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Grün-Ökologisches Netzwerk Arche

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Das Grün-ökologisches Netzwerk Arche in der Evangelischen Kirche, kurz Arche genannt, war ein Umweltschutz-Netzwerk in der DDR, das Anfang Januar 1988 in der Wohnung von Carlo Jordan zur Koordination von oft isoliert voneinander arbeitenden Umweltgruppen und Umweltbibliotheken gegründet wurde. Der Name wurde in Anlehnung an die dänische Umweltorganisation NOAH- Friends of the Earth Denmark gewählt.

Ziele

Ziele waren die Verbesserung des Informationsaustausches, die Vernetzung und die Koordinierung gemeinsamer Aktionen zum Schutz der Umwelt sowie die Überwindung von organisatorischen Problemen und Konzeptionsschwächen innerhalb des Netzwerkes. Darüber hinaus unterstützte Arche die fachliche und methodische Bildungsarbeit der oft isoliert voneinander arbeitenden Gruppen und Gemeinden thematisch und wissenschaftlich. Konkret sollten durch eine Koordinierung der Gruppen Umweltuntersuchungen möglich werden.

Interne Organisation

Gegliedert war das Netzwerk in Regionalgruppen, deren Sprecher regelmäßig zu Treffen zusammenkamen. Netzwerkknoten gab es in Erfurt, Halle, in der Lausitz, in Vorpommern (Greifswald), Kontakte auch in Dresden und Leipzig. Außerdem gab es selbständig arbeitende Projektgruppen zu Themen wie Müllexporte der Bundesrepublik in die DDR, deren Sondermüll-Deponien und Müllverbrennungsanlagen technisch veraltet waren, Luftreinhaltung (Film Bitteres aus Bitterfeld[1]), Humanökologie, umweltverträgliches Wirtschaften, Umweltrecht und Hilfe für Ausreiseantragsteller. Mit letzteren arbeitete die Arche auch nach deren Ausreise in die Bundesrepublik häufig weiter zusammen.

Bildungsprozess

Auseinandersetzungen gab es von Beginn zwischen der Arche und der Berliner Umwelt-Bibliothek (UB), obwohl beide unter dem Dach der evangelischen Kirche arbeiteten. Nach Meinung der UB brauchten autonome Gruppen keine Funktionäre, sondern Basisdemokratie. Ihre Arbeitsweise war in der Gruppe eher prozessorientiert, Vernetzung sollte passiv stattfinden. Beim stärker ergebnisorientierten Netzwerk Arche wollte man das Fahrrad nicht neu erfinden und trieb die Vernetzung aktiv voran. Ein Teil der Mitglieder des Netzwerkes war zuerst auch Mitglied in der UB, wurden jedoch später aus der UB ausgeschlossen. Ob dies aus strukturellen oder Konkurrenzgründen geschah, bleibt umstritten.[2]

Nachfolgeorganisationen

Mit den politischen Veränderungen während der Wende 1989 entstanden als Nachfolgeorganisationen:

Einzelne Gruppen der Arche bestanden mit gewandeltem Aufgabengebiet innerhalb der evangelischen Kirche noch über die 90er Jahre hinaus.[3]

Veröffentlichungen

Titelblatt der Arche Nova, Heft 1, mit dem Schwerpunktthema Bitterfeld

Das Netzwerk Arche gab im Eigenverlag die Zeitschriften „Arche-Info“ und „Arche Nova“ heraus.[4] Von „Arche Nova“ erschienen insgesamt fünf Ausgaben: Nr. 1 im Juli 1988 mit dem Schwerpunkt Bitterfeld, Nr. 2 im Oktober zum Waldsterben, Nr. 3 im Februar 1989 über zerfallende Altstädte, Nr. 4 im April über Energie und Nr. 5 im Januar 1990 über Massentierhaltung.

Bekannt wurde der von arche-Mitgliedern im Juni 1988 gedrehte und in Auszügen über das „Westfernsehen“ ausgestrahlte Film Bitteres aus Bitterfeld.[5]

Literatur

  • Carlo Jordan/ Hans Michael Kloth (Hrsg.): Arche Nova. Opposition in der DDR. Das „Grün-ökologische Netzwerk Arche“ 1988-90. Mit Texten der Arche Nova. BasisDruck, Berlin 1995. ISBN 3861630699.
  • Ehrhart Neubert: Geschichte der Opposition in der DDR 1949–1989. Ch. Links Verlag, Berlin 1997. ISBN 3861531631. S. 454, S. 749.
  • Hans-Joachim Veen (Hrsg.): Lexikon Opposition und Widerstand in der SED-Diktatur. Propyläen Verlag, Berlin, München 2000, ISBN 3549071256.
  • Umweltverbände in der ehemaligen DDR anhand von dem Netzwerk ARCHE. Hausarbeit Ludger Wessels, FU Berlin, FB Politische Wissenschaft, Berlin.

Weblinks

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Grün-Ökologisches Netzwerk Arche aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.