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Kopfband

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Darstellung eines beidseitigen Kopfbandes

Ein Kopfband (auch Bug oder Kopfbüge) ist ein Holz, das vom Zimmerer zwischen einem horizontal (Balken, Pfette, Rähm usw.) und einem vertikal stehenden Holz (Stütze, Ständer, Pfosten, Stiel usw.) eingesetzt wird, um eine zusätzlich Versteifung der Konstruktion zu erzielen. Das Kopfband kann sowohl horizontale als auch vertikale Lasten abtragen.

Ein Kopfband ist eine alternative Ausführung zu einer Biegesteifen Ecke[1]. Sind die Seiten eines Dreiecks an ihren Ecken zueinander unverschieblich, gelenkig miteinander verbunden, lässt sich ein dehnstarres (Dehnsteifigkeit ) Dreieck aus biegesteifen Stäben nur als Starrkörper verschieben. Ein alleinstehendes Viereck weist dieses konstruktive Merkmal nur unter speziellen Lagerbedingungen auf.

Wird statt des Bandes ein dreieckiges Holz eingesetzt, so heißt dieses Kopfwinkelholz.[2]

Merkmale

Im Querverband eines Dachstuhles mit geneigten Dachflächen bilden sich durch die Sparren Dreiecke, eine weitere Versteifung des Querverbandes ist nicht notwendig. Der Anschluss erfolgt traditionell mit abgestirnten Strebezapfen (Zapfenverbindung). Einfacher und schneller sind die Anschlüsse mit einem Nagelblech oder mit Laschen herzustellen.

Im Längsverband eines Dachstuhles, zum Beispiel beim Pfettendach mit einfach stehendem Stuhl, liegt die Mittel- oder Firstpfette auf Stielen auf. Selbst wenn die Pfette im Giebel verankert ist, ist diese Konstruktion nicht gegen Verschiebung gesichert. Starke Windlast auf den Giebel könnte die Firstpfette verschieben und die Konstruktion zerstören. Außerdem verkürzen die Kopfbänder die Stützweite der Pfetten, so dass hierfür geringere Querschnitte erforderlich sind.

Zu diesem Zweck werden Kopfbänder oder Streben eingesetzt. Kopfbänder werden meist unter einem Winkel von 45° zwischen Stielen und der Pfette eingesetzt. Dieser versteifte Längsverband ist gegen Verschiebung gesichert, der Dachstuhl erhält zusätzliche Festigkeit.

Kopfbänder sollten bei Zwischenstielen immer von beiden Seiten angeordnet werden. Bei einseitigen Kopfbändern oder bei nachträglich einseitig entfernten Kopfbändern entstehen Biegemomente in den Stielen, für die sie in der Regel nicht bemessen sind und die unbedingt vermieden werden sollten.

Ein Nachteil der Kopfbänder ist geringere Raumhöhe in diesem Bereich und damit eine Nutzungseinschränkung.

Einsatzmöglichkeiten

Siehe auch

Literatur

  • Balder Batran, Herbert Bläsi u. a.: Grundwissen Bau. 14. Auflage. Handwerk und Technik Verlag, 2002, ISBN 3-582-03500-X, S. 176.
  • Martin Mittag: Baukonstruktionslehre. Vieweg Verlag, 2000, ISBN 3-528-02555-7, S. 375.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hejkrlik, Gerhard and Weber, Michail: Ertüchtigung eines Gründerzeithauses für den Lastfall Erdbeben. In: Stahlbau. Vol. 80, Nr. 5, 2011 S. 364-371 (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/stab.201101424/full).
  2. Manfred Gerner: Handwerkerlexikon. Wörterbuch für das Bauhandwerk. 2. Auflage, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1993, S. 65
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