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Hasbara

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Der Begriff Hasbara beschreibt ein politisches Werkzeug der Regierung Israels, um international eine positive Berichterstattung über Israel und seine politischen Anliegen zu fördern. Der Begriff wird im offiziellen Sprachgebrauch verwendet. Er ist hebräisch und bedeutet wörtlich „erklären'“.

Organisation

Nach einem Bericht der New York Times aus dem Jahr 1986 wurde das Programm in den 1970er-Jahren gegründet um insbesondere auf amerikanischen Unternehmen Einfluss zu nehmen. Hierbei beriet die Werbeagentur Backer and Spielvogel unter Carl Spielvogel, der später unter Bill Clinton US-amerikanischer Botschafter in der Slowakei wurde, die israelische Regierung.[1] Die Strategie stützte sich auf das Buch Battleground: Fact and Fantasy in Palestine von Schmuel Katz aus dem Jahr 1974.[2] Es untersteht dem israelischen Außenministerium.

Im Jahr 2009 wurde bekannt, dass die israelische Einwanderungsbehörde pro-israelische Blogger anwirbt. Freiwillige, die ein Fremdsprache beherrschen, sollen im Internet die israelische Perspektive auf die politischen Konflikte darstellen.[3]

Im Rahmen der Hasbara werden außerdem gezielt Internetnutzer angeworben. Sie werden vom israelischen Außenministerium mit Argumentationshilfen versorgt und aufgefordert in internationalen Medien, darunter auch deutschsprachigen, gezielt Kommentare mit der israelischen Perspektive des Nahostkonflikts zu hinterlassen.[4]

Hasbara in den Medien

In Israel ist es strittig, ob es sich bei Hasbara um ein Mittel der Propaganda handelt. Der Journalist Reuven Ben-Schalom legt die Frage in einem Artikel in der Jerusalem Post so aus, dass für Propaganda zwangsläufig Lügen verwendet würden. Die Hasbara verwende dieses Mittel nicht, es handele sich also nicht um Propaganda.[5]

Jamil Khader, Dekan der Universität Bethlehem, attestierte der Hasbara in einem Artikel für Al Jazeera während des Gaza-Krieges 2014 darin versagt zu haben, ein glaubwürdiges Narrativ zu entwickeln. Als Folge daraus habe es weltweit Proteste gegen den Einsatz der israelischen Armee gegeben.[6]

Studenten-Organisation

Seit 2001 unterstützt das Außenministerium Israels mit den Hasbara Fellowships ein internationales Studenten-Programm. Es untersteht der Aish HaTorah, einer jüdisch-orthodoxen Lobby-Organisation.[7] Im Jahr 2007 rief die Organisation dazu auf, auch in der Wikipedia tätig zu werden.[8]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. To Help Israel Improve Public Relations, New York Times, 6. Juni 1986
  2. Op-Ed: Shmuel Katz's Legacy Arutz Sheva – Israelnationalnews.com, 22. Mai 2008
  3. Cnaan Liphshiz:Israel recruits 'army of bloggers' to combat anti-Zionist Web sites Haaretz, 19. Januar 2009
  4. Richard Silverstein: Hasbara spam alert Guardian.co.uk, 9. Januar 2009
  5. Reuven Ben-Shalom: Hasbara, public diplomacy and propaganda The Jerusalem Post, 6. Dezember 2014
  6. Jamil Khader: The grand failure of Israeli hasbara Al Jazeera, 22. August 2014
  7. Gideon Meir: What hasbara is really about Israeli Ministry of foreign Affairs, 24. Mai 2005
  8. Hasbara Fellowships Newsletter 31. Mai 2007


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Hasbara aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.