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Schulmassaker von Parkland

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Marjory Stoneman Douglas Highschool (2008)

Beim Schulmassaker von Parkland erschoss am 14. Februar 2018 der 19-jährige Nikolas Cruz an seiner ehemaligen Schule, der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland (Florida), 14 Schüler und drei Erwachsene. Kurz danach wurde er festgenommen; am nächsten Tag gestand er die Tat. 15 Verletzte kamen in Krankenhäuser.[1][2]

Eine Woche später wurde bekannt, dass zum Tatzeitpunkt ein bewaffneter, uniformierter Hilfssheriff auf dem Schulgelände patrouillierte. Er ging aber nicht ins Gebäude, als die zahlreichen Schüsse fielen.[3][4] Etwa zeitgleich plädierte US-Präsident Trump dafür, Lehrer zu bewaffnen[5] und die National Rifle Association dafür, mehr bewaffnete Wachen in Schulen einzusetzen.[6] Polizisten aus der Nachbarstadt Coral Springs äußerten, bei ihrer Ankunft seien neben Peterson mindestens drei weitere bewaffnete Hilfssheriffs nicht im Gebäude gewesen.[7]

Das Massaker war seit Trumps Amtsübernahme am 20. Januar 2017 der zwölfte Vorfall in den USA, bei dem mindestens drei Menschen durch Waffengewalt starben.[8] Gemessen an der Zahl der Todesopfer war es die drittschwerste Tat in dieser Zeitspanne, hinter dem Amoklauf in Las Vegas im Oktober 2017 mit 58 und dem Amoklauf in Sutherland Springs im November 2017 mit 26 Todesopfern.

Tathergang

Cruz war ein Jahr zuvor aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden. Er betrat gegen 14:20 Uhr Ortszeit mit einem halbautomatischen AR-15-Gewehr, mehreren Magazinen und einer Gasmaske die Schule in Parkland. Nachdem er in die Schule kam, löste er den Feueralarm aus. An diesem Tag war bereits ein Probealarm durchgeführt worden; der zweite Alarm sorgte unter Schülern und Lehrkräften deshalb für Verwirrung. Er zündete Rauchbomben und schoss wahllos auf Schüler und Lehrer.[9][10]

Nachdem Cruz über 200 Mal gefeuert hatte, mischte er sich unter die Schüler und verließ das Schulgelände.[11][12] Nach Angaben des zuständigen Sheriffs ging er zunächst in eine Filiale einer Supermarktkette, wo er zwei Schnellrestaurants aufsuchte. Etwa 40 Minuten später sei er von einem Polizeibeamten in der Nachbargemeinde Coral Springs angesprochen worden und habe sich als der Täter ausgegeben.[13] Cruz wird Mord in 17 Fällen zur Last gelegt; im Fall eines Schuldspruchs könnte er zum Tod verurteilt werden.[14] Vor Gericht bekannte er sich schuldig.[15]

Täter

Nikolas Jacob Cruz

Der am 24. September 1998 geborene Nikolas Cruz wurde bald nach seiner Geburt zusammen mit einem Bruder adoptiert. Als Nikolas sechs Jahre alt war, erlag sein Adoptivvater einem Herzinfarkt; seine Adoptivmutter starb am 1. November 2017 an Grippe und Lungenentzündung. Nach dem Tod seiner Mutter zog er zu einer befreundeten Familie.[16] Er war als Außenseiter und Einzelgänger bekannt, der sich im sozialen Netzwerk Instagram mit Messern, Schusswaffen und getöteten Tieren präsentierte. Während seiner Schulzeit fiel er durch impulsives und aggressives Verhalten gegenüber Mitschülern und Lehrern auf. Seine Mitschüler sollen sich aus Angst von ihm ferngehalten haben. Zwischenzeitlich soll er in psychiatrischer Behandlung gewesen sein. Nach seinem Schulverweis arbeitete er in mehreren Gemischtwarenläden als Kassierer. Dort war er nach Angabe eines Kollegen beliebt.[17][18][19]

Nach dem Amoklauf

US-Präsident Donald Trump twitterte nach dem Blutbad seine Anteilnahme und schrieb, dass sich kein Schüler an einer Schule unsicher fühlen dürfe, was in den USA von Teilen der Öffentlichkeit und Presse stark kritisiert wurde, da Trump und die republikanische Partei sich vehement weigern, schärfere Waffengesetze einzuführen. Seit dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Schule im Dezember 2012 war es das 1607. Mal in den USA, dass ein Täter vier oder mehr Menschen auf einmal verletzte.[20] Trump bezeichnete den Täter als „geistig gestört“ und forderte die Öffentlichkeit auf, bei solchen Vorfällen die Behörden zu informieren.[21] Er weigerte sich zunächst, öffentlich über das Massaker zu sprechen.[22][23][24] Später hielt er eine kurze Fernsehansprache.[25] Auf Forderungen zu einer Verschärfung des Waffenrechts ging er nicht ein.[26][27][28] Der US-Präsident kündigte einen Besuch in Florida an[29] und ordnete eine viertägige Trauerbeflaggung an.[30]

Zwei Tage nach dem Massaker räumte das FBI ein, dass am 5. Januar 2018 ein Anrufer Hinweise auf den späteren Täter gab, auf dessen Vernarrtheit in Waffen hinwies und äußerte, Cruz plane womöglich einen Überfall auf eine Schule.[31][32] Der Anrufer hatte die Behörde zudem über den Waffenbesitz, die Tötungsabsichten und über Cruz’ verstörende Einträge in sozialen Netzwerken informiert.[33] Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, nannte dies ein 'inakzeptables Versagen' des FBI und forderte FBI-Direktor Christopher A. Wray zum Rücktritt auf.[34] Der zuständige Sheriff räumte ein, dass die Polizei in den vergangenen Jahren mehr als 20 Anrufe zu Cruz erhalten hatte.[35] Seine Mutter hatte wegen seiner Gewaltausbrüche mehrmals die örtliche Polizei gerufen[33].

Emma González (links) mit Ted Deutch, Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus

Bei einer Demonstration von Schülern der betroffenen Schule nach dem Massaker in Parkland sagte die 19-jährige Schülerin Emma Gonzalez in ihrer Rede: „Wenn der Präsident mir ins Gesicht sagt, dass das eine schreckliche Tragödie war (…) und dass man nichts tun kann, frage ich ihn, wie viel Geld er von der National Rifle Association bekommen hat. [...] Ich weiß es: 30 Millionen Dollar.“[33] Die Demonstrierenden forderten strengere Waffengesetze.[36][37] Emma Gonzalez und weitere Überlebende gründeten die Organisation Never Again MSD, um Proteste und die Öffentlichkeitsarbeit zu organisieren.

Im Bundesstaat Florida hat in den meisten politischen Gremien die Republikanische Partei (GOP) eine Mehrheit. Die dortigen Waffengesetze gelten als besonders lax.[38] Trump präsentierte sich während seines Präsidentschaftswahlkampfes als Waffenfreund und versprach in einer Rede vor der politisch einflussreichen National Rifle Association (NRA), sich im Falle seiner Wahl für Rechte der Waffenbesitzer stark zu machen. Die NRA unterstützte Trumps Wahlkampf.[39][40]

Sieben Tage nach dem Massaker lehnte das Repräsentantenhaus von Florida mit 71:36 Stimmen ein strengeres Waffengesetz ab.[41] Die GOP hat dort 78 Abgeordnete; 7 von ihnen stimmten offenbar mit der Opposition.

Am 13. Februar, also nur einen Tag vor der Tat in Parkland, hatte die Polizei bereits einen 18-jährigen in Everett, Washington festgenommen, der ebenfalls plante einen Amoklauf an seiner Schule, der ACES High School, zu begehen. Bei den Behörden hatte sich dessen Großmutter gemeldet, die im Tagebuch ihres Enkels entsprechende Hinweise gefunden hatte. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten ein halbautomatisches Gewehr und selbstgebaute Sprengsätze.[42][43]

Sonstiges

Kurz nach dem Massaker twitterte eine gegen 'school shootings' engagierte Nonprofitorganisation die Behauptung, Parkland sei schon das 18. School Shooting 2018 gewesen. Zahlreiche Twitterer und Medien verbreiteten dies. Zahlreiche dieser 18 Vorfälle waren aber keine wirklichen 'school shootings'.[44][45] Einige republikanische Politiker des Bundesstaates Florida legten dem Sheriff den Rücktritt nahe. Die NRA behauptete, er habe Amtspflichten vernachlässigt; dies sollte genauer untersucht werden.[46]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Amoklauf von Parkland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Accused Florida school shooter confesses
  2. Timeline of the slaughter
  3. spiegel.de 23. Februar 2018: Bewaffneter Hilfssheriff harrte vor Schulgebäude aus
  4. washingtonpost.com 22. Februar 2018: Armed sheriff's deputy stayed outside Florida school while mass killing took place
  5. washingtonpost.com 22. Februar 2018: Trump doubles down on arming some teachers, defends NRA
  6. washingtonpost.com 22. Februar 2018: NRA goes on the offensive after Parkland shooting, assailing media and calling for more armed school security
  7. Broward sheriff investigating claims that multiple deputies failed to enter Parkland school ‘when they should have’
  8. US Mass Shootings, 1982-2018: Data From Mother Jones’ Investigation, auf motherjones.com, 14. Februar 2018.
  9. Meldung bei tagesschau.de
  10. Der Täter besaß seine Waffe legal In: Süddeutsche Zeitung, 15. Februar 2018
  11. Parkland in Florida: Mindestens 17 Tote nach Schüssen an Highschool. In: Spiegel Online, 15. Februar 2018
  12. Der Gewaltausbruch des Nikolas Cruz In: Spiegel Online, 15. Februar 2018
  13. Doug Stanglin/Mike James: Florida school shooting suspect ordered a drink at Subway after deadly assault. USA Today, 15. Februar 2018, abgerufen am 16. Februar 2018.
  14. Suspect in Florida shooting could face death penalty for 17 counts of premeditated murder. In: Business Insider Deutschland. (http://www.businessinsider.de/florida-school-shooting-suspect-nikolas-cruz-could-face-death-penalty-2018-2?r=US&IR=T).
  15. Florida: 19-Jähriger gesteht Amoklauf an Highschool. Zeit Online, 16. Februar 2018, abgerufen am 16. Februar 2018.
  16. FAZ.net 19. Februar 2018: „Hatten keine Ahnung, dass ein Monster unter unserem Dach wohnt“ (basierend auf sun-sentinel.com)
  17. Florida school shooting suspect was ex-student who was flagged as threat. In: miamiherald.com. 15. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018 (englisch).
  18. Nikolas Cruz, Florida Shooting Suspect, Was Expelled From School. In: nytimes.com. 15. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018 (englisch).
  19. What to Know About Alleged Florida School Shooter Nikolas Cruz. In: time.com. 15. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018 (englisch).
  20. America’s latest school slaughter. In: economist.com. 15. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018 (englisch).
  21. Amoklauf in Florida: Trump geht von psychischen Problemen bei Täter aus. Stuttgarter Nachrichten, 15. Februar 2018, abgerufen am 16. Februar 2018.
  22. Tweet von Donald Trump
  23. Kritik an Trumps Verhalten
  24. www.usatoday.com: Trump tweets after Florida school shooting, but does not stand before cameras
  25. www.whitehouse.gov: Statement by President Trump on the Shooting in Parkland, Florida
  26. spiegel.de
  27. CNN.com: Video der Fernsehansprache
  28. sueddeutsche.de / Thorsten Denkler: Lieber erstmal den Täter für verrückt erklären (Analyse der Ansprache)
  29. US-Präsident Trump kündigt nach Schulmassaker Besuch in Florida an. Epoch Times, 16. Februar 2018, abgerufen am 16. Februar 2018.
  30. Donald Trump: Proclamations: Presidential Proclamation Honoring the Victims of the Tragedy in Parkland, Florida. Das Weiße Haus, 15. Februar 2018, abgerufen am 16. Februar 2018.
  31. FBI räumt Fehler im Vorfeld ein
  32. FBI Statement on the Shooting in Parkland, Florida (16. Februar 2018)
  33. 33,0 33,1 33,2 Deutsche Welle (www.dw.com): US-Schüler wütend auf Waffenlobby | Aktuell Amerika | DW | 18. Februar 2018. Abgerufen am 19. Februar 2018 (deutsch).
  34. washingtonpost.com: The FBI said it failed to act on a tip about the suspected Florida school shooter's potential for violence
  35. sueddeutsche.de 18. Februar 2018: Wie Trauer in Wut umschlägt
  36. tagesschau.de: Emma Gonzalez: Das Gesicht des Schülerprotests. Abgerufen am 21. Februar 2018 (de-DE).
  37. Teens stage White House 'lie-in' to protest lack of gun control. In: NY Daily News. (http://www.nydailynews.com/news/national/teens-stage-white-house-lie-in-protest-lack-gun-control-article-1.3829710).
  38. zeit.de: „Das passiert nirgendwo sonst“
  39. zeit.de: Trump weiß, wem er Loyalität schuldet
  40. metro.co.uk: List of US politicians who receive millions from National Rifle Association
  41. spiegel.de: Parlament lehnt schärferes Waffenrecht ab - Schüler brechen in Tränen aus
  42. Schul-Massaker verhindert? - Großmutter warnt Polizei vor ihrem Enkel. In: T-online.de, 15. Februar 2018, abgerufen am 27. Februar 2018.
  43. Caleb Hutton: Everett student’s journal: ‘I’m learning from past shooters’. In: HeraldNet, 14. Februar 2018, abgerufen am 27. Februar 2018 (englisch).
  44. washingtonpost.com: No, there haven’t been 18 school shootings in 2018. That number is flat wrong.
  45. everytownresearch.org, auf "2018" klicken.
  46. washingtonpost.com 25. Februar 2018: Florida lawmakers call for suspension of Broward sheriff after Parkland massacre as he defends ‘amazing leadership’
26.30446-80.26884


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