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Anthologie

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Eine Anthologie oder Blütenlese (gr. ἀνθολογία anthología „Sammlung von Blumen“, vgl. die lateinische Lehnübersetzung florilegium) ist eine Sammlung ausgewählter Texte verschiedener Autoren oder eine themenbezogene Zusammenstellung aus literarischen, musikalischen oder grafischen Werken. Eine Sonderform der Anthologie ist das Lesebuch. Erfolgt die Zusammenstellung von Texten verschiedener Schriftsteller zu didaktischen Zwecken, spricht man von einer Chrestomathie.

Der Begriff anthología, der im antiken Griechischen zunächst einmal ganz konkret „Sammeln von Blumen“ bezeichnet, wurde für die Lehrsatzsammlung Anthologiae des griechischen Astronomen Vettius Valens (2. Jahrhundert n. Chr.) erstmals als Titel für ein Sammelwerk verwendet. Zusammen mit der Nebenform ἀνθολόγιον (anthológion) und der lateinischen Lehnbildung florilegium blieb der Begriff über die byzantinische Zeit bzw. das lateinische Mittelalter bis in die Neuzeit in Gebrauch und hat sich dann im 18. Jahrhundert auch in den Nationalsprachen allgemein für Sammlungen von Lyrik, Aphorismen oder Erzählungen durchgesetzt.

Geschichte der Anthologien

Zusammenstellungen von Epigrammen gab es schon in der Antike. In der Zeit des Hellenismus wurde für derartige Gedichtsammlungen die Blumen-Metaphorik etabliert – etwa durch den στέφανος („Kranz“) des Philosophen und Dichters Meleagros von Gadara (70 v. Chr.) und des Philippos von Thessaloniki.

Basierend auf ihnen und dem „Kyklos des Agathias“ (etwa 560) schuf der byzantinische Theologe Konstantinos Kephalas um 900 eine in Kategorien gegliederte Anthologie, die vielfach erweitert wurde. Der Heidelberger Codex Palatinus (lat. für „Pfälzer Handschrift“) gab ihr den Namen Anthologia Palatina. Ebenfalls in Byzanz editierte der Humanist Maximos Planudes um 1300 die Anthologia Planudea. Im Spätmittelalter entstanden Sammlungen lateinischer Alltagslyrik wie die Carmina Burana – eine Thematik, die 1573 der französische Altphilologe Joseph Justus Scaliger fortsetzte. Durch Erasmus von Rotterdam erhielten Anthologien auch didaktische Funktionen, wie in der Sentenzensammlung Adagiorum Collectanea (1500).

Nach 1700 erschienen unveröffentlichte Gedichte von Benjamin Neukirch, und 1781 nannte Friedrich Schiller seine Gedichtsammlung Anthologie. Eine bedeutende französische Gedichtanthologie war Le Parnasse contemporain (Der zeitgenössische Parnass; 1866, 1871, 1876) von Alphonse Lemerre.

Die fantastische Literatur erhielt ihr Sammelwerk 1941 durch Jorge Luis Borges. Vom Franzosen André Breton stammt die Anthologie de l’Humor Noir (1937). Walter Höllerer stellte 1956 das Lyrikbuch zur Jahrhundertmitte zusammen. Danach entstanden – mit zunehmendem Interesse und Wohlstand der Leserschaft – verschiedenste Anthologien.

Gesichtspunkte von Anthologien

Meist sind Anthologien einem bestimmten Gesichtspunkt gewidmet. Dazu gibt es eine Reihe konkreter Möglichkeiten:

Siehe auch

Weblinks


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