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Bindehaut

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Die Bindehaut (lat. Tunica conjunctiva, davon eingedeutscht auch Konjunktiva) ist eine Schleimhaut in der Orbita (Augenhöhle) im vorderen Augenabschnitt.

Anatomie

Datei:Conjuctiva (Bindehaut).png
Sagittalschnitt durch das menschliche Auge mit Abschnitten der Bindehaut (rosa)

Sie beginnt an der Lidkante und überzieht als Tunica conjunctiva palpebrarum die hintere, dem Augapfel zugewandte Fläche der Augenlider. Dieser Schleimhautüberzug wirkt wie ein weiches Wischtuch und verteilt beim Lidschlag die Tränenflüssigkeit über der Cornea (Hornhaut), ohne diese zu verletzen. In der Tiefe der Augenhöhle schlägt die Bindehaut wieder nach vorn um und verbindet sich mit der Sclera. Die Bindehaut überzieht den vorderen Teil der Sklera bis zum Beginn der Hornhaut, dieser Abschnitt wird als Tunica conjunctiva bulbi bezeichnet.

Der von der Bindehaut umhüllte Hohlraum ist der Bindehautsack (Saccus conjunctivae). Dessen hintere Nische in der Tiefe der Augenhöhle wird als Bindehautgewölbe (Fornix conjunctivae) bezeichnet. Hier münden die Ausführungsgänge der Tränendrüse (Glandula lacrimalis). Die Tränenflüssigkeit wird am nasenseitigen Lidwinkel über zwei Tränenpunkte (Puncta lacrimalia) in Richtung Nase abgeleitet.

Die Bindehaut bildet am nasenseitigen Augenwinkel eine Zusatzfalte, die als Nickhaut (Plica semilunaris conjunctivae, Membrana nicitans) oder „drittes Augenlid“ (Palpebra tertia) bezeichnet wird. Sie ist beim Menschen nur sehr klein. Bei den übrigen Säugetieren ist sie so groß, dass sie sich vor das gesamte Auge legen kann. Bei vielen anderen Wirbeltieren, z. B. Haien, Reptilien und Vögeln, ist sie transparent und kann wie eine Schutzbrille vor das Auge geklappt werden.

In der Schleimhaut der Bindehaut sind einzelne Drüsenpakete eingelagert, die als akzessorische Tränendrüsen bezeichnet werden. Am nasenseitigen Lidwinkel ist die Bindehaut zur Tränenkarunkel (Caruncula lacrimalis) verdickt.

Die Endäste der Blutgefäße in der Konjunktiva am Übergangsbereich von Sclera und Cornea werden als Randschlingennetz bezeichnet. Dieses nimmt an der Versorgung der gefäßlosen Hornhaut teil. Bei Entzündungen der Cornea können aus diesem Randschlingennetz Blutgefäße in die Cornea einsprossen.

Klinische Bedeutung

Die Bindehaut wird bei jeder klinischen Allgemeinuntersuchung betrachtet. Da sie recht dünn, gut durchblutet und unpigmentiert ist, lassen sich Veränderungen des Blutes gut erfassen. So sieht man eine Gelbfärbung beim Ikterus (Gelbsucht) und Blässe bei Anämie oder Schock.

Eine Entzündung der Bindehaut bezeichnet man als Konjunktivitis. Sie tritt bei lokalen Reizungen (z. B. durch Fremdkörper) und Infektionen oder auch im Zuge einiger allgemeiner Infektionskrankheiten (z. B. Masern, Staupe) auf. Solitärfollikel in der Bindehaut können sich bei Entzündungen stark vergrößern und dann wie Sandpapier wirken und die Hornhaut verletzen.

Eine Unterblutung der Bindehaut wird auch Hyposphagma genannt, sie verursacht jedoch keine Beschwerden.

Bei einem Hineindrücken oder Einsinken des Augapfels (Enophthalmus, z. B. bei Muskelkrämpfen wie Tetanus) kommt es bei Tieren zu einem Nickhautvorfall.

Weblinks

 Wiktionary: Bindehaut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • Theodor Axenfeld (Begründer), Hans Pau (Hrsg.): Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde. Unter Mitarbeit von Rudolf Sachsenweger u. a. 12., völlig neu bearbeitete Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart u. a. 1980, ISBN 3-437-00255-4.
  • Gerhard K. Lang: Augenheilkunde. Verstehen – Lernen – Anwenden. 3., vollständig überarbeitete Auflage. Georg Thieme, Stuttgart u. a. 2004, ISBN 3-13-102833-5.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Bindehaut aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.