Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Industrieschnee

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Hoechst VT2E P011 Schnee.jpg
Industrieschnee am 25. Dezember 2007 im Bahnhof Frankfurt-Höchst, verursacht durch den Industriepark Höchst

Als Industrieschnee bezeichnet man Schnee, der durch Emissionen (vor allem von Wasserdampf und Kondensationskernen) von Industrieanlagen hervorgerufen wird. Industrieschnee ist somit ein Beispiel für eine anthropogene, das heißt vom Menschen verursachte Beeinflussung des Wetters.

Entstehung

Eine wichtige Bedingung für die Entstehung von Industrieschnee ist das Vorliegen von besonderen Wetterbedingungen, wie Nebel oder hochnebelartige Bewölkung, eine ausgeprägte Temperatur-Umkehrschicht (Inversion) in Bodennähe, geringe Luftbewegung und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Diese Wetterlagen sind lokal bedingt und können in der Mitteleuropäischen Klimazone (Warmgemäßigtes Klima) von November bis Februar auftreten.

Beschaffenheit

Datei:Industrieschnee.JPG
Industrieschnee-Struktur

Der Schnee ist feinkörniger als normaler Schnee, da er aus geringeren Höhen (100 bis 200 m) stammt und die Eiskristalle nicht genügend Zeit hatten, sich auszubilden. Er ist lokal begrenzt und je nach Quelle des Wasserdampfes und der Kondensationskeime gegebenenfalls mit mehr Schadstoffen belastet als herkömmlicher Schnee. Industrieschnee haftet auf Grund seiner feinen Körner wie Reif auch noch an (und in) Objekten, die bei normalem Schneefall davon nicht betroffen wären, weil herkömmlicher Schnee bereits wieder abfallen (Gewicht, Auflagefläche), oder die Gebiete (Äste innerhalb von Baumkronen) nicht erreichen würde. Die Beschaffenheit des Industrieschnees wird auch durch unterschiedliche Beobachtungen als sehr leicht und feinkörnig beschrieben, da bei manchen Industrieschneefällen die Kristalle in Bodennähe nur mehr sehr langsam zu Boden sinken und im betroffenen Gebiet einen sehr feinen, „glitzernden“ Schneefall, ähnlich wie bei Schneeverwehungen an Gipfeln, verursachen. Dieses Ereignis kann man besonders gut in Städten bei Nacht und eingeschalteter Straßenbeleuchtung beobachten.

Haftung für Schäden

Unklar ist noch, wer für Schäden, die durch Industrieschnee entstehen, haftet (z.B. Auffahrunfälle, Stürze, Kosten für Streugut, etc.). Anhand der gebundenen Aerosole in den Kondensationskeimen könnte relativ einfach festgestellt werden, welche Fabrik für den Ausfall des Industrieschnees verantwortlich ist und in Regress genommen werden kann (Verursacherprinzip).

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Industrieschnee aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.