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Aulus Cornelius Celsus

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Lithografisches Phantasieporträt des Celsus (1865)

Aulus Cornelius Celsus (* um 25 v. Chr.; † um 50 n. Chr.) war ein römischer Enzyklopädist und einer der wichtigsten Medizinschriftsteller seiner Zeit. Umstritten ist, ob Celsus selbst als Arzt tätig war. Über Celsus’ Leben ist wenig bekannt.

Werke

Sein großes, während der Herrschaftszeit des Kaisers Tiberius verfasstes, enzyklopädisches Werk Artes umfasste die Gebiete Landwirtschaft, Rhetorik und Medizin (De Medicina als einzige seiner Darstellungen vollständig erhalten) sowie wahrscheinlich auch Militärwesen, Philosophie und Rechtslehre.

Bei seinen medizinischen Erkenntnisse stützte sich Celsus hauptsächlich auf die Ideen des griechischen Arztes Hippokrates. Celsus steht in der Tradition der alexandrinischen Schule, deshalb wird er auch als medicorum Cicero bezeichnet. Er war der erste, der zahlreiche medizinische Ausdrücke aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzte.

Die noch heute gültigen vier Zeichen der lokalen Entzündung wurden erstmals von Celsus beschrieben: Tumor (Schwellung), Calor (Überwärmung), Rubor (Rötung), Dolor (Schmerz). Galenos (129-216 n. Chr.) fügte als fünftes Merkmal die Functio laesa (Funktionseinschränkung) hinzu.

Der medizinische Teil der Enzyklopädie umfasst acht Bücher:

  • Buch 1 gibt eine Geschichte der Medizin,
  • Buch 2 behandelt die allgemeine Pathologie,
  • Buch 3 die einzelnen Krankheiten,
  • Buch 4 diejenigen der Körperteile,
  • Buch 5 und 6 die Pharmakologie,
  • Buch 7 die Chirurgie und
  • Buch 8 die Knochenbehandlung

Bedeutung im Mittelalter

Celsus’ Teilschrift war die erste klassische medizinische Abhandlung, die, nach ihrer Wiederentdeckung durch Guarino da Verona (1426) 1478 gedruckt wurde. Celsus galt neben Galen als eine der wichtigsten Quellen für medizinische Erkenntnisse im Mittelalter. Erst mit Paracelsus (um 1500 - para hier fälschlicherweise übersetzt als „gegen“, „darüber hinaus“, nachdem Paracelsus einige Theorien des Celsus verwarf und eine experimentelle Medizin bevorzugte), wurden die Vorstellungen der Viersäftelehre der Hippokratiker und damit des Celsus und des Galen zunehmend für überholt angesehen.

Schriften

  • Friedrich Marx (Hrsg.): Auli Cornelii Celsi quae supersunt. Teubner, Leipzig (und Berlin) 1915 (= Corpus medicorum graecorum, 1).

Übersetzungen

  • Aulus Cornelius Celsus: Über die Arzneiwissenschaft in acht Büchern. Übersetzt und erklärt von Eduard Scheller, nach der Textausgabe von Daremberg neu durchgesehen von Walter Frieboes, 2. Aufl. Braunschweig 1906 (Nachdruck: Darmstadt: WBG 1967) (xlii,862 S.).
  • Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst - Ausgewählte Texte. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1994, ISBN 978-3-15-009305-4.
  • W. Spencer: Celsus. De Medicina. Loeb, Cambridge 1935-1938 (Lat.-engl.)

Literatur

  • Bernadette Puech: Celsus (Aulus Cornelius). In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 2, CNRS Éditions, Paris 1994, ISBN 2-271-05195-9, S. 257–259
  • Christian Schulze: Celsus. Olms, Hildesheim 2001

Weblinks


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