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Weißruthenisches Jugendwerk

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Das Weißruthenische Jugendwerk (WSW; weißrussisch Саюз беларускай моладзі/Sajuz Belaruskaj moladzi, SBM) war eine Jugendorganisation, welche während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Weißrussland bestand. Sie wurde am 22. Juni 1943 auf Auftrag von Generalkommissar Wilhelm Kube gegründet mit dem Ziel, dem Arbeitskräftemangel in Deutschland entgegenzutreten. Die Jugend des Landes sollte dabei propagandistisch beeinflusst werden und dazu überredet werden, sich freiwillig für den Arbeitseinsatz im Reich zu melden. (siehe Heuaktion)

Im Dezember 1943 verpflichtete Curt von Gottberg die Schuldirektoren des Landes dazu, die Schüler für den Eintritt ins WSW zu sensibilisieren. Ende 1943 wurden junge Männer aus dem Weißruthenischen Jugendwerk für SS und Wehrmacht angeworben. Die Rekrutierung von Arbeitskräften erfolgte von Anfang an. Anfang 1944 verfügte das WSW über 8600 Mitglieder. Bis zum Ende der deutschen Besatzungszeit erweiterte sich die Zahl auf etwa 12.000 Mitglieder. [1]

Das Weißruthenische Jugendwerk war stark an die Hitlerjugend angelehnt. Die Mitglieder sollten dabei „im Geiste des weißrussischen Patriotismus erzogen werden“.[2] Die Spitze des Führungsstabs des WSW stellte Michail Ganko, für die Arbeit unter den Mädchen war Nadzeja Abramava zuständig. Sowohl die Mädchen- als auch die Jungenorganisationen gliederten sich in drei Altersgruppen: 10- bis 14-Jährige, 15- bis 18-Jährige sowie 19- bis 20-Jährige. Der Beitritt erfolgte nur dann, wenn die weißrussische Herkunft nachgewiesen werden konnte. Die Mitglieder erhielten dabei spezielle Uniformen: khakifarbene für die Jungen, sowie blau-weiße für die Mädchen. Ab Juli 1943 gab die Organisation ihre eigene Zeitschrift „Zyve Belarus“ (Es lebe Weißrussland) heraus. Bei Versammlungen und Radioprogrammen wurde Propaganda verbreitet mit der Kernaussage, die deutsche Besatzungsmacht als Verfechter der weißrussischen Nationalidee zu präsentieren. Zudem wurde den Jugendlichen auf Abendveranstaltungen und Schulungskursen die weißrussische Variante des Nationalsozialismus nahe gebracht.[3]

Durch das Vorrücken der Roten Armee 1944 wurde die Organisation aufgelöst. Während sich ein Teil der Mitglieder im Westen absetzte, verblieb der Großteil im Land und schloss sich antisowjetischen Partisanengruppen an.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Alexander Brakel: Unter Rotem Stern und Hakenkreuz.Baranowicze 1939 bis 1944. Das westliche Weißrussland unter sowjetischer und deutscher Besatzung. (Zeitalter der Weltkriege, Bd. 5.) Ferdinand Schöningh Verlag. Paderborn u. a. 2009, ISBN 978-3-506-76784-4, S. 214–219.
  2. Саюз Беларускай Моладзі, slounik.org (weißrussisch)
  3. Alexander Brakel: Unter Rotem Stern und Hakenkreuz.Baranowicze 1939 bis 1944. Das westliche Weißrussland unter sowjetischer und deutscher Besatzung. (Zeitalter der Weltkriege, Bd. 5.) Ferdinand Schöningh Verlag. Paderborn u. a. 2009, ISBN 978-3-506-76784-4, S. 214–219.
  4. Саюз Беларускай Моладзі, slounik.org (weißrussisch)
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Weißruthenisches Jugendwerk aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.