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Sturmhaube (Mütze)

Aus Jewiki
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Die russische Polit-Punk-Band Pussy Riot mit ihren charakteristischen, bunten improvisierten Sturmhauben

Eine Sturmhaube (Sturmmaske, Skimaske, Schlupfmütze, Hasskappe, Balaklava, Balaclava etc.) ist eine den ganzen Kopf und den Hals umhüllende Mütze, die entweder nur das Gesicht oder auch nur Augen und Mund freilässt. Seltener sind Ausführungen, die nur die Augen freilassen, z. B. die Roger-Staub-Mütze, benannt nach deren Erfinder, einem Schweizer Skirennfahrer. Die Zusatzbezeichnung Eule beschreibt Modelle, die jedes Auge für sich, also zwei Löcher, freilassen. Der im militärischen Bereich gebräuchliche Name Balaclava stammt aus dem Krimkrieg (1853–1856), wo man gegen die klimatischen Bedingungen des russischen Winters erstmals Strickmützen dieser Art an die britischen Truppen ausgab und nach dem auf dem Kriegsschauplatz gelegenen Ort Balaklawa benannte.

3-Loch-Balaclava

Kälteschutz

Verschiedene Tragearten

Als Kälteschutz im Alltag wird die Sturmhaube in Europa weitgehend nur für Kinder in der gesichtsfreien Variante (sog. Schlupfmütze oder Kapuzenmütze) verwendet. Diese Mützen sind meist aus Wolle, Kunst- oder Mischfasern gestrickt. Erwachsene verwenden Sturmhauben in den letzten Jahren wieder verstärkt im Bereich der Outdoor-Sportarten (z. B. Bergsteigen), diese werden dann meist aus modernen Vlies- oder Verbundmaterialien mit besonderen isolierenden Eigenschaften gefertigt.

Manche beim Motorradfahren getragenen Sturmhauben haben neben der hygienischen Aufgabe (s. u.) noch zum Schutz gegen Wind Verstärkungen im Halsbereich.

Beim Tauchen in kaltem Wasser werden sogenannte Eistauchmasken verwendet, um möglichst wenig Hautfläche der Kälte des Wassers auszusetzen. Diese sind in ihrer Form der Sturmhaube sehr ähnlich.

Hygiene

Beim Motorradfahren und anderen Motorsportarten wird insbesondere aus hygienischen Gründen eine Sturmhaube unter dem Helm getragen, denn Schweiß lässt sich aus der Helmpolsterung nicht so leicht entfernen wie aus der waschbaren Haube. Die Funktion der Haube ist hier ähnlich der von Socken in Schuhen.

Identitätschutz

Angehörige von polizeilichen und militärischen Spezialeinheiten tragen Sturmhauben als Identitätschutz im Einsatz, wobei oftmals eine Aussparung auf der Oberseite des Kopfes vorhanden ist, um die Funktion eines Knochenschallmikrofons zu gewährleisten. Die Masken der Sicherheitskräfte müssen in der Regel keinen Kälteschutz gewähren und sind daher aus dünnem Stoff gefertigt. Oft werden - teilweise improvisierte - Sturmhauben auch von Terroristen und Kriminellen getragen. Bei diesen werden z.B. in eine alte Mütze drei Löcher für beide Augen und den Mund geschnitten.

In den 1980er Jahren wurden Hauben und Helme oft von Autonomen bei Demonstrationen benutzt, um sich vor Identifikation durch Polizei oder politische Gegner zu schützen. Dies führte zum Vermummungsverbot. Hier entstand auch der Name Hasskappe als charakteristisches äußeres Merkmal der Autonomen,[1] der auch übertragen verwendet wird.[2]

Feuerschutz

Andy Priaulx mit Haube

Bei der Feuerwehr findet die Bezeichnung „Flammschutzhaube“ Anwendung. Diese Haube ist ein Teil der Atemschutz-Ausrüstung und dient wie im Automobilsport dem Schutz der Haut vor den Einwirkungen von Hitze und Feuer. Von der Flammschutzhaube werden die Bereiche des Kopfes bedeckt, die nicht durch Atemschutzmaske und Feuerwehrschutzanzug geschützt sind.

Im Automobilsport ist die Haube[3] ein Teil der vorgeschriebenen Feuerschutzausrüstung und wird unter dem Helm getragen. Die Haube besteht dann aus einem feuerfesten Gewebe wie Nomex und dient dazu, das Gesicht und den Hals vor Brandverletzungen zu schützen. Je nach Ausführung sind nur die Augen oder das ganze Gesichtsfeld ausgeschnitten. Der Halsbereich ist länger ausgeführt, so dass er unter den Kragen des Overalls reicht.

Fetischismus

Balaclavaträger auf der Folsom Street Fair

Im Fetischbereich finden heute meist handgestrickte Balaclavas aus Naturfasern Verwendung[4].

Peruanische Folklore

Teilnehmer des peruanischen Schneesternfestes Quyllur Rit'i mit Waq'ollos

In der peruanischen Folklore spielen das ganze Gesicht bedeckende, gestrickte Sturmhauben namens Waq'ollo eine Rolle. Anders als die bekanntere Chullo waren sie jedoch nicht Teil der Alltagskleidung, sondern wurden zunächst nur anlässlich des mehrtägigen Schneesternfestes Quyllur Rit'i in der Region Cusco getragen. Die Farbgebung ist meist regenbogenfarben oder weiß mit regenbogenfarbigen bzw. schwarzen Verzierungen und jeweils stilisierten Gesichtszügen ähnlich einer Guy-Fawkes-Maske. Als landestypisches Souvenir findet die Waq'ollo international Verbreitung.

Begriffsabgrenzung

Die als Sturmhaube bekannte Mütze ist vom gleichnamigen Helmtyp Sturmhaube, je nach Form auch Beckenhaube genannt, zu unterscheiden. Im Mittelalter wurde darüber hinaus die kapuzenartige Kopfbedeckung Gugel getragen.

Weblinks

 Commons: Sturmhaube (Mütze) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Sturmhaube (Mütze) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.