Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Jüdisches Kinderheim Föhr

Aus Jewiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Jüdische Kinderheim Föhr war eine von 1927 bis 1938 in Wyk auf Föhr bestehende Institution des Jüdischen Frauenbundes.

Unter Mitwirkung von Sidonie Werner eröffnete der Jüdische Frauenbund 1927 in Wyk ein eigenes Kinder- und Erholungsheim. Hier am Südstrand sollten schwerpunktmäßig tuberkulosegefährdete jüdische Kinder aus den Großstädten Erholung finden. Neben dieser Einrichtung in der Gmelinstraße gab es zusätzlich in der Feldstraße das private „Haus Weinberg“.

Ab 1933 wurden Kinder und Personal eingeschüchtert und drangsaliert. Seit 1935 galten auf der Insel die jüdischen Kinder als „unerwünscht“, der Aufenthalt wurde ihnen zusehends unmöglich gemacht. Im Juni 1937 brannte das Haus infolge eines elektrischen Defekts aus. Von der örtlichen Verwaltung gab es „erhebliche Bedenken“ gegen einen Wiederaufbau. Der Betrieb wurde darauf hin im „Haus Weinberg“ fortgeführt.

Während der Progrommnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde auch das „Haus Weinberg“ von NS-Anhängern attackiert. Nach einem Spießrutenlauf durch die Straßen von Wyk wurden die letzten jüdischen Kinder in einem Motorboot fortgebracht. Die Gebäudereste in der Gmelinstraße wurden komplett abgetragen. Die Einrichtung in der Feldstraße musste im Rahmen der „Arisierung“ an die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt verkauft werden.

An der Stelle des Jüdischen Kinderheims in der Gmelinstraße steht jetzt ein Wohnhaus, das Anbringen einer Gedenktafel lehnte die Eigentümergemeinschaft bisher ab. [1].

Literatur

  • Kaule, Martin: Nordseeküste 1933-1945 (Seite 96), Ch. Links 2011, ISBN 3861536331
  • Dirk Warkus-Thomsen: "Jüdische Kinder gehören in jüdische Heime" in: Menora und Hakenkreuz (S. 387-396), Wachholtz Verlag 1998, ISBN 3529061492

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [1] Vortrag der Ferring Stiftung 2008 zu „Juden auf Föhr“
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Jüdisches Kinderheim Föhr aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.