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Hebraeorum gens

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Hebraeorum gens sola quondam a Deo dilecta ist eine päpstlichen Bulle, promulgiert von Papst Pius V. am 26. Februar 1569. Mit diesem Dekret ordnete der Papst die Vertreibung aller Juden aus den Gebieten des Kirchenstaates an mit Ausnahme der Städte Rom und Ancona.

Sie war Teil der in der Gegenreformation verschärften Judenpolitik. Mit der Bulle Cum nimis absurdum hatte Papst Paul IV 1555 verfügt, dass alle Juden im Kirchenstaat in Ghettos leben sollten. Außerdem wurden eine Reihe weiterer diskriminierender Bestimmungen getroffen, insbesondere die Verpflichtung ein Kennzeichen zutragen, das die Juden als solche kenntlich machte. Ziel war es, soziale Kontakte zwischen Juden und Christen zu erschweren und die Juden zur Konversion zu drängen.

Inhalt

Mit der Bulle veranlasste der Papst die Vertreibung aller Juden aus dem Kirchenstaat, mit Ausnahme derjenigen, die in den Ghettos von Rom und Ancona lebten. Die Entscheidung, die jüdische Gemeinde zu vertreiben, wurde in dem Dokument durch ihre sozialen Nutzlosigkeit begründet und angeblichen Verbrechen ihrer Mitglieder. Genannt werden Hehlerei, Wucher, und magische Praktiken diabolischer Natur wie Zaubersprüche und Flüche.

Den Ausgewiesenen wurden drei Monate Zeit gegeben, den Staat zu verlassen. Zuwiderhandlungen wurden mit der Einziehung des Vermögens und „ewiger Knechtschaft“ bedroht.

Literatur

  • Kenneth Stow: More than meets the eye; Pius V and the Jews. In: Dominikaner und Juden; Personen, Konflikte und Perspektiven vom 13. bis 20. Jahrhundert. De Gruyter, Berlin u.a. 2015, ISBN 978-3-05-004515-3, S. 375–394.
  • Willehad Paul Eckert: Hoch- und Spätmittelalter. In: Kirche und Synagoge; Handbuch zur Geschichte von Christen und Juden. 1, Klett, Stuttgart 1968, S. 210-306.


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