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Korbball

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Korb beim Korbball
Korbwurf bei einem Korbballspiel

Korbball ist eine Ballsportart für zwei Mannschaften. Korbball gibt es je nach Land und Region mit sehr unterschiedlichen Regeln. Es weist starke Ähnlichkeiten mit Korfball und Basketball auf, aus dem es sich in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vor allem als Frauensport entwickelte, nachdem das Spiel 1896 aus den USA in Deutschland bekannt geworden war. Korbball ist zwar bereits um 1860/1880 in Deutschland gespielt worden. Da es aber zu dieser Zeit mit einem harten und schweren Ball gespielt wurde, geriet es wieder in Vergessenheit.[1] Das Ziel des Spieles ist es, den Ball so oft wie möglich in den gegnerischen Korb zu werfen und gleichzeitig so wenig Würfe wie möglich zu erhalten. Das Team mit mehr Korbtreffern gewinnt.

Schweiz

Das in der Schweiz gespielte Korbball ähnelt dem Basketball, während das in Deutschland gespielte Korbball Ähnlichkeiten mit dem Handball aufweist.

In der Schweiz wird Korbball im Sommer auf dem Rasen mit sechs Spielern pro Mannschaft gespielt, im Winter in der Halle mit fünf Spielern pro Mannschaft. Auf dem Rasen sind maximal vier Auswechselspieler (NLA Herren sechs) erlaubt, in der Halle ebenfalls vier. Laut Reglement dauert ein Meisterschaftsspiel zwei Mal zwanzig Minuten mit drei Minuten Pause. Allerdings weichen die Spielzeiten in vielen kantonalen Ligen aufgrund anderer Verbandsvorschriften erheblich davon ab.

Der Ball ähnelt einem Fußball. Der Umfang entspricht 68 cm bis 72 cm und das Gewicht beträgt zwischen 500 g und 550 g. Der Korb befindet sich in einer Höhe von 3 m und hat einen Durchmesser von 45 cm. Es befindet sich anders als beim Basketball kein Brett hinter dem Korb. Wird wegen der Hallenverhältnisse auf einen Basketballkorb gespielt, gibt ein Treffer keinen Punkt, wenn der Ball das Brett berührt, bevor er in den Korb fällt.

Es gibt in der Schweiz vier nationale Ligen: Die Nationalliga A und B für Herren sowie die Nationalliga A und B für Frauen. In den Nationalligen A und B der Frauen sowie Nationalliga B der Herren spielen zehn Mannschaften. Dabei werden in 18 Spielen (neun Vorrunden- und neun Rückrundenspiele) die Auf- und Absteiger bestimmt. In der Nationalliga A der Herren spielen zwölf Mannschaften und es werden elf Vorrunden- und elf Rückrundenbegegnungen ausgetragen. Das Siegerteam der beiden Nationalligen A ist Schweizer Meister.

Im Winter findet jeweils ein nationaler Cup statt, für den sich Teams der unteren Ligen qualifizieren müssen.

Deutschland

Geschichte

1896 führte August Hermann das Basketballspiel in Braunschweig ein. Durch einen Besuch in den USA wurde er darauf aufmerksam. Der englische Begriff des „Basketball“ konnte sich aber nicht durchsetzen und wurde durch das deutsche Korbball ersetzt. Die Spielregeln entsprachen den von James Naismith 1892 herausgegebenen Regeln für das Basketballspiel, allerdings wurde das Spiel durch Hermann nach draußen verlegt. Außerdem betonte Hermann, dass besonders Frauen sich für diesen Sport eignen würden und begründete dies mit den weichen Bewegungen des Korbwurfes, der Dreiteilung des Spielfeldes und des nicht vorhandenen Körperkontaktes. Der Korb wurde ohne das charakteristische Brett genutzt. Die Sportvereine wollten zu Beginn Korbball nicht in den Übungsbetrieb mit aufnehmen, da der Wettkampfgedanke des Spiels dem Geist der Turn- und Spielbewegung widersprach, in der ein gemeinschaftliches Miteinander im Mittelpunkt stand.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erlebte das Spiel einen kurzen Aufschwung, da die Turnerschaft die Zuständigkeit für das Korbballspiel übernommen hatte. 1921 wurde dann sogar der erste Deutsche Turnspielmeister im Korbball ermittelt. Doch schon während dieser Meisterschaften wurde die weitere Verbreitung des Korbballs gestoppt. Im Mai 1921 wurde von der Deutschen Turnerschaft beschlossen, das Handballspiel anstelle des Korbballs zu fördern und keine Meisterschaften mehr auszurichten zu lassen. Dieser Beschluss beeinflusste die Aktivitäten der Vereine unmittelbar: Viele Mannschaften, die bis dato Korbball gespielt hatten, wandten sich nun dem Handball zu.

Ende der zwanziger Jahre erfuhr das Korbballspiel wieder einen leichten Aufschwung, da das Handballspiel oftmals als zu brutal und zu männlich für Frauen angesehen wurde. Aber erst ab Mitte der 1930er Jahre, mit der Neuordnung des Sports im Dritten Reich, verbreitete sich das Korbballspiel wieder mehr: Handball bekam einen eigenen Fachverband und der Deutschen Turnerschaft wurden nun die vermeintlich unbedeutenden Spiele wie Faustball, Prellball, Korbball, Schleuderball u. a. zugeordnet. Besonders Frauen wollte man das Korbballspiel wieder näher bringen. Die Ausbreitung des Spiels setzte sich bis 1942 mit starker Dynamik fort und stand von da an etwa gleichauf mit dem Frauenhandball.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verbreitung des Korbballspiels durch die politische Neuordnung und das Aufkommen international anerkannter Sportspiele beeinflusst. So war Korbball vor dem Zweiten Weltkrieg in fast allen Ländern des Deutschen Reiches vertreten, in der neuen Bundesrepublik konnte man jetzt eine Entwicklung zu regionalen Hochburgen feststellen. Die Hauptursache dafür war die Konkurrenz mit den Spielen Volley- und Basketball. In der DDR löste Basketball offiziell das Korbballspiel ab und damit entfiel eine weitere Region. Ab 1970 beschränkte sich das Spiel auf die Landesverbände Bayern, Bremen, Mittelrhein, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Westfalen, wo das Korbballspiel auch heute noch im Wettkampf betrieben wird.[2]

Spielaufbau

In Deutschland weist der Spielaufbau im Korbball Ähnlichkeit mit Handball auf. Korbball wird in Deutschland als Turnspiel im Deutschen Turner-Bund von Frauen und Mädchen wettkampfmäßig betrieben. Es gibt aber auch in einigen Landesverbänden Mixed-Mannschaften. In einer Mannschaft spielen im Winter in der Halle fünf Spieler. Einer der Spieler ist der Korbhüter und mit dem Torwart im Hand- und Fußball zu vergleichen. Allerdings spielt der Korbhüter im Angriff mit. Ebenso wie im Handball gibt es einen Halbkreis, den nur der Korbhüter betreten darf. Dieser Kreis ist im Abstand von 3 m um den Korb, der auf einer 2,50 m hohen Stange in der Mitte steht. Ziel ist es, den Ball, der in etwa die Größe eines Herren-Handballs hat (ein wenig größer), in den gegnerischen Korb zu werfen und dabei den eigenen zu verteidigen. Die Länge der Halbzeit variiert zwischen 10 und 20 Minuten. Sie ist abhängig von der Altersklasse der Spielenden. Seit einigen Jahren gibt es eine zweigeteilte Bundesliga Nord und Süd. Im Norden spielen Mannschaften aus Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein, im Süden aus Bayern, Mittelrhein und Westfalen. Die ersten drei der beiden Ligen spielen bei den Deutschen Meisterschaften den Deutschen Meister aus.

Die Punktwertung ist folgendermaßen:

  • für einen Korbwurf 1 Punkt
  • für einen Freiwurf (Penalty) 1 Punkt
  • für ein gewonnenes Spiel gibt es 2 Punkte, nur in Bayern 3 Punkte
  • Für ein Unentschieden jeweils einen Punkt.

Deutsche Meisterschaften im Korbball

Jahr Austragungsort Sieger Frauen Sieger Jugend Sieger Schülerinnen
2006 Sennfeld (Bayern)
2007[3] Bergrheinfeld (Bayern) SG Finndorf e.V. TSV Bergrheinfeld 1907 TSV Bergrheinfeld 1907
2008[4] Brake (Unterweser) (Niedersachsen) SG Finndorf e.V. SG Finndorf e.V. FTSV Jahn Brinkum
2009 Dittelbrunn (Bayern)
2010 Eisbergen (Nordrhein-Westfalen)
2011 Oerlinghausen (Nordrhein-Westfalen)
2012 Schweinfurt-Oberndorf (Bayern)
2013 Bergrheinfeld (Bayern)
2014[5] Dittelbrunn (Bayern) TuS Eisbergen TSV Bergrheinfeld 1907 TSV Werneck
2015[6] Thedinghausen (Niedersachsen) TuS Eisbergen SV Schraudenbach TSV Bergrheinfeld 1907
2016 Sennfeld (Bayern)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lena Nessler: Korbball im Schulsport, Magisterarbeit Georg-August-Universität Göttingen, 2010, S. 11. Hier online (pdf; 1,4 MB), abgerufen am 16. Oktober 2012.
  2. Bache, Hermann: Die Entwicklung des deutschen Korbballspiels, Bremen 1988.
  3. Ausrichter holt zwei Titel in Deutscher Turner-Bund, 31. Mai 2007, aufgerufen am 19. Januar 2016.
  4. SG Findorff Bremen holt zwei DM-Titel in Deutscher Turner-Bund, 19. Mai 2008, aufgerufen am 19. Januar 2016.
  5. TuS Eisbergen ist deutscher Korbballmeister 2014! in TuS Eisbergen, o.D., aufgerufen am 19. Januar 2016.
  6. Niklas Golitschek: Bis das Publikum tobt in Weser Kurier, 11. Mai 2015, aufgerufen am 19. Januar 2016.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Korbball aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.