Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Wladimir Alexandrowitsch Gussinski

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wladimir Gussinski

Wladimir Alexandrowitsch Gusinskij (russisch Владимир Александрович Гусинский; * 6. Oktober 1952 in Moskau) ist ein russischer Medienmagnat im Exil.

Leben

Aufstieg während der Perestroika

Gussinski war früher Theaterregisseur in Tula und arbeitete zusätzlich nebenher als Taxifahrer. Die Perestroika ermöglichte es ihm zusammen mit Freunden 1987 eine private Genossenschaft zu gründen, die unter anderem Bekleidungsartikel und einfache Plastikwaren herstellte. In dieser Zeit lernte er andere russische Jungunternehmer kennen und es bildeten sich schnell Netzwerke. Anfang der Neunziger wurde er zum Gründer und Eigentümer der Most-Bank und Präsident der Medienholding Media-Most, zu der auch Kanal 4 (der spätere erste nationale private Fernsehsender, NTW), und der Rundfunksender Echo Moskwy gehörten [1].

Semibankirowschtschina 1996

Als 1996 die Wiederwahl Boris Jelzins wegen der wiedererstarkten kommunistischen Partei um Gennadij Sjuganow stark gefährdet schien, schloss Gussinski sich öffentlichkeitswirksam mit seinem Erzrivalen Boris Beresowski und fünf anderen russischen Oligarchen zur „Sieben-Bankiers-Bande” („Semibankirowschtschina”) zusammen, um dem damals amtierenden Präsidenten durch eine millionenschwere Werbekampagne zum Sieg zu verhelfen. Die Zusammenarbeit der Oligarchen erwies sich als voller Erfolg und Jelzin wurde erneut Präsident, nachdem er anfangs nur Umfragewerte im einstelligen Prozentbereich erzielen konnte.[2][3]

Probleme mit Putin

Der russische Präsident Putin ließ sich von Gussinski bei seiner Wahl 2000 zum Präsidenten finanziell unterstützen, wandte sich aber bald danach gegen ihn. Es begann eine Kaskade von Vorwürfen über nicht beglichene Schulden und Betrügereien gegen Gussinskis Unternehmen.[4] Zuvor hatte der Sender NTW eine Reihe von regierungskritischen Sendungen ausgestrahlt. So gab es ab Herbst 1999 regelmäßig Talkshows, bei denen über Hinweise auf die Beteiligung des FSB an den Bombenattentaten auf Moskauer Wohnhäuser diskutiert wurde. Zusätzlich hatten Gussinskis Medien sehr kritisch über das offizielle russische Vorgehen nach dem Kursk-Unglück im Sommer 2000 berichtet.[5] Für die angeblich unfaire Berichterstattung hatte Putin Gussinski persönlich getadelt. Die Büros des Fernsehsenders NTW wurden im Jahr 2000 in über zwanzig verschiedenen Fällen von bewaffneten und maskierten privaten Sicherheitsdiensten gestürmt.[6] In der russischen Öffentlichkeit war ein solches Vorgehen schon vorher als „Masken-Show” getauft worden, als die Regierung ihren Kampf gegen die Korruption forcierte. Der Druck gegen Gussinksi nahm zu. Er saß einige Tage in Untersuchungshaft und wurde freigelassen, nachdem er einen Vertrag unterschrieb, der es Gazprom ermöglichte, ihm für 300 Mio US-Dollar alle Media-Most Aktien abzukaufen. (siehe auch Übernahme von NTW)

Anfang 2001 verließ Gussinski Russland in Richtung Spanien, um einem Haftbefehl zu entgehen. Zwischen Spanien und Russland gab es 2001 wegen ihm ein diplomatisches Drama, aber, genauso wie im Jahr 2004 in Griechenland, gelang es den russischen Behörden nicht, Gussinskis Auslieferung zu erreichen.

Leben in neuer israelischer Heimat

Gussinski machte kein Geheimnis um seine jüdische Herkunft und war schon in Russland Vorsitzender der Vereinigung jüdischer Gemeinden. Heute lebt Gussinski, dessen jüdische Vorfahren nachweislich im 15. Jahrhundert aus Spanien flüchteten, in Israel im Exil. Er ist Mehrheitseigner des russischsprachigen Fernsehsenders RTVi[7], der in Russland über Satellit empfangen werden kann.

Einzelnachweise

Weblinks

  • Tovarish President (russisch), Dokumentarfilm von Gussinskis eigenem Kanal RTVi über sein Zerwürfnis mit Wladimir Putin
  • Oligarchen (russisch/hebräisch), Biografische Doku von RTVi über bekannte russische Oligarchen, zahlreiche Interviews mit Wladimir Gussinski
  • Der Fall Gussinskij Artikel von Wladimir Wolkow (wsws.org)

Siehe auch

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Wladimir Alexandrowitsch Gussinski aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.