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Menschliche Stimme

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Datei:Spectrogram - motángo mwa basodá.png
Spektrogramm einer weiblichen Stimme

Die menschliche Stimme (in der medizinischen Fachsprache lateinisch vōx oder griechisch φωνή (phoné)) ist der durch die Stimmlippen eines Menschen erzeugte und in den Mund-, Rachen- und Nasenhöhlen modulierte Schall. Die Stimme wird vom Menschen zur Übermittlung von Informationen in Form von Sprache und anderen Lauten wie Schreien, Weinen, Lachen, Stöhnen etc. eingesetzt.

Beim Singen wird die menschliche Stimme wie ein Musikinstrument zur Erzeugung von Tönen, Klängen und Melodie, oft verbunden mit Sprache eingesetzt.

Schallerzeugung ohne wesentliche Beteiligung der Stimmlippen wie z.B. Schnalzen mit der Zunge, Pfeifen mit den Lippen, Zähneklappern und Händeklatschen wird nicht als Stimme betrachtet, kann allerdings ebenfalls der Artikulation dienen.

Stimmerzeugung

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Stimmritze und Stimmbänder

Die menschliche Stimme wird durch das Zusammenwirken der beiden Stimmlippen im Kehlkopf und den Ansatzräumen erzeugt.

Der Kehlkopf stellt den oberen Abschluss der Luftröhre dar, er liegt vorne im Hals und ist besonders bei Männern oft deutlich als Adamsapfel zu erkennen. Im Kehlkopf sind die beiden Stimmlippen gespannt, komplexe Muskel- und Gewebeschichten, deren Stellung durch Muskeln, Knorpel und Gelenke verändert werden kann. Die Stimmlippen können die Luftröhre bis auf einen kleinen Spalt verschließen. Diese engste Stelle im Kehlkopf bezeichnet man als Stimmritze (Glottis). Die Stimmritze wird zum Atmen durch Abduktion der entspannten Stimmlippen weit geöffnet, damit die Luft ungehindert ein- und ausströmen kann. Um stimmhafte Töne zu erzeugen, versetzt die aus der Lunge strömende Luft die Stimmlippen in Schwingungen, ähnlich dem Rohrblatt eines Holzblasinstrumentes. Je entspannter die Stimmlippen sind, desto langsamer schwingen sie und der Grundton des Klanges wird tiefer. Sind sie angespannter, schwingen die Stimmbänder schneller und der Ton wird höher.

Der im Kehlkopf produzierte primäre Kehlkopfklang wird nun in den Ansatzräumen verändert. Unter den Ansatzräumen, auch Vokaltrakt benannt, versteht man die lufthaltigen Räume oberhalb der Stimmlippen (Rachen, Mund- und Nasenraum).

Die Tonhöhe des Grundtons der menschlichen Stimme liegt für die männliche Stimme bei etwa 125 Hz, für die weibliche bei etwa 250 Hz. Kleine Kinder haben eine Tonlage um 440 Hz. Ursache dieser Unterschiede ist die unterschiedliche Größe des Kehlkopfes und damit der Länge der Stimmlippen. Der Stimmumfang beträgt normalerweise 1,3–2,5 Oktaven, mit Training sind aber auch 3 und mehr möglich. Der Frequenzbereich der menschlichen Stimme mit den Obertönen beträgt etwa 80 Hz bis 12 kHz. In diesem Frequenzgang befinden sich Frequenzabschnitte, die für die Sprachverständlichkeit, die Betonung der Vokale und Konsonanten sowie Brillanz und Wärme eine Rolle spielen.

Während des Stimmbruchs, meist etwa im Alter von 11 bis 15 Jahren, werden bei Jungen und Mädchen die Stimmlippen dicker und länger, die mittlere Sprechstimmlage sinkt dabei bei Jungen um eine Oktave, bei Mädchen um eine Terz, der Stimmumfang erhöht sich auf etwa 2 Oktaven.

Störungen der menschlichen Stimme

Es gibt vielfältige Störungen der menschlichen Stimme. Die Ursachen für Stimmstörungen können u. a. krankheitsbedingt oder berufsbedingt sein. Besonders gefährdet sind Menschen mit Berufen, in denen die Stimme stark belastet wird, wie zum Beispiel Lehrer, Politiker, Call Center Agents, Pastoren, Sänger oder Sprecher in den Medien. Menschen mit stimmintensiven Berufen können durch gezieltes Stimmtraining und richtigen Stimmansatz die Belastbarkeit und Qualität ihrer Stimme erhöhen.

Heiserkeit

Heiserkeit ist eine relativ häufig vorkommende Störung der menschlichen Stimme, die sich durch eine raue, unreine, belegte oder tonlose Stimme bemerkbar macht. Bei einer tonlosen Stimme spricht man von Aphonie.

Ursachen von Heiserkeit sind vor allem Entzündungen (virale und bakterielle Laryngitis, Überanstrengung, chemische Reize, Reinke-Ödem), Stimmlippenlähmungen (Recurrensparese oder Vagusparese) und gutartige oder bösartige Tumoren (Stimmlippenpolyp, Papillome, Stimmlippenkarzinom).

Stimmwissenschaft

Die Stimmwissenschaft (engl.: voice science) beschreibt und erforscht das Phänomen „Stimme“: die Stimmproduktion und Stimmwahrnehmung. In diese Grenzwissenschaft fließt Wissen aus verschiedenen Teilgebieten ein.

Einige wichtige Gebiete sind: Physiologie und Anatomie, die Mechanik und Akustik, die Medizin, insbesondere die Phoniatrie, die Psychologie, die Sprechwissenschaft und die Gesangspädagogik.

Bedeutende Vertreter dieser wissenschaftlichen Fachdisziplin sind: Johan Sundberg (ehemals KTH, Stockholm, Schweden), Ingo Titze (University of Iowa and National Center for Voice and Speech, USA) und Peter-Michael Fischer.

Siehe auch

Literatur

  • Peter-Michael Fischer: Die Stimme des Sängers. Metzler, Stuttgart, Weimar 1993, ISBN 3-476-01604-8
  • Karl-Heinz Göttert: Geschichte der Stimme. München 1998, ISBN 3-7705-3281-3
  • Günther Habermann: Stimme und Sprache. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 3-13-556004-X
  • Johan Sundberg: The Science of the Singing Voice. 1987, Die Wissenschaft von der Singstimme, deutsch: Friedemann Pabst, Orpheus, Bonn 1997, ISBN 3-922626-86-6
  • Ingo Titze: Principles of Voice Production. Prentice Hall, 1994, ISBN 0-1371-7893-X (Facsimile)
  • Jochen Waibel: Ich Stimme. Das Stimmhaus-Konzept für die Balance von Stimme und Persönlichkeit. EHP, Köln 2000, ISBN 3-9804784-3-2
  • Jürgen Wendler, Wolfram Seidner, Ulrich Eysholdt: Lehrbuch der Phoniatrie und Pädaudiologie. 4., völlig überarbeitete Auflage. Thieme, Stuttgart, New York 2005, ISBN 3-13-102294-9

Weblinks

Videos

Audio


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