Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Zentralsynagoge von Aleppo

Aus Jewiki
(Weitergeleitet von Aleppiner Zentralsynagoge)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Synagogue Aleppo.jpg
Die Zentralsynagoge von Aleppo 2011

Die Zentralsynagoge von Aleppo (hebr. ‏בית הכנסת המרכזי בחאלֶבּ‎‎, arabisch ‏كنيس حلب المركزي‎‎ Kanis Halab al-Markazi), auch als Joabsynagoge oder al-Bandara-Synagoge (‏كنيس البندرة‎‎) bekannt, ist eine jüdische Gebetsstätte aus dem 5. Jahrhundert nach Christus, die beim Pogrom von Aleppo im Dezember 1947 zusammen mit zehn anderen historischen Synagogen zerstört wurde. Bis dahin hütete sie seit dem 14. Jahrhundert den Codex von Aleppo. Sie war die einzige noch genutzte antike Synagoge der Welt.

Geschichte

Gemäß Überlieferung wurde die Synagoge im 10. Jahrhundert vor Christus von König Davids General Joab ben Zeruiah errichtet. Das heutige Bauwerk stammt aus der byzantinischen Zeit des 4. oder 5. Jahrhunderts, die älteste Inschrift aus dem Jahre 834 n. Chr. Nach Beschädigung durch den Mongoleneinfall im 13. Jahrhundert wurde die Synagoge in eine Moschee umgewandelt. In der Zeit von Tamerlan diente sie als Rückzugsort vor seinen Gewaltakten, wurde jedoch 1400 zerstört. 1418 wurde die Synagoge wiederaufgebaut. Sie wurde im August 1626 vom jesuitischen Reisenden Pietro della Valle besucht und 1905 vom Forscher Elkan Nathan Adler beschrieben.

Am 1. Dezember 1947 wurde die Synagoge beim Pogrom von Aleppo im Zuge der blutigen Judenvertreibungen durch moslemische Anwohner niedergebrannt. Dabei wurden mehrere jüdische Gläubige, darunter zahlreiche Kinder, getötet. Auch verbrannten die meisten Seiten des Codex von Aleppo, des ältesten Manuskripts der masoretischen hebräischen Bibel, der Rest konnte nur mit Mühen 1958 nach Israel gerettet werden. Unter dem Assad-Regime wurde die Zentralsynagoge geschützt und im Jahre 1992 durch Finanzierung der syrisch-jüdische Gemeinde von New York wiederaufgebaut. Am 1. Juni 2008 erlaubte das Regime von Präsident Baschar al-Assad noch Kaddisch und Kohanim-Gebete in der Synagoge.

Bauwerk

Im nach Jerusalem zeigenden Südflügel (auch Mauer des Zion) der Zentralsynagoge ist ein „Höhle des Elija“ genannter Raum, wo alte Manuskripte (Kether) der Tora und der Bibel aufbewahrt wurden. Der Hof konnte im Sommer als Freiluft-Synagoge genutzt werden. Unterteilt war das Steingebäude in drei Bereiche. Der Hof trennte den Westflügel, wo die Mustarabi-Gemeinde betete (die alteingesessene jüdische Gemeinde Aleppos). Der östliche Bereich wurde im 16. Jahrhundert errichtet und diente als jüdische Studienhalle sowie als Gebetshalle für die „Franken“, also für die später angesiedelten sephardischen Juden aus Südwesteuropa. Drei Toraschreine befanden sich in der westlichen Halle, drei an der Südmauer und einer am Östflügel.

Literatur

  • Adler, Nathan. The Jews of Many Lands, Jewish Publication Society; Philadelphia, 1905.
  • Zenner, Walter. A Global Community: The Jews from Aleppo, Syria, Wayne State University Press, S. 35-39.

Weblinks

 Commons: Aleppiner Zentralsynagoge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Zentralsynagoge von Aleppo aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.