fauna und Mineralien der Juden von Immanuel Löw (1969) sowie das Tagebuch von Ignaz Goldziher (1978). 1957 veröffentlichte er ein Faksimile der sogenannten Kaufmann-Haggada, benannt nach David Kaufmann, die heute als Sarajevo-Haggada bekannt ist.

An Scheibers Todestag, dem 3. März, wird jedes Jahr vom ungarischen Kulturministerium der Sándor Scheiber-Preis (ungarisch: "Scheiber Sándor-díj") für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Judaistik verliehen.

Literatur

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Sándor Scheiber aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.