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Hrvatski Narod

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Datei:Hrvatski narod-naslovnica,proglašenje NDH.jpg
Titelblatt der Sonderausgabe der Zeitung vom 10. April 1941 mit der Schlagzeile: „Proklamation des unabhängigen kroatischen Staates

Hrvatski Narod (Das kroatische Volk) war eine Zeitung und publizistisches Organ der faschistischen Ustascha.

Hrvatski Narod wurde 1939 als Wochenzeitung von Mile Budak im Königreich Jugoslawien gegründet.[1] Es wurden zahlreiche antisemitische Artikel veröffentlicht. So seien Juden Fremde gewesen, welche das kroatische Volk ausgebeutet hätten.[2] Ein Jahr nach Gründung wurde die Zeitung, im März 1940, von der Regierung verboten.[1][2]

Nach dem deutschen Angriff auf Jugoslawien, der darauffolgenden Machtübernahme der Ustascha und Gründung des faschistischen unabhängigen Staates Kroatien im April 1941 wurde die Zeitung wieder vertrieben und diente als kroatisches Pendant des Völkischen Beobachters.[3] Der Ustascha-Kommissar für das Zeitungswesen übernahm am Tag der Machtübernahme die wichtigsten Presseunternehmen und Presseinstitutionen in Zagreb und organisierte ein Presseamt welches in den nächsten Monaten das Zeitungswesen leitete. Die Tageszeitungen Jutarnji List, Večer und Obzor des Konzerns Tipografija d. d. wurden teils wegen ihrer früheren Haltung, teils wegen der jüdischen Eigentümer verboten. Der Konzern wurde verstaatlicht, die gesamte Administration, Druckerei, Einrichtung und ein Teil der Redaktionen der drei Zeitungen für den Hrvatski Narod übernommen.[4] Die Zeitung erschien so ab 1941 als Tageszeitung abends und morgens und entwickelte sich mit einer Auflage von mindestens 50.000 Stück[2] zur größten Tageszeitung des Staates. Sie war das publizistische Hauptorgan der Ustascha-Regierung und diente der Glorifizierung des neuen Staates, des Kroatentums, der Ustascha und der Neuordnung Europas durch Adolf Hitler.[2] So waren die ersten drei Seiten den militärischen und wirtschaftspolitischen Leistungen Nazi-Deutschlands und Kroatiens Beitrag dazu gewidmet.[3] Die Zeitung betrieb eine offene Hetze gegen die kroatischen Juden und judenfeindliche Propaganda. Das Ziel war es, die antisemitischen Maßnahmen der Ustascha zu rechtfertigen, indem Juden als Gefahr oder Verräter diffamiert wurden.[2]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Sabrina P. Ramet: Personalities in the History of the NDH. In: Totalitarian Movements and Political Religions. 7, Nr. 4, 2006 S. 493.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Handbuch des Antisemitismus, Band 6. Walter de Gruyter, 2013, ISBN 9783110305357, S. 285.
  3. 3,0 3,1 Anna Maria Grünfelder: Arbeitseinsatz für die Neuordnung Europas: Zivil- und ZwangsarbeiterInnen aus Jugoslawien in der "Ostmark" 1938/41-1945. Böhlau Verlag, Wien 2010, ISBN 9783205784531, S. 28.
  4. Institut für Zeitgeschichte München: Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Ausgaben 7-8. Deutsche Verlags-Anstalt, 1965, S. 81 f..


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