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Abraumhalde

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Absetzer beim Verkippen von Abraum
HeringenMonte Kali, im Hintergrund die Halde bei Philippsthal im Juni 2009

Eine Abraumhalde, auch Hochkippe genannt, ist eine Halde, die durch das Aufschütten (bergmännisch Absetzen, Verkippen oder Verstürzen) von Abraum aus einem Tagebau entstanden ist.[1][2]

Entstehung

Beim Aufschluss und beim Betrieb einer Tagebaugrube fallen große Mengen an Abraum, bestehend aus Deckgebirge und Zwischenmitteln, als „taubes“ Material (Masse) an.

Im laufenden Betrieb ist es normalerweise möglich, die auf der Abbauseite anfallenden Abraummassen vollständig innerhalb des Tagebauloches auf der Seite, wo der Rohstoff bereits herausgewonnen wurde, zu verkippen. Hierfür wird der Abraum entweder mittels Bandanlagen herübertransportiert und dann mittels Absetzer verkippt[3], oder Transport und Verkippung werden in einer Förderbrücke kombiniert. In manchen Tagebauen geschieht der Transport auch per LKW oder per Grubenbahn. Die Materialbilanz ist aufgrund des herausgewonnenen Rohstoffes leicht negativ, das Tagebauloch wandert in horizontaler Richtung, es behält aber annähernd seine Tiefe (bergmännisch Teufe) und sein Volumen. Zum Ende des Abbaubetriebes bleibt ein Restloch zurück.[4][1]

Anders als im laufenden Betrieb ist es beim Aufschluss und in der Frühphase des Betriebes, vor Erreichen der vollen Teufe, oft notwendig, Material nach außerhalb des Tagebauloches zu verbringen. Falls nicht in der Umgebung ein Restloch eines anderen, bereits vollständig ausgebeuteten Tagebaues liegt, für dessen Verfüllung das Material genutzt werden kann, muss Material an geeigneter Stelle auf freiem Feld verkippt werden. Hier entsteht dann mit der Zeit eine Hochkippe. Liegt die Kippe auf freiem Feld außerhalb eines Tagebaus, spricht man auch von einer Außenkippe. Auch beim Verkippen innerhalb eines Tagebaufeldes (dabei kann es sich um denselben Tagebau handeln, aus dem der Abraum stammt, oder einen anderen) kann eine Hochkippe entstehen, wenn die Höhe der Kippe über das Niveau des umliegenden Geländes hinausreicht; hier spricht man von einer (überhöhten) Innenkippe.[1]

Manchmal werden Hochkippen nur vorübergehend angelegt und später wieder abgetragen, um das Material zum Verfüllen von Restlöchern zu benutzen.

Rekultivierung und Nachfolgenutzung

Hochkippen aus sandigen Massen haben meist die Form eines Tafelberges mit einem großflächigen Hochplateau.[5] So kann nach erfolgter Setzung des Materials und Rekultivierung der Oberfläche das Plateau landwirtschaftlich genutzt werden. Die Seitenhänge sind zur Stabilisierung und zur Vermeidung von Erdrutschen meist bewaldet angelegt.[1]

Auf einigen Kippen sind zur Ausnutzung der günstigen Höhenlage Windkraftanlagen und/oder Sendemasten aufgestellt worden.

Siehe auch

  • Bergehalde – Halden aus dem untertägigen Bergbau, insbesondere aus dem Steinkohlenbergbau

Weblinks

 Commons: Abraumhalden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Braunkohlentagebau und Rekultivierung. Gabler Wissenschaftsverlage, 1998, ISBN 3-540-60092-2 (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  2. Fachbereichsstandard: Begriffe für den Braunkohlentagebau: Verkippungstechnik. TGL 100-5173, Blatt 9, Gruppe 131230. 1972-12 (bbr-server.de).
  3. Achim Schumacher et al.: Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlerevier. Exkursionsführer.. Teil III: Tagebautechnik und Kraftwerke, Forschungsstelle Rekultivierung, Jüchen 2011 (forschungsstellerekultivierung.de).
  4. Rianne Knoot, Renée de Waal: Braunkohlebergbau und -rekultivierung in der Lausitz: eine Landschafts-Chronik. (Nicht mehr online verfügbar.) LMBV, 27. Mai 2009, ehemals im Original; abgerufen am 29. März 2012. (Link nicht mehr abrufbar)
  5. Vorlage:Mineralienatlas


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