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Erzbischof

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Wappen eines römisch-katholischen Erzbischofs,
zu erkennen am grünen Bischofshut (galero) mit zwanzig seitlich herabhängenden gleichfarbigen Quasten (fiochi), sowie am hinter dem Wappenschild aufgerichteten erzbischöflichen Kreuz. Das Pallium weist darauf hin, dass dieser Erzbischof auch ein Metropolit ist.

Der Titel Erzbischof (Erz- von griechisch αρχή arché ‚Anfang, Führung‘ und Bischof επίσκοπος epískopos ‚Aufseher‘) wird in christlichen Kirchen von Bischöfen mit besonderer Amtsstellung getragen. Welcher Bischof den Titel tragen darf, ist von Kirche zu Kirche unterschiedlich geregelt. Folgende Fälle lassen sich unterscheiden:

  • der Bischof steht einer Diözese vor, die Erzbistum ist
  • der Bischof steht einer Diözese vor und ist gleichzeitig Oberhaupt einer unabhängigen Kirche
  • der Bischof darf den Titel durch besondere Verleihung führen (Titularerzbischof)

Nach deutschem Protokoll werden Bischöfe und Erzbischöfe mit der Anrede „Eure Exzellenz“ versehen.

Historischer Ursprung

Im dritten und vierten Jahrhundert bildeten sich allmählich Verbände von Diözesen heraus, deren Oberhaupt meist als „Metropolit“ bezeichnet wurde, weil er im Regelfall der Bischof der Hauptstadt („Metropole“) einer römischen Provinz war (eine Ausnahme von dieser Form existierte beispielsweise in der Provinz Africa). Das Konzil von Nizäa erwähnt, dass auch diese Verbände nochmal zu Organisationsformen zusammengefasst waren, nämlich Alexandria, Antiochien, Konstantinopel und Rom. Zusammen mit Jerusalem wurden diese Großkirchen im 5. Jh. als Patriarchate bezeichnet. Für den Bischof von Alexandrien ist im 4. Jh. erstmals die Bezeichnung „Erzbischof“ (ἀρχιεπίσκοπος) überliefert. „Erzbischof“ ist demnach ein Titel, keine Amtsbezeichnung (das wäre „Metropolit“). Mit der Zeit wurde der Titel von immer mehr Bischöfen getragen, während die bischöflichen Oberhäupter der genannten kirchlichen Großräume als Patriarchen bezeichnet wurden. In den Kirchen mit byzantinischer Tradition gibt es immer noch Erzbischöfe, die Oberhäupter autokephaler – also unabhängiger selbstständiger – Kirchen sind.

Vorrecht der Metropoliten bzw Erzbischöfe war stets das Einberufungsrecht für Provinzialsynoden, also Bischofsversammlungen in seinem Amtsbezirk, außerdem die Bestätigung, bisweilen auch Einsetzung seiner Suffraganbischöfe. Zu keiner Zeit besaßen die Metropoliten das Recht, in die ihrem Verband angehörenden Bistümer hineinzuregieren.

Das Verständnis des Titels und seine Verleihung entwickelte sich im Osten und Westen auseinander. Seit karolingischer Zeit wurden im Westen auch besonders angesehene Bischöfe, die nicht Metropolit waren, zum Erzbischof ernannt, teils wegen der Bedeutung ihrer Diözese, teils weil sie ein besonderes Amt, etwa das eines Legaten oder Nuntius einnahmen.

Erzbischöfe, die Metropoliten sind, tragen in der Römisch-katholischen Kirche das Pallium als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit dem Papst. In den Ostkirchen wird das dem Pallium entsprechende liturgische Kleidungsstück (Omophorion) von allen Bischöfen getragen.

Erzbischöfe in der katholischen Kirche

Erzbischof Julian Barrio Barrio bei einem Besuch in Biberach/Riß am Jakobsweg

Den Titel Erzbischof tragen in der Römisch-katholischen Kirche

  • der Metropolit als residierender Bischof des Metropolitansitzes (can. 435 CIC)
  • der residierende Bischof einer Erzdiözese, die nicht Metropolitansitz ist. Aus historischen Gründen kann es Kirchenprovinzen mit mehreren Erzdiözesen geben (etwa die Kirchenprovinz Pesaro mit den Erzdiözesen Pesaro und Urbino). Die dort residierenden Bischöfe tragen jeweils den Titel Erzbischof, doch nur einer von ihnen ist auch Metropolit. Daneben gibt es Erzdiözesen wie Luxemburg, Straßburg oder Vaduz, die keiner Kirchenprovinz angehören, sondern direkt dem Apostolischen Stuhl unterstellt sind (immediate Diözesen). Auch deren Bischöfe tragen den Titel Erzbischof, sind aber keine Metropoliten.
  • Titularbischöfe auf einer Titulardiözese mit erzbischöflichem Rang. Hierzu gehören vor allem Kurienbeamte wie die Sekretäre der Kongregationen und die Nuntien.
  • (Alt-)Diözesanbischöfe, die diesen Titel persönlich verliehen bekommen haben (Erzbischöfe ad personam), zum Beispiel gelegentlich verdiente Diözesanbischöfe im Ruhestand. Wird ein Titularerzbischof Bischof eines gewöhnlichen Bistums, so behält er in der Regel den Titel Erzbischof. Wird ein Titularbischof zum Erzbischof ernannt, so wird er hingegen auf eine Titularerzdiözese versetzt; behält er sie ausnahmsweise bei, so spricht man nicht von Ernennung zum Erzbischof ad personam, sondern von Erhebung der Titulardiözese zur Erzdiözese pro hac vice.

Erzbischöfe in anderen Kirchen

In der Anglikanischen Gemeinschaft sowie in den lutherischen Kirchen von Schweden, Estland, Lettland, Finnland und Russland haben Erzbischöfe Leitungsfunktion.

In der Altkatholischen Kirche ist der Erzbischof von Utrecht Metropolit innerhalb der Alt-Katholischen Kirche der Niederlande und zugleich qua Amt Präsident der Internationalen Bischofskonferenz der Utrechter Union.

In der orthodoxen Kirche steht der Erzbischof grundsätzlich unter dem Rang eines Metropoliten. Lediglich in den griechisch-orthodoxen Kirchen ist der Erzbischof dem Metropoliten vorrangig.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Erzbischof – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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