Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Miechowice

Aus Jewiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Miechowice
Miechowitz
Wappen
Miechowice Miechowitz (Polen)
Miechowice Miechowitz
Miechowice
Miechowitz
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Stadtteil von: Bytom
Geographische Lage: 50° 22′ N, 18° 51′ O50.35883333333318.855194444444Koordinaten: 50° 21′ 32″ N, 18° 51′ 19″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 41-923, 41-908
Kfz-Kennzeichen: SY
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice
Schloss Miechowitz um 1860
Die Kreuzkirche
Die Corpus-Christi-Kirche
Die evangelische Kirche
Das Mutter-Eva-Haus
Großwohnsiedlung

Miechowice (deutsch: Miechowitz) ist ein Stadtteil von Bytom (Beuthen) in Oberschlesien. Bis 1951 war er eigenständige Gemeinde, im selben Jahr erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Bytom, seit dem 26. November 2008 ist es ein Stadtbezirk.

Geschichte

Der Ort wurde 1336 erstmals urkundlich erwähnt. 1524 wurde erstmals die örtliche Kirche erwähnt. 1817 wurde das Schloss erbaut. 1823 wurde in dem bis dahin ländlich geprägten Dorf die Maria-Galmeigrube gegründet, was zur Industrialisierung des Ortes führte.

1865 bestand Miechowitz aus einem Kirchdorf und einem Dominium (Domäne), ferner gehörten die Kolonien Karf und Oschin dazu. In diesem Jahr hatte der Ort vier Bauern, zwei Halbbauern, vier Viertelbauern, 17 Gärtner, 50 Ackerhäusler und 56 Angerhäusler. Vorhanden waren die Gruben: Die Marie-Galmeigrube, die Emilienfreude-Galmeigrube und die Johanna-Galmeigrube.[1] 1902 wurde das Steinkohlebergwerk Preußengrube in Betrieb genommen. 1905 hatte der Ort 7572 Einwohner.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 1685 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 4472 für die Zugehörigkeit zu Polen. Auf Gut Miechowitz stimmten 62 Personen für Deutschland und 58 für Polen.[2] Miechowitz verblieb nach der neuen Grenzziehung beim Deutschen Reich. 1933 lebten im Ort 17.288 Einwohner, davon waren 15.727 katholisch, 1432 evangelisch und 29 jüdisch. Am 5. Februar 1936 wurde der Ort in Mechtal umbenannt. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Beuthen.[3]

Nach dem Einmarsch der Sowjetarmee im Januar 1945, übte diese vom 25. bis 27. Januar 1945 ein Massaker an der örtlichen Zivilbevölkerung aus, sowie an den im Ort befindlichen polnischen Arbeitern. Dabei wurden nachweislich mehr als 200 Personen ermordet, darunter der katholische Pfarrer Johannes Frenzel.[4][5] Zudem plünderten sie das Schloss und zerstörten es. Die im Ort ansässigen evangelischen Schwestern des Diakonissen-Mutterhauses des Friedenshortes wurden vertrieben. Die Schwestern des Friedenshortes wurden 1945 in Freudenberg ansässig. Im bayerischen Oberlauringen fand ein Teil der evangelischen Diakonissen 1946 eine neue Heimat für ihre Arbeit und ihre Waisenkinder.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Miechowice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Kattowitz. 1951 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Bytom. In den 1970ern und 1980ern entstanden bei Miechowice Großwohnsiedlungen. Am 26. November 2008 wurde Miechowice zum Stadtbezirk erhoben, wodurch ein Bezirksrat gewählt werden konnte.

Sehenswürdigkeiten

  • Die katholische Kreuzkirche, erbaut in den Jahren 1857 bis 1864 im neogotischen Stil
  • Die katholische Corpus-Christi-Kirche, erbaut in den Jahren 1914 bis 1917 nach den Plänen des Architekten im neobarocken Stil
  • Die Evangelische Kirche, im neogotischen Stil aus dem Jahr 1896 mit Pfarrhaus aus dem Jahr 1894
  • Die Barbarakapelle auf dem Grytzberg (Grützberg) aus dem Jahr 1850 im neogotischen Stil
  • Reste des Schlosses Miechowitz, erbaut in den Jahren 1812 bis 1817 und 1945 zerstört, und Nebengebäude
  • Der Schlosspark
  • Das Mutter-Eva-Haus
  • Neogotische Friedhofskapelle
  • Die Gebäude des ehemaligen Friedenhortes und diverse Pflegehäuser

Vereine

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Weitere

  • Johannes Frenzel (1907–1945), deutscher Geistlicher, katholischer Pfarrer von Miechowitz
  • August Kimme (1912–1999), evangelischer Theologe, Vikar in Miechowitz
  • Rudolf Pastucha (* 1936), lutherischer Theologe, Pfarrer in Miechowice
  • Franz von Winckler (1803–1851), deutscher Montanunternehmer, Gutsherr auf Miechowitz

Literatur

  • Joachim Stopik: Beuthen-Miechowitz/Mechtal – Die Geschichte eines Ortes und dessen Bewohner im Herzen des oberschlesischen Industriegebietes bis 1946. Laumann-Verlag, 2008, ISBN 978-3-89960-310-1.
  • Ludwig Chrobok: Streifzüge des kleinen Heimatforschers in Miechowitz. 1930.

Weblinks

 Commons: Miechowice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865.
  2. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921: Literatur, Tabelle in digitaler Form
  3. Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Beuthen in Oberschlesien
  4. Z cyklu „Bytomskie Spotkania Historyczne“ auf ipn.gov.pl
  5. Tragedia Górnośląska w pięciu aktach in Dziennik Zachodni

Vorlage:Navigationsleiste Stadtteile in Bytom

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Miechowice aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.