Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Alex Steinweiss

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alex Steinweiss (geb. 24. März 1917 in Brooklyn, New York; gest. 17. Juli 2011 in Sarasota, Florida[1]) war ein US-amerikanischer Grafikdesigner. Er gilt als Erfinder des Schallplattencovers.

Er hatte 1939 bei der Schallplattenfirma Columbia Records die Idee einer besonderen Gestaltung der bis dato schmucklosen Verpackungen von Schallplatten. Die signifikant besseren Verkaufserfolge von Schallplatten mit ansprechend gestalteten Hüllen machten aus dieser Idee rasch eine wirtschaftlich bedeutende Sparte der Designkunst.[2]

Bis zirka 1945 war Steinweiss der alleinige Designer für Schallplattenhüllen bei Columbia Records; in späteren Jahren vergrößerte sich das Team dann. Steinweiss arbeitete im Laufe seiner Karriere auch für andere Plattenfirmen wie Decca, London und Everest. Mit über tausend Plattenhüllen prägte er die optische Erscheinung von Musikinterpretationen in Jazz, Klassik und Pop. Motive von Steinweiss inspirierten noch Jahrzehnte später die Designer, so wurde sein Prisma-Motiv für Beethovens Klaviersonate Nr. 5 für das Plattencover von Dark Side of the Moon von Pink Floyd wieder verwendet.

Die erste Schellackplatte, für die ein Plattencover von Steinweiss gestaltet wurde, war eine Einspielung der Songwriter Richard Rodgers und Lorenz Hart. Steinweiss fuhr für das Foto zum New Yorker Imperial Theatre an der 45. Straße und überredete den Besitzer, die Leuchttafel eine Stunde so einzustellen, dass sein Team den Schriftzug Rodgers & Hart fotografieren konnten. Das Foto der Leuchtreklame mit dem Hintergrund einer grafischen Darstellung einer Schallplatte war das Motiv der ersten Schallplattenhülle.

Ein anderes Cover, dass der Design-Pionier für eine Beethoven-Komposition Beethovens Eroica entwarf, ist ein Paradebeispiel für Steinweiss’ Fähigkeit, der Musik mit seinen Motiven ein Gesicht zu geben – und wie weit sein Einfluss auf das Coverdesign reichte. Auf dem Cover zu Klaviersonate Nr. 5 fällt vor pechschwarzem Hintergrund ein gebündelter Lichtstrahl auf einen Flügel, wird wie durch ein Prisma abgelenkt und fächert sich auf in die Farben des Regenbogens. Damit nahm der Grafiker den mehr als 30 Jahre später vom britischen Designstudio Hipgnosis entwickelten Coverklassiker von Pink Floyds Dark Side Of The Moon von 1973 vorweg.

Auch ein besonders schräges Artefakt seines Schaffens verbirgt sich zwischen den Buchdeckeln: Ein Album mit dem Titel Battle At Thunderblow. Das Cover zeigt zwei Hinterteile, zwischen ihnen eine Dunstwolke aus Darmwinden. Auf der Schallplatte waren tatsächlich die Geräusche eines Furzwettbewerbs zu hören. Die skurrile Veröffentlichung sollte 1946 in einer streng limitierten Auflage von 100 Exemplaren als Händlerprämie verschenkt werden. Doch als Columbia-Chef Wallerstein Wind von dem schulbübischen Streich von Steinweiss bekam, untersagte er das Projekt, bevor es an die Öffentlichkeit gelangte.

1972 entschied sich der Design-Revolutionär im Alter von 55 Jahren zum Rückzug aus dem Geschäft. „Eines Tages wartete ich im Empfangsbereich einer Plattenfirma – ich im Anzug, neben mir lauter langhaarige Typen in fransigen Lederjacken. Da wurde mir klar, dass ich total altmodisch war und dass es Zeit wurde, das Handtuch zu werfen.“ Der engen Verbindung von Musik und Motiv blieb Steinweiss dennoch treu. Unter dem Künstlernamen Piedra Blanca (die spanischen Begriffe für „Stein“ und „Weiß“) begann er, Gemäldeserien nach den Meisterwerken berühmter Komponisten zu malen.

Am 17. Juli 2011 starb er in seinem Haus in Sarasota, Florida, im Alter von 94 Jahren.[3]

Literatur

  • Kevin Reagan, Steven Heller, Alex Steinweiss: Alex Steinweiss, The Inventor of the Modern Album Cover. Taschen, Hong Kong, ISBN 978-3-8365-0192-7. (mehrsprachig, vorwiegend Fotos seiner Schallplattencover)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nachruf in The New York Times
  2. Christian Meyer: Der Verhüllungskünstler. In: Süddeutsche Zeitung, 6. November 2009, S. 10
  3. Taschen Verlag: In Memory of Alex Steinweiss (1917–2011)


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alex Steinweiss aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.